1. Preis Simeon Andreas Prade
2. Preis Kirsten Neumann
3. Preis Stephanie Fammels Hellmann
3. Preis Leocadie Margaux Robinne
3. Preis Maja Wingertszahn

Frage: Was ist ein Schütze ohne Wür­de­zei­chen?
Immer noch ein Schütze – wobei es bei einem Chef schon schwie­ri­ger wird. Seit rund 18 Mona­ten fehlt bei den Sebas­tia­nern von 1316 eben die­ses Amts­zei­chen. Nun wurde der Ent­wurf des Nach­fol­ge­mo­dells vor­ge­stellt. Zum gro­ßen Schüt­zen­fest 2026 soll sie dann geschmie­det sein.

Was war gesche­hen? Rück­blick!
Im Som­mer, just als der Tru­bel auf den Rhein­wie­sen auf der gro­ßen Kir­mes der Spitze ent­ge­gen­steu­erte, nutzte ein Spitz­bube (oder eine Dame) einen unbe­wach­ten Schüt­zen­mo­ment und stahl die Insi­gnien des obers­ten Ver­eins­re­prä­sen­tan­ten. Zurück blie­ben ein untröst­li­cher Andreas-Paul Stie­ber und zahl­rei­che Ver­wün­schun­gen und Flü­che der gesam­ten Düs­sel­dor­fer Schüt­zen­welt über den dreis­ten Dieb.

Doch selbst diese weni­ger stu­ben­freien Bemer­kun­gen sowie der höf­li­che Auf­ruf, die­ses his­to­ri­sche Tra­di­ti­ons­stück des Ver­eins zurück­zu­ge­ben, fruch­te­ten nicht. So sah sich das Regi­ment nun genö­tigt, ein neues Wür­de­zei­chen in Auf­trag zu geben.

Dass sich eine Meis­ter­klasse aus Köln dem Unter­fan­gen wid­mete, ist eine Rand­no­tiz und liegt ledig­lich daran, dass es in Nord­rhein-West­fa­len nur in der Dom­stadt und im west­fä­li­schen Müns­ter eine der­ar­tige Meis­ter­klasse gibt. Unter 13 Ent­wür­fen wurde letzt­lich der Gewin­ner gefunden.

Das Ergeb­nis ist ein Hybrid aus Tra­di­tion und Moderne und stammt von Simeon Andreas Prade. Er nannte sei­nen Ent­wurf „Gemein­sam für die Zukunft“ und nahm die Düs­sel­dor­fer Rose als Basis „für die Kette in einer moder­nen und kla­ren Form“. (Die kon­krete Inter­pre­ta­tion und die Erklä­rung zu den Moti­ven fin­den Sie am Ende des Tex­tes.) Dafür erhielt der Meis­ter­klas­sen­schü­ler 2.000 Euro.

Stie­ber zeigte sich von dem Sie­ger­ent­wurf sehr ange­tan: „Mir gefällt der Bezug zur Schüt­zen­tra­di­tion und zur Stadt.“

Beson­ders her­vor­ge­ho­ben sind auf der Kette dabei die bei­den Wap­pen Berg und Düs­sel­dorf, die sofort ins Auge fallen.

Auch Regi­m­ents­oberst Tors­ten Peters hob das Ver­schmel­zen von Tra­di­tion und Moderne her­vor:
„Mir hat die­ser Ent­wurf sehr zugesagt.“

Sie­ben Wochen habe sich die Klasse mit der Tra­di­tion der Schüt­zen und den dar­aus resul­tie­ren­den Ergeb­nis­sen aus­ein­an­der­ge­setzt, erzählte Ingo Telk­mann, Dozent an der Meis­ter­schule der Hand­werks­kam­mer Köln. Und obwohl jeder ein­zelne Schü­ler eine andere Idee kre­ierte, hät­ten sie sich gegen­sei­tig unter­stützt. Manch einer habe dabei seine Mei­nung über die Schüt­zen und ihre Welt revi­diert, wie Sebas­tia­ner­chef Stie­ber einfügte.

Nun aber kommt die neue Kette an die Kette. Mit eige­nen Objekt­schüt­zern und einer ver­steck­ten Peil­funk­tion aus­ge­stat­tet, soll einer Wie­der­ho­lung des Dra­mas von 2024 ein Rie­gel vor­ge­scho­ben wer­den. So kom­men Schüt­zen­chef und Kette glei­cher­ma­ßen „an die Kette“. Wobei noch ein wenig die Hoff­nung besteht, das gestoh­lene Wür­de­zei­chen viel­leicht doch – irgend­wann ein­mal – wie­der aufzufinden.

So geht’s wei­ter:
Im nächs­ten Schritt wer­den Ange­bote ein­ge­holt, denn mehr als 20.000 Euro an Spen­den­gel­dern will das Regi­ment nicht aus­ge­ben – ange­sichts der gestie­ge­nen Edel­me­tall­preise eine sport­li­che Auf­gabe. Letzt­lich wird die Kette jedoch nicht schwer auf Stie­bers Schul­tern lie­gen: Sie wird weni­ger als ein Kilo­gramm wie­gen und einen beson­de­ren Zukunfts­aspekt beinhalten.

Bert­hold Schrö­der, Prä­si­dent des West­deut­schen Hand­werks­kam­mer­ta­ges und Jury­vor­sit­zen­der, sagt dazu: „Sie wird so gefer­tigt sein, dass sie auch von einer Frau getra­gen wer­den kann.“

Gemein­sam für die Zukunft 

Die Basis: Die Form­ge­bung der Düs­sel­dor­fer Rose bil­det die Basis für die Kette in einer moder­nen und kla­ren Form. Es tref­fen Stile und Denk­mus­ter auf­ein­an­der, die sich in Sym­bo­lik und Ästhe­tik vereinen.

Das Mit­tel­teil: Das sie­ben­strah­lige Mit­tel­teil reprä­sen­tiert die über 700-jäh­rige Geschichte des Ver­eins. Mit dem Anker und der Krone des Düs­sel­dor­fer Löwen steht diese Kette nicht nur als Sym­bol für den Ver­ein, son­dern auch für die Stadt Düs­sel­dorf. Die gol­de­nen Eichen­blät­ter stüt­zen optisch das Mit­tel­teil und brin­gen tra­di­tio­nel­les Schüt­zen­ge­fühl in das Zentrum.

Die ver­gol­dete Platte in der Mitte ist mit dem dyna­mi­schen und mar­kan­ten Adler der Schüt­zen­me­daille gra­viert, zusam­men mit den typi­schen gekreuz­ten Pfeilen.

Die Kette: Die Wap­pen von Her­zog­tum Berg und Düs­sel­dorf zitie­ren die alte Kette und tra­gen die jahr­hun­der­te­alte Tra­di­tion in einem moder­nen Rah­men wei­ter. Die gekno­te­ten Ket­ten­ele­mente sym­bo­li­sie­ren Ver­bun­den­heit und Gemein­schaft in schlich­tem und stim­mi­gem Design.

Die Rück­seite: Auf dem Rück­teil ist eine ver­gol­dete Platte ein­ge­ar­bei­tet, mit dem leicht abge­wan­del­ten Spruch „Sem­per cum Deo“ („Immer mit Gott“), um eine posi­tive Basis für den Ver­ein und die Zukunft jedes ein­zel­nen Schüt­zen zu legen. Die beson­dere Form des Rück­teils ist so kon­stru­iert, dass sie sich beim Tra­gen ein wenig unter den Kra­gen des Sak­kos bzw. der Uni­form legt, um aus­ge­rich­tet zu bleiben.

Gesamt­wir­kung: Ins­ge­samt ent­steht ein stim­mi­ges, begeis­tern­des und ein­la­den­des Bild, das die Posi­tion der tra­gen­den Per­son auf seriöse und moderne Art aus­drückt und transportiert.

 

Torsten Peters, Dr. Florian Hartmann, Gewinner Simeon Andreas Prade, Andreas-Paul Stieber und Ingo Telkmann © Lokalbüro

Tors­ten Peters, Dr. Flo­rian Hart­mann, Gewin­ner Simeon Andreas Prade, Andreas-Paul Stie­ber und Ingo Telk­mann © Lokalbüro