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Der Onlinehandel boomt – und mit ihm die Zahl betrügerischer Internetseiten. Ein zentrales Instrument im Kampf gegen diese Entwicklung kommt aus Nordrhein-Westfalen: Der sogenannte Fakeshop-Finder hat nun einen Meilenstein erreicht. Mehr als 100.000 gefälschte Online-Shops wurden mit Hilfe des Tools bereits identifiziert.
Seit seinem Start im August 2022 hat sich das Angebot der Verbraucherzentrale NRW zu einem der meistgenutzten digitalen Werkzeuge für sicheres Einkaufen im Internet entwickelt. Rund 10,75 Millionen Mal griffen Nutzer bislang auf den Dienst zurück. Finanziert wird das Projekt vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit weiteren Landesministerien.
Verbraucherschutzministerin Silke Gorißen spricht von einer Erfolgsgeschichte „made in NRW“. Der Fakeshop-Finder sei für Millionen Menschen ein verlässlicher Begleiter beim Online-Shopping geworden. Zugleich macht die hohe Zahl entdeckter Betrugsseiten deutlich, dass es sich längst nicht mehr um ein Randproblem handelt. Vielmehr agieren die Betreiber immer professioneller und nutzen gezielt neue Kanäle.
Besonders im Fokus stehen dabei soziale Medien. Nach Beobachtungen des Ministeriums werben Fakeshop-Betreiber verstärkt über Plattformen wie Facebook oder Instagram, um Nutzer auf ihre Seiten zu locken. Der Fakeshop-Finder wurde deshalb gemeinsam mit mehreren Bundesländern weiterentwickelt. Neue Funktionen sollen helfen, Betrugsmaschen über soziale Netzwerke schneller zu erkennen und Verbraucher besser zu schützen.
Auch auf europäischer Ebene findet das Projekt Anerkennung. Ende November 2025 wurde der Fakeshop-Finder beim European Crime Prevention Award in Kopenhagen ausgezeichnet. Im Wettbewerb mit zahlreichen Beiträgen aus EU-Mitgliedsstaaten erreichte das nordrhein-westfälische Projekt den dritten Platz. Gewürdigt wurden insbesondere die präventiven Ansätze im Kampf gegen Online-Betrug.
Technisch basiert das System auf einer automatisierten Analyse von Internetseiten. Nutzer können die Adresse eines Online-Shops eingeben und erhalten innerhalb weniger Sekunden eine Einschätzung. Eine künstliche Intelligenz überprüft dabei fortlaufend Webseiten auf typische Merkmale unseriöser Anbieter. Dazu zählen etwa fehlende Impressen, auffällige Zahlungsbedingungen oder gefälschte Steuerangaben. Ergänzt wird die Analyse durch bekannte Listen betrügerischer Shops.
Das Ergebnis wird in einer leicht verständlichen Ampel dargestellt: Rot warnt eindeutig vor einem Kauf, Gelb mahnt zur Vorsicht, Grün signalisiert keine Auffälligkeiten.
Mittlerweile beteiligen sich neben Nordrhein-Westfalen zahlreiche weitere Bundesländer an dem Projekt. Die Verbraucherzentralen aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung des Tools.
Angesichts der dynamischen Entwicklung im Onlinehandel dürfte der Bedarf weiter steigen. Für Verbraucher bleibt der Fakeshop-Finder damit ein wichtiges Instrument – und für Betrüger ein zunehmend größeres Hindernis.


