Kinderumzug in Düsselorf © Lokalbüro

Kin­der­um­zug in Düs­se­lorf © Lokalbüro

 

Trotz frost­na­her Tem­pe­ra­tu­ren, aber bes­tens ver­sorgt mit Limo­nade und Apfel­saft, schlän­gelte sich der när­ri­sche Lind­wurm aus rund 6.000 Kin­dern und Jugend­li­chen vom Burg­platz durch die Alt­stadt. Was die jun­gen und weni­ger jun­gen Jecken am Stra­ßen­rand an Stim­mung ent­fach­ten, über­traf selbst kühnste Erwar­tun­gen. Die Lehre dar­aus: Kar­ne­val ist ein ech­tes Win­ter­brauch­tum – und Fei­ern geht auch ohne Schabau.

Fan­ta­sie­voll bis kri­tisch war die Aus­wahl der Kos­tüme, die reihum selbst gefer­tigt wor­den waren. Gegen die Flut von Eltern­ta­xis am Mor­gen und am Nach­mit­tag „demons­trier­ten“ Eltern und Kin­der der Pau­lusschule mit dem Slo­gan „Schul­weg – Helau“. Neben­bei bemerkt waren die 160 Teil­neh­mer die­ser Truppe die ein­zi­gen, die ihren Baga­ge­wa­gen von einem Ver­bren­ner zie­hen ließen.

Unter dem Motto „Boni on fire“ zog die Boni­fa­ti­us­schule in Dra­chen­kos­tü­men durch die Stadt, und die Kon­kor­dia­schule über­zeugte als lau­fende Süß­wa­ren­ab­tei­lung. Ob Papa­geien oder Käfer – ganz gleich, wel­che Kos­tüme die Kitas oder Schu­len tru­gen, es ging allein um den Spaß. Wer die dicht gesäum­ten Ber­ger- und Bil­ker Straße sah, konnte sich die­sem kind­li­chen Kar­ne­vals­ch­arme kaum entziehen.

Die­ser Umzug ist ein Gewinn für den Düs­sel­dor­fer Stra­ßen­kar­ne­val. Dass manch Erwach­se­ner die Kamelle lie­ber in den eige­nen Mund oder die eige­nen Taschen statt in die Tüten der Kin­der steckte, sei geschenkt. Über­le­gens­wert wäre aller­dings, an der Zug­stre­cke mehr Musik ein­zu­spie­len, da das War­ten auf den von den Kin­dern der Düs­sel­dor­fer Bür­ger­wehr ange­führ­ten jecken Bam­bi­ni­t­reck durch­aus bis zu zwei Stun­den dau­ern kann.

Wer letzt­lich den aus­ge­lob­ten Preis für das beste Kos­tüm gewann, 300 Euro ein­strei­chen durfte und am Rosen­mon­tags­zug teil­neh­men darf, ist ange­sichts der Freude und des Spa­ßes der vie­len Tau­sen­den von Kin­dern im Zug und am Weges­rand kaum von Bedeu­tung. Viel wich­ti­ger ist, dass selbst bei Grön­land-Tem­pe­ra­tu­ren so viele Kin­der gezeigt haben, wie leben­dig und trag­fä­hig der Düs­sel­dor­fer Stra­ßen­kar­ne­val ist – und dass der Umzug wich­ti­ger ist als jeder Wettbewerb.

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