Rund 16.000 streikenden auf Düsseldorfs Straßen © Lokalbüro

Rund 15.000 strei­ken­den auf Düs­sel­dorfs Stra­ßen © Lokalbüro

 

Am Diens­tag tra­fen sich in Düs­sel­dorf nach Gewerk­schafts­an­ga­ben meh­rere Tau­send Beschäf­tigte des öffent­li­chen Diens­tes der Län­der zu einer groß ange­leg­ten Pro­test­ak­tion, um im Tarif­kon­flikt für deut­lich höhere Ein­kom­men zu demons­trie­ren. Anlass war ein lan­des­wei­ter Warn­streik­tag, zu dem die DGB-Gewerk­schaf­ten ver.di, GEW und GdP sowie der dbb NRW gemein­sam auf­ge­ru­fen hatten.

Vor dem Nord­rhein-West­fä­li­schen Land­tag ver­sam­mel­ten sich die Teil­neh­mer zu einer zen­tra­len Kund­ge­bung. Die Orga­ni­sa­to­ren spra­chen von einer brei­ten Betei­li­gung aus ver­schie­de­nen Berei­chen – dar­un­ter Mit­ar­bei­tende aus Schu­len, Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken, Poli­zei, Jus­tiz und wei­te­ren Lan­des­ver­wal­tun­gen. Zusätz­lich nah­men auch Beamte an der Demons­tra­tion teil, obwohl sie for­mal nicht strei­ken dür­fen; sie hat­ten sich für den Zeit­raum frei­ge­nom­men oder Schich­ten getauscht.

Ziel der Pro­teste war es, den Druck auf die Lan­des- und Tarif­ver­hand­lungs­seite unmit­tel­bar vor der drit­ten Ver­hand­lungs­runde im Tarif­kon­flikt des öffent­li­chen Diens­tes zu erhö­hen, die am Mitt­woch in Pots­dam fort­ge­setzt wird.

Die Gewerk­schaf­ten for­dern für Tarif­be­schäf­tigte der Län­der Ein­kom­mens­stei­ge­run­gen von sie­ben Pro­zent bezie­hungs­weise min­des­tens 300 Euro mehr im Monat. Arbeit­ge­ber­seite und Län­der­seite hat­ten die For­de­run­gen in bis­he­ri­gen Gesprä­chen als ange­sichts knap­per Haus­halte schwer rea­li­sier­bar bezeich­net und bis­lang keine ver­bind­li­chen Ange­bote vorgelegt.

Die Kund­ge­bung in Düs­sel­dorf zog sich in zwei Demons­tra­ti­ons­zü­gen durch zen­trale Berei­che der Stadt und sorgte über Stun­den für spür­bare Ver­kehrs­be­ein­träch­ti­gun­gen. Meh­rere tau­send Teil­neh­mer nutz­ten die Gele­gen­heit, auf ihre For­de­run­gen auf­merk­sam zu machen und öffent­lich ihre Ein­satz­be­reit­schaft für den Tarif­kon­flikt zu betonen.

Ver­tre­ter der Gewerk­schaf­ten ver­wie­sen auf anhal­tende Belas­tun­gen im öffent­li­chen Dienst – etwa durch Per­so­nal­eng­pässe und hohe Arbeits­ver­dich­tung – und beton­ten, dass ohne eine sub­stan­zi­elle Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen und Ent­loh­nung die Attrak­ti­vi­tät und Leis­tungs­fä­hig­keit des öffent­li­chen Diens­tes gefähr­det sei.

Wie die Tarif­runde wei­ter ver­läuft, wird sich in den kom­men­den Tagen zei­gen. Beide Sei­ten signa­li­sier­ten Bereit­schaft zur Fort­set­zung der Gesprä­che, ohne bis­lang einen Durch­bruch ver­mel­den zu können.