Realitätsnahe Übung am Flughafen Düsseldorf: Bei „Victor 2025“ simulierten Einsatzkräfte eine Kollision auf dem Vorfeld – ein komplexes Szenario zur Vorbereitung auf den Ernstfall. © Lokalbüro

Rea­li­täts­nahe Übung am Flug­ha­fen Düs­sel­dorf: Bei „Vic­tor 2025“ simu­lier­ten Ein­satz­kräfte eine Kol­li­sion auf dem Vor­feld – ein kom­ple­xes Sze­na­rio zur Vor­be­rei­tung auf den Ernst­fall. © Lokalbüro

 

Mit lau­ten Signal­tö­nen begann am Sams­tag die groß ange­legte Not­fall­übung „Vic­tor 2025“ am Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen. Über 430 Betei­ligte – dar­un­ter Ein­satz­kräfte, Flug­ha­fen­per­so­nal und rund 140 frei­wil­lige Dar­stel­ler – trai­nier­ten unter mög­lichst rea­li­täts­na­hen Bedin­gun­gen den Ernst­fall: eine Kol­li­sion zweier Flug­zeuge mit anschlie­ßen­der Brandentwicklung.

Das Sze­na­rio war ange­lehnt an einen tra­gi­schen Vor­fall aus dem Jahr 2024 in Tokio, bei dem ein Air­bus und ein Flug­zeug der Küs­ten­wa­che zusam­men­stie­ßen. Für die Übung in Düs­sel­dorf wurde ein ähn­li­cher Ablauf simu­liert: Eine Maschine der fik­ti­ven Air­line „Düs­se­lAir“ befin­det sich im Lan­de­an­flug, als ein klei­ne­res Pri­vat­flug­zeug auf das Roll­feld rollt – es kommt zur Kollision.

Die rea­lis­ti­sche Dar­stel­lung wurde durch den Ein­satz von Pyro­tech­nik unter­stützt, wodurch Flam­men auf dem Roll­feld empor­stie­gen. In Sekun­den­schnelle rück­ten die Lösch­fahr­zeuge mit Blau­licht an. Auch ein Ret­tungs­hub­schrau­ber – erst­mals bei einer sol­chen Übung in Düs­sel­dorf im Ein­satz – lan­dete auf der Nord­bahn und brachte „Ver­letzte“ in ein eigens ein­ge­rich­te­tes fik­ti­ves Kran­ken­haus in einer Flughafenfeuerwache.

Hol­ger Roß­lan, Lei­ter des Not­fall- und Safety-Manage­ments, betonte die Bedeu­tung sol­cher Übun­gen: „Sicher­heit steht bei uns immer an ers­ter Stelle. Um im Ernst­fall vor­be­rei­tet zu sein, müs­sen alle Abläufe sit­zen – von der Alar­mie­rung bis zur medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung.“ Die Vor­be­rei­tun­gen für die Übung dau­er­ten rund sechs bis acht Monate.

Die Übung folgte den inter­na­tio­na­len Vor­ga­ben der ICAO und EASA, nach denen inter­na­tio­nale Flug­hä­fen alle zwei Jahre ein Not­fall­sze­na­rio unter nahezu ech­ten Bedin­gun­gen pro­ben müs­sen. Ziel war es, neben tech­ni­schen Ein­satz­mit­teln und Alarm­we­gen auch das Kri­sen­ma­nage­ment, die Betreu­ung von Ange­hö­ri­gen sowie die Koor­di­na­tion mit exter­nen Orga­ni­sa­tio­nen zu testen.

Mit dabei waren unter ande­rem die Berufs­feu­er­wehr Düs­sel­dorf, Bun­des- und Lan­des­po­li­zei, das Jugend­rot­kreuz, die Seel­sorge, Ret­tungs­dienste, Ver­tre­ter des Air­line Ope­ra­tors Com­mit­tee sowie die Unter­neh­men Euro­wings und Lieb­herr Aviation.

Brand­ober­inspek­tor Lud­ger Bei­tels­mann lobte die Effi­zi­enz der Ein­satz­kräfte: „Inner­halb von drei Minu­ten war unsere Flug­ha­fen­feu­er­wehr am Unfall­ort – genau das ist im Ernst­fall gefor­dert.“ Die Lösch­fahr­zeuge, die jeweils 12.000 Liter Was­ser und zusätz­li­chen Lösch­schaum trans­por­tie­ren, zeig­ten in der Simu­la­tion ihre volle Leistungsfähigkeit.

In den kom­men­den Wochen wer­den die Erkennt­nisse aus der Übung in meh­re­ren Nach­be­spre­chun­gen ana­ly­siert. Ziel ist es, bestehende Pro­zesse wei­ter zu opti­mie­ren und das Sicher­heits­kon­zept des Air­ports zukunfts­si­cher zu gestalten.

Mehr Bil­der gibt es hier