Symbolbild Polizei © Lokalbüro

Sym­bol­bild Poli­zei © Lokalbüro

 

Ein auf­merk­sa­mer Kauf­in­ter­es­sent brachte mit einem ein­zi­gen Anruf bei der Poli­zei eine mut­maß­li­che Ban­den­ope­ra­tion ins Rol­len. Zwei Ser­ben wur­den in der Lan­des­haupt­stadt gefasst – mit gefälsch­ten Papie­ren, gestoh­le­nen Autos und pro­fes­sio­nel­len Kennzeichen.

Es war ein Ange­bot, das zu ver­lo­ckend war, um seriös zu sein: Ein gebrauch­ter Hyun­dai, inse­riert auf einer Online-Platt­form mit angeb­li­chem Stand­ort Sie­gen – zu einem Preis, der jeden erfah­re­nen Gebraucht­wa­gen­käu­fer stut­zig machen musste. Als der Inter­es­sent zum ver­ein­bar­ten Ver­kaufs­ge­spräch in die Düs­sel­dor­fer Brie­de­straße kam, ver­ließ ihn das Ver­trauen voll­ends. Statt zu zah­len, rief er die Poli­zei an. Eine Ent­schei­dung, die sich als gold­rich­tig erwei­sen sollte.

Die Beam­ten stell­ten bei der Über­prü­fung des Fahr­zeugs schnell fest: Das Sie­ge­ner Kenn­zei­chen war nie aus­ge­ge­ben wor­den – eine Fäl­schung. Und die Fahr­zeug­iden­ti­täts­num­mer führte zu einem in Frank­reich zuge­las­se­nen Wagen, der dort seit dem 27. Februar 2026 als gestoh­len gemel­det war. Der Ver­dacht erhär­tete sich rasch.

In enger Zusam­men­ar­beit mit dem Lan­des­kri­mi­nal­amt NRW spiel­ten die Ermitt­ler dar­auf­hin das Spiel der mut­maß­li­chen Täter mit. Sie gin­gen zum Schein auf ein wei­te­res Inse­rat des­sel­ben Ver­käu­fers ein – wie­der war ein Treff­punkt in der Brie­de­straße ver­ein­bart. Zivil­fahn­der obser­vier­ten den in der Eichel­straße abge­stell­ten Hyun­dai. Nur wenige Meter ent­fernt, in der Steu­ben­straße, ent­deck­ten sie einen zwei­ten gestoh­le­nen Wagen: einen Toyota, eben­falls aus Frank­reich, eben­falls mit pro­fes­sio­nell gefälsch­tem Kennzeichen.

„Für einen Laien wären die gefälsch­ten Papiere nicht als sol­che zu erken­nen gewesen.”

Kurz vor dem fin­gier­ten Ver­kauf beob­ach­te­ten die Zivil­fahn­der, wie ein Mann und eine Frau offen­kun­dig über Schlüs­sel zu bei­den Fahr­zeu­gen ver­füg­ten. Als die Beam­ten zugrif­fen und die Frau fest­nah­men, ver­suchte der Mann zu flüch­ten – ver­geb­lich. Bei dem Duo han­delt es sich um eine 25-jäh­rige Ser­bin mit Wohn­sitz in Stutt­gart und einen 24-jäh­ri­gen Ser­ben ohne fes­ten Wohnsitz.

Die bei den Tat­ver­däch­ti­gen sicher­ge­stell­ten Fahr­zeug­pa­piere ent­pupp­ten sich als kom­plette Fäl­schun­gen. Beson­ders alar­mie­rend: Bei den Zulas­sungs­be­schei­ni­gun­gen han­delt es sich offen­bar um Ori­gi­nal­blan­ko­do­ku­mente, die zuvor aus deut­schen Stra­ßen­ver­kehrs­äm­tern ent­wen­det wor­den waren. Die Doku­mente wären für einen Laien nicht als gefälscht zu erken­nen gewesen.

Hätte sich der Kauf­in­ter­es­sent auf das Geschäft ein­ge­las­sen und bar bezahlt, wäre er um sein Geld betro­gen wor­den – Eigen­tum an einem gestoh­le­nen Fahr­zeug kann recht­lich nicht erwor­ben wer­den. Nach Abschluss der poli­zei­li­chen Maß­nah­men muss­ten beide Tat­ver­däch­tige wie­der ent­las­sen wer­den. Die Ermitt­lun­gen wegen des Ver­dachts der gewerbs­mä­ßi­gen Ban­den­heh­le­rei durch das Kri­mi­nal­kom­mis­sa­riat 15 dau­ern an.

Tipps der Poli­zei Düs­sel­dorf beim Gebrauchtwagenkauf
  • Miss­trauen Sie Ange­bo­ten, die zu gut klin­gen, um wahr zu sein.
  • Vor­sicht, wenn aus­schließ­lich Bar­zah­lung akzep­tiert wird.
  • Mei­den Sie soge­nannte Stra­ßen­ge­schäfte – Treff­punkte außer­halb der Wohn­an­schrift des Ver­käu­fers sind ein Warnsignal.
  • Bestehen Sie auf einem Licht­bild­aus­weis des Ver­käu­fers und doku­men­tie­ren Sie ihn.
  • Infor­mie­ren Sie beim gerings­ten Ver­dacht sofort die Polizei.
  • Über­neh­men Sie das Fahr­zeug nur mit bei­den Schlüs­seln und voll­stän­di­gen Dokumenten.
  • Prü­fen Sie, seit wann der Ver­käu­fer-Account auf der Platt­form exis­tiert – feh­lende Bewer­tun­gen sind verdächtig.
  • Auf­fäl­lig neue Doku­mente bei älte­ren Fahr­zeu­gen oder Schreib­feh­ler in Papie­ren kön­nen auf Fäl­schun­gen hindeuten.