Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller © Lokalbüro
Christof Rasche, Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Landtags, © Lokalbüro
Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, © Lokalbüro

Mit einer Kranz­nie­der­le­gung am Depor­ta­ti­ons-Mahn­mal an der Tou­lou­ser Allee hat die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf am Diens­tag, 27. Januar, der Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus gedacht. Anlass war der inter­na­tio­nale Holo­caust-Gedenk­tag, der an die Befrei­ung des Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­gers Ausch­witz am 27. Januar 1945 erinnert.

Am Mahn­mal unter­halb der Jüli­cher Brü­cke ver­sam­mel­ten sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Poli­tik, Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten und Stadt­ge­sell­schaft sowie zahl­rei­che Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Das Denk­mal erin­nert seit 2012 an die Depor­ta­tio­nen tau­sen­der jüdi­scher Men­schen aus Düs­sel­dorf und dem Nie­der­rhein, die ab Okto­ber 1941 vom ehe­ma­li­gen Güter­bahn­hof Deren­dorf aus in Ghet­tos und Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ver­schleppt wur­den. Allein aus Düs­sel­dorf wur­den 2.633 Men­schen als Juden ver­folgt und ermordet.

An der Gedenk­ver­an­stal­tung nah­men unter ande­rem Dr. Ste­phan Kel­ler, Ober­bür­ger­meis­ter der Lan­des­haupt­stadt, Chris­tof Rasche, Vize­prä­si­dent des nord­rhein-west­fä­li­schen Land­tags, Daniela Les­meis­ter, Staats­se­kre­tä­rin im Minis­te­rium des Innern des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len, sowie Dr. Oded Horo­witz, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Jüdi­schen Gemeinde Düs­sel­dorf, teil.

In sei­ner Rede betonte Dr. Ste­phan Kel­ler die beson­dere Ver­ant­wor­tung, die sich aus der Geschichte für die Gegen­wart ergebe. Erin­ne­rung dürfe kein blo­ßes Ritual sein, son­dern müsse Kon­se­quen­zen für das gesell­schaft­li­che Han­deln haben. Vor die­sem Hin­ter­grund ver­ur­teilte der Ober­bür­ger­meis­ter auch die in den ver­gan­ge­nen Tagen öffent­lich kri­ti­sierte Ver­an­stal­tung an der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf auf das Schärfste. Es dürfe kei­nen Raum für Anti­se­mi­tis­mus, des­sen Ver­harm­lo­sung oder Rela­ti­vie­rung geben, so Keller.

Auch Dr. Oded Horo­witz mahnte, dass das Geden­ken an die Opfer des Holo­caust untrenn­bar mit dem Schutz jüdi­schen Lebens heute ver­bun­den sei. Die Erin­ne­rung an die Depor­ta­tio­nen von Düs­sel­dorf aus mache deut­lich, wohin Aus­gren­zung, Hass und staat­lich orga­ni­sierte Ver­fol­gung füh­ren könnten.

Am Abend setzt die Stadt Düs­sel­dorf das Geden­ken fort. Um 19.30 Uhr fin­det im Max­haus an der Schul­straße die Ver­an­stal­tung „Den Opfern eine Stimme lei­hen“ statt. Dabei sol­len anhand aus­ge­wähl­ter Lebens­ge­schich­ten Düs­sel­dor­fer Ver­folg­ter aus der Zeit von 1933 bis 1945 indi­vi­du­elle Schick­sale sicht­bar gemacht werden.

Mit der Gedenk­ver­an­stal­tung am Depor­ta­ti­ons-Mahn­mal und dem ange­kün­dig­ten Abend­pro­gramm unter­streicht die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf die Bedeu­tung einer akti­ven Erin­ne­rungs­kul­tur und eines ent­schlos­se­nen Ein­tre­tens gegen Anti­se­mi­tis­mus, Ras­sis­mus und jede Form von Menschenfeindlichkeit.

Kranzniederlegung am Mahnmal © Lokalbüro

Kranz­nie­der­le­gung am Mahn­mal © Lokalbüro