
Ersthelfer App
Die App „Region der Lebensretter” hat in der Landeshauptstadt die erste große Marke erreicht. Bei jedem zweiten Alarmierungsfall trafen Freiwillige noch vor dem Rettungsdienst ein.
Düsseldorf – Wenn das Herz aufhört zu schlagen, zählt jede Sekunde. Genau hier setzt die App „Region der Lebensretter 3.0″ an: Sie alarmiert automatisch medizinisch qualifizierte Freiwillige in der Nähe eines gemeldeten Herzkreislaufstillstands. Seit September 2025 ist die Landeshauptstadt Teil der gleichnamigen Initiative – und die Resonanz übertrifft alle Erwartungen.
Genau 1000 Düsseldorfer haben sich inzwischen in der Anwendung registriert. Bei rund 180 Alarmierungen konnten Ersthelfende noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes lebenserhaltende Maßnahmen einleiten – das entspricht etwa der Hälfte aller Fälle, in denen ein Alarm ausgelöst wurde.
„Diese Menschen übernehmen Verantwortung – ehrenamtlich in ihrer Freizeit und oft unter großem persönlichen Einsatz. Sie sind bereit, im Ernstfall alles stehen und liegen zu lassen, um einem Mitmenschen zu helfen.” Kalle Heitkötter, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Düsseldorf
Dass die App tatsächlich Leben rettet, belegt ein Beispiel aus dem vergangenen Herbst. Ein Mann Mitte 60 erlitt in seiner Wohnung in Gerresheim einen Herzstillstand. Der Alarm der App erreichte einen in der Nachbarschaft lebenden Kindernotarzt und Intensivmediziner sowie dessen 18-jährigen Sohn, der als Sanitäter bei der DLRG aktiv ist. Gemeinsam reanimierten die beiden den Patienten erfolgreich und übergaben ihn an den Rettungsdienst.
So funktioniert die App. Sobald in der Leitstelle ein Notruf wegen Herzkreislaufstillstand eingeht, werden alle registrierten Nutzer im Umkreis automatisch benachrichtigt. Wer die Benachrichtigung annimmt, macht sich sofort auf den Weg zum Einsatzort und beginnt mit der Reanimation, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die App ist für iOS und Android verfügbar.
Wer kann mitmachen? Voraussetzung für die Registrierung ist die Volljährigkeit sowie eine anerkannte medizinische Qualifikation mit laufender Rezertifizierung in der Basisreanimation (BLS) oder der erweiterten Reanimation (ALS). Infrage kommen etwa Sanitätshelfer, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Mitarbeitende aus Kliniken. Nach dem Hochladen eines Qualifikationsnachweises und dem Absolvieren eines Online-Tutorials erfolgt die Freischaltung durch Administratoren.


