Ein Bauwagen, der zum Treffpunkt für Familien wird. Ein Rundflug, der einem Kind mit Behinderung zeigt, dass die Welt größer ist als sein Alltag. Ein Café, das Mädchen von der Straße holt. Wer wissen will, was soziales Leben in einer Großstadt zusammenhält, findet die Antwort nicht im Rathaus – sondern in Vereinen wie diesen.
Am Dienstagabend haben die Düsseldorfer Jonges zehn solcher Initiativen mit jeweils 2.500 Euro unterstützt, insgesamt 25.000 Euro. David Mondt, Vize-Baas der Jonges und Gastgeber des Abends, brachte den Gedanken dahinter auf den Punkt: „Heimat bedeutet für uns nicht nur schöne Gebäude oder Tradition, sondern vor allem, aufeinander aufzupassen und füreinander da zu sein.” Dahinter steckt mehr als ein großzügiger Heimatabend des größten Heimatvereins Europas. Es steckt dahinter eine stille Wahrheit, die für Hunderttausende gemeinnützige Vereine in Deutschland gilt: Ohne Spenden geht es schlicht nicht.
Gutes tun, und trotzdem um Geld kämpfen
Wohltätigkeitsorganisationen sind neben staatlichen Leistungen wichtige Säulen des Sozialsystems – zur Finanzierung ihrer Arbeit aber auf privates Engagement angewiesen. Das klingt nüchtern, ist in der Praxis aber oft existenziell. Wer das TrebeCafé der Diakonie kennt – eine der zehn geförderten Einrichtungen, die Mädchen und jungen Frauen von der Straße eine Anlaufstelle bietet – weiß, dass dort keine üppigen Fördertöpfe warten. Die Arbeit wird getragen von Menschen, die anpacken, und von Spenden, die ankommen. Umso wertvoller sind direkte, unkomplizierte Zuwendungen wie die der Jonges – ohne Antragsmarathon, ohne Zweckbindungsauflagen, ohne Bürokratie.
Zehn Vereine, eine Stadt
Die Auswahl der Empfänger zeigt, wie breit das Netz sozialer Arbeit in Düsseldorf gespannt ist.
Die Arche in Wersten versorgt seit 2012 täglich bis zu 50 Kinder mit Mittagessen und Lernhilfe – kostenlos und verlässlich. KRASS e.V. fährt mit Kulturmobilen in die Stadtteile und bringt Kunstunterricht dorthin, wo er sich sonst niemand leisten könnte. Die querkopf-akademie zeigt Jugendlichen, dass Demokratie kein Zuschauersport ist – durch Projekte an Schulen und in der Stadt, die junge Menschen in gesellschaftliche Prozesse einbinden.
mitdabei e.V. ergänzt bestehende Jugendhilfeangebote und fördert Bildungs- und Integrationsprojekte für Kinder in schwierigen Lebenslagen. Der Freundeskreis des Kinderhilfezentrums Eulerstraße nutzt die Spende für etwas Handfestes: die Renovierung eines Bauwagens auf dem Annaspielplatz, der künftig Familien als Begegnungsort dienen soll. Die Düsseldorfer Kinderträume Stiftung ermöglicht Kindern mit Behinderung oder aus sozial schwachen Verhältnissen Rundflüge – Momente, die Mut machen und Selbstvertrauen stärken.
Der Verein der Freunde der Schule für Körperbehinderte Düsseldorf unterstützt rund 220 Schüler der LVR-Schule am Volksgarten mit individuell zusammengestellten Lernmaterialien, den sogenannten Förderkisten, die den Unterricht gezielt an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. Die Kaiserswerther Diakonie, seit 1836 in Düsseldorf verwurzelt, gibt jungen Müttern und ihren Kindern im Simonette-Fliedner-Haus ein vorübergehendes Zuhause.
Und da ist die Frauenberatungsstelle, die Frauen in Gewaltsituationen hilft und von den Jonges mittlerweile im fünften Jahr in Folge unterstützt wird. Mit Projekten wie „Luisa ist hier!” schafft sie Schutzräume mitten im öffentlichen Leben. Man muss das nicht kommentieren. Es spricht für sich.
Bürgerschaft als Fundament
„Düsseldorf ist eine starke Stadt – aber sie ist nur so stark wie die Menschen, die sich füreinander einsetzen”, sagte Mondt zum Abschluss des Abends. Das ist kein Motto für eine Vereinsbroschüre. Das ist eine Haltung – und in Düsseldorf eine gelebte.
Alle zehn Vereine sind nun enthalten, David Mondt wird zu Beginn mit seiner Rolle eingeführt und am Ende nochmals zitiert. Soll ich noch etwas anpassen?

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