Am 23. März beteiligen sich Düsseldorfer Apotheken am bundesweiten Aktionstag. Die Branche kämpft ums Überleben.
Wer an diesem Montag seinen Medikamentenbedarf decken muss, sollte sich rechtzeitig kümmern: Viele Apotheken in Düsseldorf bleiben am 23. März geschlossen. Der Grund ist ein bundesweiter Protesttag der Apothekerschaft unter dem Motto „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag umsetzen”. Die Notversorgung übernehmen die diensthabenden Notdienst-Apotheken. Rezepte sollten möglichst vorher eingelöst werden.
Der Aktionstag ist Ausdruck einer tiefen Krise. Seit 2013 hat bundesweit rund jede fünfte Apotheke dauerhaft geschlossen. Derzeit schließt in Deutschland etwa alle 20 Stunden eine Apotheke – und ein Ende ist nicht in Sicht. Was lange als Problem des ländlichen Raums galt, trifft inzwischen auch Städte und Ballungsräume.
Honorare eingefroren, Kosten explodiert
Der wirtschaftliche Druck ist enorm. Das gesetzlich festgelegte Honorar für verschreibungspflichtige Medikamente – sie machen rund 85 Prozent des Apothekenumsatzes aus – wurde seit 2004 nur ein einziges Mal angepasst, und das vor 13 Jahren um magere drei Prozent. Im gleichen Zeitraum sind die Betriebskosten um rund 65 Prozent gestiegen. Personal, Energie, Miete, Digitalisierung und wachsende regulatorische Anforderungen fressen die Margen auf. Immer mehr Inhaber rechnen nach und kommen zu demselben Ergebnis: Es lohnt sich nicht mehr.
Düsseldorf als Ort der zentralen Kundgebung
Bundesweit begleiten zentrale Kundgebungen den Protesttag – neben Berlin, Hannover und München ist auch Düsseldorf einer der Schauplätze. Apotheker und ihre Teams aus der Region werden dort gemeinsam auf die Straße gehen, um den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen.
Anlass des Protests ist die laufende Beratung des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes im Deutschen Bundestag. Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, und Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer, begrüßen zwar die parlamentarische Befassung – mahnen aber zugleich zur Eile: Die Regierungskoalition habe eine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Nun müsse die Umsetzung „schnell, ohne jede Verzögerung und ohne Wenn und Aber” erfolgen. Sonst, so die Warnung, drohe der Versorgung der Bevölkerung ernsthafter Schaden.
Appell an die Ministerin
Der Protest richtet sich ausdrücklich auch an Bundesgesundheitsministerin Warken. Andrea Malcher, Pressesprecherin der Düsseldorfer Apothekerschaft, betont: „Es geht nicht um die Interessen einzelner Betriebe, sondern um die Zukunft einer sicheren, persönlichen und flächendeckenden Arzneimittelversorgung für alle Bürger in unserer Region.” Die Botschaft des Aktionstags ist damit klar: Wer die Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt, gefährdet am Ende die Versorgung der Patienten – überall im Land.



