Die rot eingefärbten Radfurten sind wie hier an der Kreuzung Kruppstraße/Ellerstraße gut sichtbar und sorgen für mehr Sicherheit. © Landeshauptstadt Düsseldorf, Amt für Verkehrsmanagement

Die rot ein­ge­färb­ten Rad­fur­ten sind wie hier an der Kreu­zung Kruppstraße/Ellerstraße gut sicht­bar und sor­gen für mehr Sicher­heit. © Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, Amt für Verkehrsmanagement

 

An 13 Ampel­kreu­zun­gen ent­lang des Last­rings hat die Lan­des­haupt­stadt seit April 2024 Fahr­rad­spu­ren rot ein­ge­färbt. So soll die Sicht­bar­keit und damit die Sicher­heit für Rad­fah­rer ver­bes­sert wer­den. Beglei­tet wurde das Pro­jekt durch eine Unter­su­chung der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum. Das Ergeb­nis ist ein­deu­tig: Durch die Rot­ein­fär­bun­gen gibt es weni­ger Kon­flikte und mehr Sicher­heit. Auf Grund­lage die­ser posi­ti­ven Eva­lua­tion hat der Ord­nungs- und Ver­kehrs­aus­schuss in sei­ner Sit­zung am Mitt­woch, 19. März 2025, beschlos­sen, ein Kon­zept für die Umset­zung der Rot­ein­fär­bung an wei­te­ren Rad­ver­kehrs­fur­ten im gesam­ten Stadt­ge­biet ent­wi­ckeln zu lassen.

Bei Neu­pla­nun­gen sol­len Rad­spu­ren zukünf­tig immer rot ein­ge­färbt wer­den. Die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf setzt damit kon­se­quent auf Pro­jekte, die die Sicher­heit für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer erhö­hen und gleich­zei­tig die Sicht­bar­keit des Rad­ver­kehrs im urba­nen Raum verbessern.

Wis­sen­schaft­li­che Beglei­tung durch die Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum
Mit der Eva­lua­tion des Pro­jek­tes wurde der Lehr­stuhl für Ver­kehrs­we­sen der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum beauf­tragt. Um Aus­sa­gen über die Wirk­sam­keit der Rot­ein­fär­bun­gen der Rad­ver­kehrs­fur­ten tref­fen zu kön­nen, wur­den die Beob­ach­tun­gen sowohl vor, als auch nach der Umset­zung der Rot­mar­kie­rung durchgeführt.

Ergeb­nisse der Eva­lua­tion: Weni­ger Kon­flikte, höhere Sicherheit
Im Zuge der Eva­lua­tion erfolg­ten tie­fer­ge­hende Ana­ly­sen an den drei Knotenpunkten

Kett­wi­ger Straße/Höherweg,
Kett­wi­ger Straße/Dorotheenstraße/Behrenstraße und
Dorotheenstraße/Lindemannstraße/Grafenberger Allee.

Dort wurde zunächst die vor­han­dene Infra­struk­tur unter­sucht und anschlie­ßend die Ver­kehrs­zäh­lun­gen, Mar­kie­rungs- und Signal­zei­ten­pläne sowie die vor­lie­gende Unfall­da­ten aus­ge­wer­tet. Um die Wirk­sam­keit der Rot­ein­fär­bung im Test­feld Last­ring zu unter­su­chen, wur­den video­ba­sierte Ver­hal­tens­be­ob­ach­tun­gen vor­ge­nom­men. Zudem konn­ten Rad­fah­rende vor Ort per Fra­ge­bo­gen ihr sub­jek­ti­ves Sicher­heits­emp­fin­den bewerten.

Die Aus­wer­tung der Unfall­da­ten zeigte, dass die meis­ten Unfälle mit Rad­fah­rer- und Fuß­gän­ger­be­tei­li­gung bei guten Sicht­ver­hält­nis­sen, also bei Hel­lig­keit und Tro­cken­heit, statt­ge­fun­den haben. Rot­ein­fär­bun­gen ent­fal­ten unter die­sen Bedin­gun­gen ihre Wirk­sam­keit, da sie von Ver­kehrs­teil­neh­mern gut wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen. Die video­ba­sierte Vor­her-/Nach­her-Betrach­tung zeigte im Ergeb­nis, dass nach erfolg­ter Rot­ein­fär­bung deut­li­che Ver­bes­se­run­gen zu erken­nen waren. Die Zahl kri­ti­scher Situa­tio­nen – wie etwa “Auto nimmt Rad­ler die Vor­fahrt”, “star­kes Brem­sen” oder “Rück­stau auf die Rad­furt” – ging von 111 auf 54 Vor­fälle um 57 Pro­zent zurück. Zudem zeigte sich, dass nach der Rot­ein­fär­bung mehr Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger die für sie vor­ge­se­he­nen Fur­ten an der jewei­li­gen Kreu­zung mehr respek­tier­ten. Die Mar­kie­run­gen unter­stüt­zen offen­bar zusätz­lich die Tren­nung der Fur­ten und ver­rin­gern so Kon­flikte zwi­schen Rad- und Fußverkehr.

Sub­jek­tive Sicher­heits­wahr­neh­mung ver­bes­sert sich
Wäh­rend der Vor-Ort-Befra­gun­gen, bei denen 140 Rad­fah­rende vor und 150 nach der Rot­ein­fär­bung der Fur­ten befragt wur­den, gaben die Teil­neh­men­den an, dass sich ihr sub­jek­ti­ves Sicher­heits­ge­fühl an den Kno­ten­punk­ten mit Rot­ein­fär­bung ver­bes­sert habe. Wäh­rend die all­ge­meine Sicher­heits­be­wer­tung in Düs­sel­dorf vor und nach Umset­zung des Pro­jek­tes nahezu gleich blieb – 5,6 gegen­über 5,5 auf einer Skala von 1 bis 10 –, stieg das Sicher­heits­ge­fühl an den mar­kier­ten Kno­ten­punk­ten von 6,7 auf 7,2 an. 82 Pro­zent der Befrag­ten bewer­te­ten die Rot­ein­fär­bung als posi­tiv bis sehr posi­tiv – kei­ner der befrag­ten Men­schen hat die Vor­keh­rung als nega­tiv bewer­tet. Bereits in der Vor­her-Befra­gung wurde eine Rot­ein­fär­bung häu­fig als Ver­bes­se­rungs­vor­schlag genannt.

“Mit der durch­ge­hen­den Rot­ein­fär­bung der Rad­fur­ten haben wir an Kreu­zun­gen einen neuen Ansatz getes­tet, um den Rad­ver­kehr deut­lich sicht­ba­rer zu machen. Die Ergeb­nisse zei­gen, dass die­ses Pro­jekt wirk­sam ist und zu weni­ger Kon­flik­ten und damit zu mehr objek­ti­ver Sicher­heit führt”, sagt Mobi­li­täts- und Umwelt­de­zer­nent Jochen Kral.

Hin­ter­grund: Test­feld Lastring
An 13 signal­ge­re­gel­ten Ver­kehrs­kno­ten­punk­ten ent­lang des Last­rings, an denen der Rad­ver­kehr gleich­zei­tig mit dem par­al­lel lau­fen­den Auto­ver­kehr grün hat, wur­den seit April 2024 vor­han­dene Rad­ver­kehrs­fur­ten rot ein­ge­färbt. Als Last­ring gilt die ver­kehrs­rei­che Innen­stadt­um­fah­rung von der Kreu­zung “Mör­sen­broi­cher Ei” im Nor­den bis zum Süd­ring im Süden. Im Rah­men des Test­fel­des wur­den zwi­schen Mecum­straße und Gra­fen­ber­ger Allee die Rad­ver­kehrs­fur­ten (Fahr­rad­spu­ren) rot ein­ge­färbt. Die Kos­ten für die Mar­kie­rungs­ar­bei­ten belie­fen sich dabei auf rund 70.000 Euro. Die gesamte Eva­lua­tion der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum fin­det sich unter www.duesseldorf.de/radverkehr/programm/infrastruktur/testfeld-rotmarkierung-am-lastring.

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