
Das Feuerwerk bleibt © Lokalbüro
Von Manfred Fammler
Zur Großen Kirmes am Rhein wird es wieder ein Feuerwerk geben. Das teilten die Sebastianer von 1316 jetzt mit. Nach dem Unfall im Juli vergangenen Jahres, bei dem Querschläger 19 Menschen verletzten, werden die Sicherheitsvorkehrungen an der Abschussstelle in diesem Jahr jedoch erhöht.
Eine Kirmes, ein Volksfest ohne ein Höhenfeuerwerk als krönenden Abschluss? Diese Vorstellung geisterte seit dem 18. Juli 2025 in den Köpfen der Schützen, Schausteller und Besucher der Festwochen auf den Rheinwiesen. Doch mit eindeutiger Mehrheit – Schützenchef Andreas-Paul Stieber sprach von über 80 Prozent Zustimmung – verteidigten Stadtmittes Schützen die Tradition, am zweiten Kirmesfreitag sich selbst und das Volksfest mit einem Höhenfeuerwerk zu feiern.
Eine vielleicht in anderen Kreisen nicht unumstrittene Entscheidung, da sich zahlreiche Menschen aus diversen Gründen gegen das Geballer aussprechen, für die Schützen jedoch die einzige Alternative. Zumal jedes organisierte Feuerwerk kontrolliert abgebrannt wird und kein Feuerwerker eine Granate in der Hand zündet – und wenn, dann nur einmal.
Nun werden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch erhöht. Dazu gehören Europlatten, Fangschutzzäune und Mulden-Container, mit denen der Abschussbereich bis zu einer Höhe von 2,50 Metern eingerahmt werden soll. Schließlich steht fest, dass die Bombe, die zu dem Unfall führte, aus dem Rohr „hüpfte“, auf den Boden fiel und dadurch die unkontrollierte Kettenreaktion auslöste, die von keinem Antifeuerwerk-Schutzwall aufgehalten werden konnte.
Sven Gerling, Geschäftsführer des Kirmesveranstalters, erklärte: „Wenn die Wand zwei Meter neben der Abschusseinrichtung ist, dann prallt die Kugel dagegen, und ihre Geschwindigkeit ist weg.“
Zum Hintergrund: Die bei einem Feuerwerk verwendeten „Bomben“ werden wie eine Kanonenkugel von einem Pulvergemisch in einem Rohr in die Luft geschossen – anders als bei Silvesterraketen, die von einer Treibladung in die Höhe gebracht werden. Trotzdem bleibt ein Restrisiko, und deswegen heißt die zukünftige Maxime: „Im Zweifel für die Sicherheit, im Zweifel etwas kleiner“, so Gerling weiter.
Womit wieder die Firma Nico ins Zentrum rückt. Martin Schmitz, Leiter Großfeuerwerk, zeigte sich auch Monate nach dem Ereignis zurückhaltend: „Wir hatten eine Mischung aus chinesischen, italienischen und spanischen Bomben. Alle waren CE-geprüft und entsprachen den höchsten Sicherheitsvorschriften.“
Ob zudem die Sicherheitszone um die Abschussplattform erweitert wird – sprich, ob ein Teil der Rheinkniebrücke, wo der Querschläger die meisten Menschen verletzte, gesperrt wird –, soll erst unmittelbar vor der Kirmes im Juli entschieden werden.
Übrigens: Das Höhenfeuerwerk soll wieder in Kombination mit einer Drohnenschau für Begeisterung sorgen, während den kleinen Flugsauriern eine Woche vorher der Himmel über Düsseldorf allein gehören soll.
Oliver Wilmering erreichte die Nachricht in Luxemburg auf einem Kongress. Der Düsseldorfer Schaustellerpräsident freute sich über die positive Entscheidung. Schließlich ist der Kirmesplatz am Feuerwerksfreitag traditionell stark von Gästen besucht. Eine Absage hätte einen großen finanziellen Verlust für die ohnehin gebeutelte Branche bedeutet. „Wir begrüßen das. Ein Feuerwerk gehört einfach zu einer Kirmes“, sagte Wilmering.


