
(v. l.) Umweltdezernent Jochen Kral und Marius Erley, Abteilungsleiter Forst, beim Abschluss der Baum-Pflanzsaison 2026 im Düsseldorfer Stadtwald. © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young
Die Landeshauptstadt setzt beim Schutz ihres Stadtwaldes verstärkt auf Vielfalt und Klimaanpassung. Mit dem Ende der Pflanzsaison 2025/2026 hat die Stadt insgesamt 20.272 neue Gehölze gesetzt. Darunter sind 17.982 Bäume und 2.290 Sträucher. Ziel der Maßnahme ist es, den Düsseldorfer Stadtwald langfristig widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen und zugleich die biologische Vielfalt zu stärken.
„Dass wir in dieser Pflanzsaison mehr als 20.000 junge Bäume und Sträucher in die Erde bringen konnten, ist ein großartiges Signal für die kommenden Generationen“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral. Die Stadt investiere bewusst in einen stabilen und artenreichen Mischwald, der künftig auch eine wichtige Rolle als CO₂-Speicher spielen solle.
Bei den Pflanzungen setzt die Forstverwaltung gezielt auf eine Mischung aus standortgerechten und klimatoleranten Baumarten. Besonders häufig vertreten sind Stiel- und Traubeneichen, die mit zusammen fast 9.400 Exemplaren das Grundgerüst vieler neuer Waldflächen bilden sollen. Hinzu kommen unter anderem Hainbuchen, Vogelkirschen und Schwarzerlen. Auch weitere heimische Laubbaumarten wie Winterlinden, Elsbeeren, Esskastanien, Rotbuchen, Feldahorne und Sandbirken wurden gepflanzt.
Darüber hinaus fanden seltenere und ökologisch wertvolle Arten ihren Platz im Stadtwald. Dazu gehören Speierlinge, Wildbirnen, Holzäpfel sowie Flatter- und Feldulmen. Feuchtere Standorte wurden gezielt mit Silber- und Bruchweiden sowie Erlen bepflanzt.
„Die Forstverwaltung ergänzt den Stadtwald kontinuierlich mit standortgerechten und klimaresistenten Baum- und Straucharten“, erklärt Marius Erley, Abteilungsleiter Forst. Die klimatoleranteren Eichen bildeten künftig in geeigneten Bereichen ein stabiles Grundgerüst. Gleichzeitig entstehe durch zahlreiche Mischbaumarten ein widerstandsfähiger Wald.
Ein besonderes Augenmerk lag in dieser Pflanzsaison auf der Wiederbewaldung einer Windwurffläche. Dort war im Juli vergangenen Jahres ein rund 80 Jahre alter Roteichenbestand durch einen Sturm stark beschädigt worden. Auf der Fläche wurden nun 500 Traubeneichen, 100 Hainbuchen sowie kleinere Gruppen von Eschen, Vogelkirschen und Ulmen gepflanzt.
Ergänzt wird die Fläche durch verschiedene Straucharten wie Hartriegel, Hundsrose, Weißdorn, Hasel, Schneeball und Pfaffenhütchen. Sie sollen die Artenvielfalt fördern und Lebensraum für zahlreiche Tiere bieten.
Für Doris Törkel, Leiterin des Garten‑, Friedhofs- und Forstamtes, sind solche Flächen auch eine Chance. „Wir können hier gezielt artenreiche und klimastabile Mischbestände entwickeln“, sagt sie. Die Investitionen seien ein klares Bekenntnis zu einem nachhaltigen und lebenswerten Stadtwald.
Die Maßnahmen knüpfen an den „Klimawandelcheck für den Düsseldorfer Stadtwald“ aus dem Jahr 2022 an. Darin wird empfohlen, geschädigte Waldflächen gezielt zu erneuern und stärker auf eine breite Mischung verschiedener Baumarten zu setzen. Hintergrund sind steigende Temperaturen, längere Trockenphasen und veränderte Standortbedingungen.
Trotz dieser Herausforderungen gilt der Düsseldorfer Stadtwald aufgrund seiner tiefgründigen Böden und seiner großen Baumartenvielfalt bereits heute als vergleichsweise robust. Dennoch zeigen sich insbesondere in älteren Beständen deutliche Veränderungen, da alte Bäume sich nur begrenzt an neue klimatische Bedingungen anpassen können.
Der Stadtwald wird seit mehr als 60 Jahren naturnah und nachhaltig bewirtschaftet. Bereits im Jahr 2000 wurde er als einer der ersten Kommunalwälder bundesweit nach den Kriterien von Naturland und des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. Das international anerkannte FSC-Siegel steht für eine Waldbewirtschaftung nach hohen ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards. Im vergangenen Jahr feierte die Stadt das 25-jährige Jubiläum dieser Auszeichnung.


