
Auf dem Schulgelände der Freiherr-vom-Stein-Realschule entsteht am Mittwoch, 25. Februar 2026, ein neuer Lern- und Lebensraum. Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse pflanzen 360 junge Bäume und Stauden für einen Miniwald auf dem Schulgelände. © Landeshauptstadt Düsseldorf
Spaten statt Smartphone: Auf dem Gelände der Freiherr-vom-Stein-Realschule entsteht am Mittwoch, 25. Februar, ein Miniwald. Rund 40 Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis acht pflanzen 360 junge Bäume, Sträucher und Stauden – und schaffen damit nicht nur ein neues Stück Grün, sondern auch einen dauerhaften Lernort.
„Ich freue mich riesig darauf, meinen eigenen Baum zu pflanzen“, sagt eine Fünftklässlerin im Vorfeld des Projekts. Die Vorfreude ist greifbar. Zehn Lehrkräfte begleiten die Aktion, organisiert wird sie in Teams, Abschnitt für Abschnitt.
Klimaanpassung zum Anfassen
Was auf 100 Quadratmetern wächst, ist mehr als ein symbolisches Schulprojekt. Drei bis vier Pflanzen pro Quadratmeter kommen in die Erde, die Setzlinge sind bis zu 50 Zentimeter hoch. Unter ihnen groß wachsende Arten wie Spitzahorn, Traubeneiche und Esche, dazu Feldahorn und Hainbuche, Sträucher wie Liguster und Heckenkirsche sowie Bodendecker und Kräuter wie Waldveilchen, Waldmeister und Bärlauch.
Der dichte Bewuchs soll künftig für Kühlung sorgen, Regenwasser besser speichern und die Biodiversität erhöhen. Gleichzeitig entsteht ein „Grünes Klassenzimmer“ – ein Ort für Unterricht im Freien, Beobachtung und langfristige Dokumentation.
Umweltdezernent Jochen Kral spricht von einem „Lernprojekt mit echter Wirkung“. Schülerinnen und Schüler gestalteten aktiv mit, wie Schulgelände zur Klimaanpassung beitragen können.
Vorbereitung wie im Reallabor
Dem Pflanztag gingen Wochen intensiver Vorbereitung voraus. Die beteiligten Klassen analysierten Bodenproben und bestimmten im Grafenberger Wald heimische Pflanzenarten. Die Ergebnisse flossen direkt in das Pflanzschema ein. Der Miniwald wird damit zum Reallabor – mit der Perspektive, Wachstum, Artenvielfalt und Standortbedingungen über Jahre hinweg zu untersuchen.
Schulleiterin Sünke Rieken betont den pädagogischen Anspruch: Die Schule verstehe sich als Lernort der Zukunft. Der Miniwald verbinde Naturerfahrung und praxisnahes Lernen unmittelbar miteinander.
Auch Nadine Munkler, die den Schulacker betreut, sieht in der Aktion großes Potenzial. Gemeinsam mit ihrer Arbeitsgemeinschaft unterstützt sie die Pflanzung vor Ort. Die Begeisterung zeige, wie wirkungsvoll handlungsorientierter Unterricht sein könne.
Teil eines NetzwerksDie Realschule ist Teil des Düsseldorfer Netzwerks Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Schulen werden dort fachlich beraten und bei der dauerhaften Verankerung von Nachhaltigkeit im Schulalltag unterstützt.
Stefan Ferber, Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz, wertet das Projekt als beispielhaft: Hier werde Nachhaltigkeit nicht nur unterrichtet, sondern konkret umgesetzt – und gleichzeitig ein Beitrag zu einer der drängendsten kommunalen Aufgaben geleistet.
Für die Jugendlichen bleibt am Ende mehr als ein Schultag im Freien. Wer einen Baum pflanzt, wird sein Wachstum über Jahre verfolgen. Und sieht das eigene Schulgelände künftig mit anderen Augen.


