Von Christof Roche
Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf hat in ihrer kleinen Schriftenreihe zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus einen neuen zwölften Band mit dem Titel „haben keine Sinagoge“ aufgelegt, der die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Kaiserswerth nachzeichnet. Der Autor Bastian Fleermann – die Co-Autorin Hildegard Jakobs fehlte krankheitsbedingt – führte bei der Vorstellung der Schrift aus, Jüdinnen und Juden hätten über Jahrhunderte hinweg in sehr bescheidenen Verhältnissen als Klein- und Viehhändler oder Metzger in Kaiserswerth gelebt.
Vor diesem Hintergrund sei das Zitat eines Kaiserswerther Beamten aus dem Jahr 1808 – „haben keine Sinagoge“ – bewusst als Titel der Schrift gewählt worden, um die Bescheidenheit der jüdischen Gemeinschaft zu unterstreichen, die sich über Generationen hinweg nur in privaten oder gemieteten Räumen zum Gebet versammeln konnte. Erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, wurde die jüdische Gemeinschaft in Kaiserswerth mit den Deportationen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1942 fast vollständig ausgelöscht.
Fleermann machte zudem deutlich, dass es sich bei der Schrift um ein Gemeinschaftsprojekt mit der Bezirksvertretung 5 (BV 5) handele, die sich an der finanziellen Realisierung des Buches substanziell beteiligt habe. Der Bezirksbürgermeister Benedict Stieber führte aus, das Buch solle im kommenden Jahr an den weiterführenden Schulen im Düsseldorfer Norden in den Unterricht integriert werden.
In diesem Zusammenhang sei auch ein Besuch des jüdischen Friedhofs in Kaiserswerth am Zeppenheimer Weg vorgesehen. Die Schrift „haben keine Sinagoge“ ist in einer Auflage von 1.000 Exemplaren erschienen und kann zum Preis von acht Euro in den örtlichen Buchhandlungen erworben werden.




