Wolfgang Bosbach bei den Düsseldorfer Jonges © Lokalbüro

Wolf­gang Bos­bach bei den Düs­sel­dor­fer Jon­ges © Lokalbüro

 

Mit kla­ren Wor­ten, poli­ti­scher Erfah­rung und einer Prise Humor hat der frü­here CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Wolf­gang Bos­bach bei einer Ver­an­stal­tung der Düs­sel­dor­fer Jon­ges im Hen­kel­saal gespro­chen. Der lang­jäh­rige Innen­po­li­ti­ker, der viele Jahre stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­tion war, bot den Zuhö­rern eine Mischung aus Ana­lyse, per­sön­li­chen Ein­schät­zun­gen und unter­halt­sa­men Anekdoten.

Ein­ge­la­den hatte die Tisch­ge­mein­schaft „De Hechte“, die mit rund 110 Mit­glie­dern zu den grö­ße­ren Grup­pen inner­halb der Jon­ges zählt. Anlass war ihr 50-jäh­ri­ges Bestehen. Tisch­baas Johan­nes Kli­schan hatte sich Bos­bach bereits im Jubi­lä­ums­jahr als Red­ner gewünscht – nun konnte der Wunsch ein­ge­löst werden.

In sei­nem Vor­trag ver­zich­tete Bos­bach weit­ge­hend auf par­tei­po­li­ti­sche Posi­tio­nen. Statt­des­sen rich­tete er den Blick auf grund­le­gende Her­aus­for­de­run­gen für Deutsch­land und Europa. „Egal, wer gerade regiert – die Auf­ga­ben blei­ben die­sel­ben“, betonte er mehr­fach. Mit einem Augen­zwin­kern ließ sich der CDU-Poli­ti­ker jedoch eine kurze Spitze nicht neh­men: „Sie wis­sen doch, ich bin einer von den Guten.“

Ein zen­tra­les Thema des Abends war die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung. Rezes­sio­nen habe es in Deutsch­land seit 1945 immer wie­der gege­ben, erklärte Bos­bach. Besorg­nis­er­re­gend sei jedoch, dass die Wirt­schaft inzwi­schen seit meh­re­ren Jah­ren kaum Wachs­tum ver­zeichne. Diese Ent­wick­lung müsse drin­gend über­wun­den werden.

Auch die Zukunft der sozia­len Siche­rungs­sys­teme sprach Bos­bach an. Die Finan­zie­rung von Ren­ten, Pflege und Gesund­heits­we­sen werde die Poli­tik wei­ter­hin vor schwie­rige Ent­schei­dun­gen stel­len. Klar sei dabei: „Wel­che Lösung man auch wählt – sie wird unpo­pu­lär sein.“

Mit Blick auf die inter­na­tio­nale Poli­tik rief Bos­bach zu mehr euro­päi­scher Geschlos­sen­heit auf. Statt sich dau­er­haft über poli­ti­sche Ent­wick­lun­gen in den USA auf­zu­re­gen, müsse Europa seine eigene Stärke aus­bauen und geschlos­sen auftreten.

Nach­denk­lich äußerte sich der frü­here Innen­po­li­ti­ker zudem zur Lage im Nahen Osten und zum Kon­flikt mit dem Iran. Einer­seits sei das Regime der Mul­lahs pro­ble­ma­tisch, ande­rer­seits bleibe unklar, wel­che poli­ti­schen Fol­gen ein mög­li­cher Macht­wech­sel hätte.

Zum Abschluss rich­tete Bos­bach einen Appell an die Zuhö­rer: Deutsch­land biete sei­nen Bür­gern wei­ter­hin außer­ge­wöhn­lich gute Lebens­be­din­gun­gen. „Es ist ein gro­ßes Glück, in die­sem Land gebo­ren zu sein und hier zu leben“, sagte er. Gleich­zei­tig müsse alles dafür getan wer­den, dass dies auch künf­tig so bleibe.

Die Zuhö­rer im gut gefüll­ten Hen­kel­saal dank­ten dem Gast aus Ber­gisch Glad­bach mit lang anhal­ten­dem Applaus.

Gruppenbild der TG "Die Hechte" mit Wolfgang Bosbach © Lokalbüro

Grup­pen­bild der TG “Die Hechte” mit Wolf­gang Bos­bach © Lokalbüro