Streik © Lokalbüro

 

In Düs­sel­dorf müs­sen sich Fahr­gäste am 27. und 28. Februar 2026 auf mas­sive Ein­schrän­kun­gen im öffent­li­chen Nah­ver­kehr ein­stel­len. Die Gewerk­schaft ver.di hat die Beschäf­tig­ten der Rhein­bahn AG zu einem ganz­tä­gi­gen Warn­streik auf­ge­ru­fen. Von Betriebs­be­ginn am Frei­tag bis zum spä­ten Sams­tag­abend ist mit weit­rei­chen­den Aus­fäl­len bei Bus­sen, Stra­ßen- und U‑Bahnen zu rechnen.

Der Aus­stand ist Teil einer lan­des­wei­ten Tarif­aus­ein­an­der­set­zung im kom­mu­na­len Nah­ver­kehr. Neben der Rhein­bahn sind unter ande­rem die Stadt­werke in Solin­gen und Rem­scheid sowie die Bah­nen der Stadt Mon­heim betrof­fen. Für Düs­sel­dorf bedeu­tet dies fak­tisch einen Still­stand gro­ßer Teile des städ­ti­schen Verkehrsnetzes.

Kaum Busse und Bah­nen in der Landeshauptstadt
Nach Ein­schät­zung der Gewerk­schaft wer­den an bei­den Tagen von der ers­ten Früh­schicht bis zum Ende der Spät­schicht zahl­rei­che Ver­bin­dun­gen ent­fal­len. Bereits bei der letz­ten ein­tä­gi­gen Arbeits­nie­der­le­gung Anfang Februar waren viele Linien nicht unter­wegs. Auch dies­mal dürfte ein regu­lä­rer Betrieb kaum mög­lich sein. Nicht betrof­fen sind hin­ge­gen S‑Bahnen und Regio­nal­züge der Deut­schen Bahn.

Beson­ders spür­bar wird der Streik am Frei­tag­abend: Um 18.30 Uhr tref­fen in der Arena in Sto­ckum For­tuna Düs­sel­dorf und VfL Bochum in der 2. Bun­des­liga auf­ein­an­der. Fans bei­der Ver­eine müs­sen bei der An- und Abreise mit erheb­li­chen Pro­ble­men rech­nen, da die Rhein­bahn übli­cher­weise einen Groß­teil des Besu­cher­trans­ports übernimmt.

Hin­ter­grund: Tarif­runde ohne Angebot
Aus­lö­ser der Arbeits­nie­der­le­gung ist die lau­fende Tarif­runde mit dem Kom­mu­na­len Arbeit­ge­ber­ver­band Nord­rhein-West­fa­len. In der ers­ten Ver­hand­lungs­runde leg­ten die Arbeit­ge­ber kein kon­kre­tes Ange­bot vor. Vor dem nächs­ten Gesprächs­ter­min Anfang März will ver.di den Druck erhöhen.

Im Zen­trum der For­de­run­gen ste­hen bes­sere Arbeits­be­din­gun­gen. Die Gewerk­schaft ver­langt eine Redu­zie­rung der Wochen­ar­beits­zeit von 39 auf 37 Stun­den bei vol­lem Lohn­aus­gleich, ver­bind­li­chere Ruhe­zei­ten zwi­schen den Schich­ten sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit.

Ste­pha­nie Pei­fer, Bezirks­ge­schäfts­füh­re­rin von ver.di im Bezirk Düs­sel-Rhein-Wup­per, ver­weist auf die ange­spannte Per­so­nal­si­tua­tion im Nah­ver­kehr. Ein Groß­teil der Fah­re­rin­nen und Fah­rer werde in den kom­men­den Jah­ren das Ren­ten­al­ter errei­chen. Um den Betrieb lang­fris­tig zu sichern, seien attrak­ti­vere Arbeits­be­din­gun­gen uner­läss­lich. Ohne aus­rei­chend Per­so­nal könne ein ver­läss­li­cher Nah­ver­kehr nicht gewähr­leis­tet werden.

Sams­tag bewusst einbezogen
Anders als viele frü­here Warn­streiks, die meist an Werk­ta­gen statt­fan­den, umfasst der aktu­elle Auf­ruf auch einen Sams­tag. Aus Sicht der Gewerk­schaft ist dies kon­se­quent, da der Sams­tag für viele Beschäf­tigte regu­lä­rer Arbeits­tag ist. Gerade mit Blick auf die gefor­derte Ent­las­tung bei Arbeits­zei­ten sei es fol­ge­rich­tig, die­sen Tag in die Maß­nah­men einzubeziehen.

Lan­des­weite Dimension
In Nord­rhein-West­fa­len sind mehr als 30 kom­mu­nale Ver­kehrs­un­ter­neh­men mit rund 30.000 Beschäf­tig­ten in die Tarif­ver­hand­lun­gen ein­ge­bun­den. Schon beim ers­ten Warn­streik Anfang Februar betei­lig­ten sich nach Gewerk­schafts­an­ga­ben lan­des­weit rund 12.000 Beschäftigte.

Für Düs­sel­dorf steht nun ein wei­te­res Wochen­ende mit erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen bevor. Ob und wie schnell es zu einer Eini­gung kommt, dürfte sich in der nächs­ten Ver­hand­lungs­runde Anfang März ent­schei­den. Bis dahin müs­sen sich Pend­le­rin­nen, Pend­ler und Ver­an­stal­tungs­be­su­cher auf deut­li­che Beein­träch­ti­gun­gen einstellen.

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