Rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof sind seit Mittwoch neue gemeinsame Streifen im Einsatz. Mit den sogenannten „SiBu-Streifen“ wollen Stadt, Polizei, Bundespolizei und Deutsche Bahn ihre Zusammenarbeit stärken und schneller auf Probleme im Bahnhofsumfeld reagieren.
Auslöser für die verstärkten Maßnahmen ist unter anderem die weiterhin angespannte Sicherheitslage rund um den Bahnhof. Erst am Dienstagabend war dort ein Mann bei einer Messerattacke schwer verletzt worden. Über den Vorfall berichtete unsere Redaktion bereits ausführlich.
Vier Behörden in einem Team
Die neuen Streifen bestehen aus Kräften der Landespolizei, der Bundespolizei, dem städtischen Ordnungs- und Servicedienst sowie der DB Sicherheit. Die Einsatzkräfte sind gemeinsam als Viererteams unterwegs und patrouillieren nicht nur im Bahnhofsgebäude, sondern auch im direkten Umfeld.
Oberbürgermeister Stephan Keller betonte bei der Vorstellung des Projekts, dass durch das neue Konzept die wichtigsten Sicherheitspartner enger zusammenrücken. Das gemeinsame Auftreten solle helfen, schneller und abgestimmt auf Problemlagen reagieren zu können.
Auch Polizeipräsidentin Miriam Brauns sieht darin eine Weiterentwicklung bestehender Kooperationen. „Was wir im Projekt SIDI erfolgreich begonnen haben, entwickeln wir nun im Bahnhofsumfeld mit der gemeinsamen Streife weiter“, sagte sie.
Vor ihrem Einsatz wurden die beteiligten Kräfte gemeinsam von der Bundespolizei geschult, um Abläufe, Kommunikation und Zuständigkeiten zu trainieren.
Einsatz auch im Umfeld des Bahnhofs
Das Einsatzgebiet beschränkt sich nicht auf den Hauptbahnhof selbst. Auch angrenzende Bereiche wie der Worringer Platz oder die Eisenstraße gehören dazu. Gerade dort kommt es wegen der hohen Besucherzahlen und verschiedener Nutzergruppen immer wieder zu Konflikten.
Ein Vorteil der gemeinsamen Streifen liegt darin, dass bei Einsätzen sofort Vertreter aller beteiligten Behörden vor Ort sind. Dadurch können Maßnahmen unmittelbar abgestimmt werden, ohne dass Zuständigkeiten erst geklärt werden müssen.
Drei Monate Testphase
Das Projekt „SiBu – Sicherheit im Bahnhofsumfeld“ läuft zunächst als Pilotphase über drei Monate. In dieser Zeit sollen die Einsätze regelmäßig ausgewertet werden. Perspektivisch ist geplant, die Zusammenarbeit dauerhaft zu verstetigen.
Hintergrund sind auch die weiterhin hohen Kriminalitätszahlen im Bereich des Hauptbahnhofs. Allein im vergangenen Jahr wurden dort mehrere tausend Straftaten registriert, darunter auch zahlreiche Gewaltdelikte. Stadt und Sicherheitsbehörden hoffen, dass die gemeinsamen Streifen künftig dazu beitragen, die Lage rund um den Bahnhof spürbar zu verbessern.