
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (r.) hat die Eheleute Ruth und Herbert Rubinstein am Freitag, 20. März 2026, mit der Verdienstplakette der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. © Lokalbüro
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat Ruth und Herbert Rubinstein am Freitag mit der Verdienstplakette der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Der Stadtrat hatte die Verleihung beschlossen, um das außergewöhnliche Engagement des Ehepaars für das jüdische Leben in Nordrhein-Westfalen, den christlich-jüdischen Dialog und die Städtepartnerschaft mit Czernowitz zu würdigen.
„Mit großer Ausdauer und persönlicher Hingabe engagieren sich Ruth und Herbert Rubinstein seit vielen Jahren für Aufklärung, Dialog und Erinnerung“, sagte Keller bei der Übergabe. Ihr Wirken stärke die demokratische Gesellschaft weit über Düsseldorf hinaus.
Ruth Rubinstein gehörte von 1998 bis 2020 dem Gemeinderat und dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf an und ist seit 2020 deren Ehrenvorsitzende auf Lebenszeit. Als Schuldezernentin trieb sie die Gründung der Yitzhak-Rabin-Grundschule maßgeblich voran. Zudem war sie Vorstandsvorsitzende der WIZO-AVIV-Gruppe Düsseldorf, einer internationalen Frauenorganisation zur Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen in Israel, sowie Delegierte der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Ihr Mann Herbert Rubinstein war von 1984 bis 1998 Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde und von 1996 bis 2008 hauptamtlicher Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Er gilt als einer der geistigen Väter der Yitzhak-Rabin-Schule und setzte sich über viele Jahre für ein jüdisches Gymnasium ein – 2016 öffnete das Albert-Einstein-Gymnasium als erstes seiner Art in Nordrhein-Westfalen seine Türen.
Herbert Rubinstein wurde in Czernowitz geboren, dem einstigen kulturellen Zentrum jüdischen Lebens in der Bukowina, das Anfang des 20. Jahrhunderts als „Klein-Wien an der Grenze“ galt und Persönlichkeiten wie Paul Celan und Rose Ausländer hervorbrachte. Die Städtepartnerschaft Düsseldorfs mit Czernowitz geht maßgeblich auf seine Initiative zurück. Er setzte sich dafür ein, dass historische Verbindungen zwischen beiden Städten sichtbar werden und Austauschprogramme für Jugendliche sowie zivilgesellschaftliche Akteure entstehen.
Als Mitinitiator des Projekts „Erinnerung lernen“ entwickelt Herbert Rubinstein Unterrichtsmaterial über jüdisches Leben, Antisemitismus und die Shoa – für Kinder und Jugendliche in Deutschland, der Ukraine und besonders in seiner Geburtsstadt. Die Graphic Novel und das Theaterstück „Blindekuh mit dem Tod“ erzählen von seiner eigenen Kindheit im Holocaust. Regelmäßig tritt er vor jungen Menschen auf und schildert seine Erfahrungen in einer Weise, die Zeitzeugen als nachhaltig berührend beschreiben. Mit zahlreichen Synagogenführungen eröffnet er Menschen aller Konfessionen einen Zugang zur jüdischen Kultur und Religion.
Seit über 30 Jahren sind beide Mitglieder der Düsseldorfer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Herbert Rubinstein davon mehr als 15 Jahre als jüdischer Vorsitzender. Seit 1987 verbindet das Ehepaar zudem eine enge Beziehung zur Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
Die Verdienstplakette wird nach der städtischen Ehrungssatzung an Personen verliehen, die sich langjährig besonders um Düsseldorf verdient gemacht haben. Sie zeigt auf der Vorderseite den Bergischen Löwen, umgeben von zwölf Feldern mit stilisierten Motiven aus der Stadtgeschichte.

