Große Bühne, große Namen und ein Publikum, das für Gänsehaut sorgte: Das ISTAF INDOOR Düsseldorf hat am Samstag eindrucksvoll bestätigt, welchen Stellenwert die Veranstaltung inzwischen im nationalen und internationalen Leichtathletik-Kalender einnimmt. 7600 Zuschauerinnen und Zuschauer im PSD BANK DOME bedeuteten nicht nur einen neuen Rekord für das Event in der Landeshauptstadt, sondern auch den passenden Rahmen für Spitzensport auf höchstem Niveau zum Auftakt des Wettkampfjahres 2026.
Seit 2021 steht das ISTAF INDOOR für eine Mischung aus Hochleistungssport und Show – ein Konzept, das in dieser Form sonst nur in Berlin zu finden ist. Auch bei der sechsten Auflage bot das Programm alles, was die Hallen-Leichtathletik ausmacht: rasante 60-Meter-Sprints mit und ohne Hürden, Weit- und Stabhochsprung sowie zum zweiten Mal nach 2025 ein Kugelstoß-Wettbewerb.
Den ersten sportlichen Höhepunkt des Abends erlebte das Publikum im Parasprint über 60 Meter. Dort setzte sich der Brite Jonnie Peacock gegen Olympiasieger Sherman Guity und den deutschen Hoffnungsträger Johannes Floors durch – ein Finale, das früh für Stimmung sorgte.
Im Fokus standen anschließend vor allem die deutschen Olympiasiegerinnen Malaika Mihambo und Yemisi Ogunleye sowie der Düsseldorfer Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre. Für Mihambo verlief der Abend wechselhaft: Zwar steigerte sich die Weitsprung-Olympiasiegerin wie so oft im letzten Versuch, doch mit 6,56 Metern reichte es diesmal nur zu Rang drei. Der Sieg ging mit 6,59 Metern an die Rumänin Ramona Verman. „Ich habe mich in den letzten Tagen nicht ganz fit gefühlt. Deshalb waren meine Erwartungen heute nicht besonders hoch“, erklärte Mihambo selbstkritisch, haderte aber mit technischen Fehlern.
Enttäuschung auch beim Lokalmatador Lita Baehre. Der viermalige deutsche Hallenmeister scheiterte dreimal an 5,65 Metern, nachdem er zuvor 5,45 Meter übersprungen hatte, und belegte am Ende Platz sieben. Bester Stabhochspringer des Abends war der Niederländer Menno Vloon mit 5,75 Metern.
Für einen versöhnlichen deutschen Abschluss sorgte dagegen Yemisi Ogunleye. Die Kugelstoß-Olympiasiegerin verteidigte ihren Vorjahressieg in Düsseldorf souverän mit einer Weite von 18,78 Metern. „Die Leute kommen mit viel Energie und guter Laune hier nach Düsseldorf. Das macht es uns Athletinnen natürlich leicht“, sagte Ogunleye nach dem finalen Wettkampf des Abends.
Schon vor dem sportlichen Geschehen hatte es positive Nachrichten gegeben: Das ISTAF INDOOR bleibt dem PSD BANK DOME bis mindestens 2029 erhalten. Die Verlängerung um drei Jahre unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung für die Stadt. „Das ISTAF INDOOR hat sich in unserer Stadt etabliert“, betonte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. „Die Verlängerung ist ein logischer und erfreulicher Schritt.“
Auch der Nachwuchs kam nicht zu kurz. Beim Talents Cup sowie bei der Special-Olympics-Staffel sammelten junge Athletinnen und Athleten wertvolle Wettkampferfahrung und wurden vom Publikum gefeiert. Rollstuhlfahrer sorgten bereits im Vorlauf der Hauptshow für zusätzliche emotionale Momente.
Abgerundet wurde der lange Sporttag durch den BEHIND.D Business Talk, bei dem in der Concept Gallery des PSD BANK DOME über Chancen und Perspektiven einer möglichen Olympia- und Paralympics-Bewerbung an Rhein und Ruhr diskutiert wurde.
Das nächste ISTAF INDOOR Düsseldorf ist für den 13. Februar 2027 angesetzt. Der Samstagabend hat jedenfalls gezeigt: Weltklasse-Leichtathletik und Düsseldorf – das passt.
mehr Bilder gibt es später hier



