Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder -Schirmherr der Veranstaltung -, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und  Messechef Wolfram N. Diener beim Messerundgang

Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Patrick Schnie­der ‑Schirm­herr der Ver­an­stal­tung -,Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler und Mes­se­chef Wolf­ram N. Die­ner beim Messerundgang

 

Von Man­fred Fammler

Die auto­nome Zukunft hat begon­nen – und sie star­tet auf der Xpo­nen­tial Europe in Düs­sel­dorf. Vor einem Jahr bei ihrer Pre­miere als „Droh­nen­messe“ belä­chelt, hat sie inner­halb der letz­ten zwölf Monate – auch auf­grund der ver­än­der­ten geo­po­li­ti­schen Welt­lage – deut­lich an Bedeu­tung und Zuspruch gewon­nen. Das ver­deut­licht allein der Besuch von Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Patrick Schnie­der zum Auf­takt der drei­tä­gi­gen Messe mit zahl­rei­chen Symposien.

Mit dem Düs­sel­dor­fer Dich­ter Hein­rich Heine als Impuls­ge­ber lei­tete Schirm­herr und Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Patrick Schnie­der sei­nen Auf­tritt auf der Xpo­nen­tial Europe ein. „Von ihm stammt ein Gedanke, der zu die­ser Xpo­nen­tial Europe sehr gut passt. Ich zitiere: Jede Zeit hat ihre Auf­gabe, und durch die Lösung der­sel­ben rückt die Mensch­heit wei­ter.“ Der Mensch sei somit die trei­bende Kraft tech­no­lo­gi­scher Inno­va­tion. Ent­wick­ler, Unter­neh­men und For­schende gestal­ten aktiv die Zukunft auto­no­mer und unbe­mann­ter Sys­teme, die in den kom­men­den Tagen im Zen­trum eines euro­pa­weit ein­zig­ar­ti­gen Bran­chen­tref­fens stehen.

Die Ver­an­stal­tung ver­stehe er als zen­tra­les Forum für Inno­va­tion und Aus­tausch: „Wir machen das Mes­se­ge­lände zu einem Hot­spot für Tech­no­lo­gien und Inno­va­tio­nen.“ Dabei sei die Messe euro­pa­weit ein­zig­ar­tig, da „alle rele­van­ten Stake­hol­der ent­lang der gesam­ten Wert­schöp­fungs­kette zusam­men­kom­men“ – von Luft- über Land- bis hin zu Was­ser- und Raumfahrtsystemen.

Als Mit­glied der Bun­des­re­gie­rung ver­wies Schnie­der auf kon­krete Fort­schritte in Deutsch­land, etwa bei fern­ge­steu­er­ten Bin­nen­schif­fen oder auto­no­men Zügen. Ziel sei es, diese Tech­no­lo­gien schnel­ler in die Pra­xis zu brin­gen. Sein poli­ti­sches Ziel: „Wir wol­len Deutsch­land zum Leit­markt für auto­no­mes Fah­ren machen.“

Auch im Luft­ver­kehr sieht er gro­ßes Poten­zial – von Droh­nen bis zu VTOL-Flug­ge­rä­ten („Ver­ti­cal Take-Off and Landing“, über­setzt: Senk­recht­start und ‑lan­dung, Anm. d. Red.), die bereits heute viel­fäl­tig ein­ge­setzt wer­den, etwa bei Ret­tungs­ein­sät­zen oder in der Logistik.

Mit neuen Kon­zep­ten wie soge­nann­ten „New Spaces“ sol­len unbe­mannte und bemannte Luft­fahrt gemein­sam orga­ni­siert wer­den. Dafür werde ein Gesetz vor­be­rei­tet, das Deutsch­land zum Vor­rei­ter in Europa machen könnte. Sicher­heit bleibt dabei ent­schei­dend: „Bei allem ist eines beson­ders wich­tig: die Sicherheit.“

Lang­fris­tig ver­folgt die Bun­des­re­gie­rung eine klare Vision: auto­nome Mobi­li­tät als Teil des All­tags – „in der Luft, auf dem Was­ser, auf Straße und Schie­nen“. Um das zu errei­chen, setzt die Poli­tik auf Ent­las­tung und För­de­rung der Bran­che: „Unter­stüt­zen, ermög­li­chen und ent­las­ten“ – die­ser Drei­klang soll den Weg in eine ver­netzte, auto­nome Zukunft ebnen.

Michael Rob­bins, Prä­si­dent der AUVSI, der welt­weit größ­ten Orga­ni­sa­tion für unbe­mannte und auto­nome Sys­teme, hob Europa als akti­ven Trei­ber der Auto­no­mie her­vor. „Europa steht bei der Auto­no­mie-Revo­lu­tion nicht am Rand. Europa gestal­tet sie“, sagte er und betonte, dass künf­tig nicht Visio­nen, son­dern Umset­zung ent­schei­dend seien: „Das nächste Kapi­tel wird von denen gewon­nen, die ska­lie­ren können.“

Gleich­zei­tig kri­ti­sierte er, dass die Regu­lie­rung oft hin­ter der tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lung zurück­bleibe. Fort­schritte etwa bei BVLOS-Regeln in den USA seien ein wich­ti­ger Schritt. Inno­va­tion und Sicher­heit sieht Rob­bins dabei nicht als Gegen­satz: „Inno­va­tion ist nicht der Feind der Sicher­heit – sie ist eine Sicher­heits­stra­te­gie.“ Abschlie­ßend plä­dierte er für engere inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit und eine risi­ko­ba­sierte Regu­lie­rung: „Wir unter­stüt­zen gezielte Maß­nah­men bei ech­ten Sicher­heits­ri­si­ken – aber keine pau­scha­len Einschränkungen.“

Gerald Wis­sel, Vor­stands­vor­sit­zen­der von UAV DACH, dem füh­ren­den Ver­band für unbe­mannte Luft­fahrt, for­mu­lierte ein ambi­tio­nier­tes Ziel: „100.000 kom­mer­zi­ell betrie­bene Droh­nen täg­lich über Europa – inner­halb von fünf Jah­ren.“ Das sei „keine Uto­pie“, son­dern not­wen­dig für Euro­pas Unab­hän­gig­keit. Den­noch bleibe Europa hin­ter sei­nen Mög­lich­kei­ten zurück: „Wir ope­rie­ren noch deut­lich unter dem, was mög­lich und not­wen­dig wäre.“

Als Haupt­pro­blem nennt Wis­sel die Umset­zung, ins­be­son­dere in der Regu­lie­rung: „Gut gemeinte Regeln wer­den in der Pra­xis zu Eng­päs­sen.“ Gefor­dert seien mehr Tempo und „regu­la­to­ri­scher Mut“, etwa um BVLOS-Flüge (Bey­ond Visual Line of Sight, über­setzt: Flüge außer­halb der Sicht­weite, Anm. d. Red.) zum Stan­dard zu machen. Auch feh­lende Akzep­tanz und man­gelnde indus­tri­elle Ska­lie­rung brem­sen die Ent­wick­lung. „Ein Markt ent­steht nicht aus Pro­to­ty­pen“, so Wissel.

Grund­le­gend sei zudem ein Per­spek­tiv­wech­sel: „Droh­nen sind Luft­fahr­zeuge“ und müss­ten ent­spre­chend regu­liert und inte­griert wer­den. Gleich­zei­tig warnt er vor Abhän­gig­kei­ten von außer­eu­ro­päi­schen Her­stel­lern: „Das ist stra­te­gisch inak­zep­ta­bel.“ Sein Fazit: Wenn Europa seine Stär­ken bün­delt, „wird es nicht nur Nut­zer die­ser Tech­no­lo­gie sein – Europa wird ihr Gestal­ter sein.“

Als gast­ge­bende Stadt begrüßte Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler die Gäste zur Xpo­nen­tial Europe 2026 in Düs­sel­dorf und betonte die große Bedeu­tung der Ver­an­stal­tung für Indus­trie, Poli­tik und inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit. Die Messe habe sich seit ihrem Debüt im letz­ten Jahr stark ent­wi­ckelt und sei nun ein zen­tra­ler euro­päi­scher Treff­punkt für auto­nome Tech­no­lo­gien und Robo­tik mit glo­ba­ler Beteiligung.

Im Fokus ste­hen Dual-Use-Tech­no­lo­gien, die sowohl zivil als auch mili­tä­risch genutzt wer­den kön­nen, etwa in Berei­chen wie Sicher­heit, Gesund­heit, Logis­tik und Mobi­li­tät. Kel­ler sagte: „Geo­po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen zei­gen auch, wie wir über Sicher­heit und tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät nach­den­ken. In die­sem Umfeld sind Ver­tei­di­gungs- und Dual-Use-Tech­no­lo­gien zu Wachs­tums­sek­to­ren geworden.“

Die Ver­an­stal­tung bringe Unter­neh­men, Start-ups und Insti­tu­tio­nen zusam­men, för­dere Inno­va­tion, Aus­tausch und Koope­ra­tion und zeige kon­krete Anwen­dun­gen – etwa Droh­nen im All­tag. Beson­ders hob Kel­ler die starke Rolle von Nord­rhein-West­fa­len als Tech­no­lo­gie- und Inno­va­ti­ons­stand­ort hervor.

Dass er dabei als Ober­bür­ger­meis­ter Düs­sel­dorfs seine Stadt beson­ders her­vor­hob, ver­steht sich von selbst: „Ich bin daher sehr froh, dass Düs­sel­dorf diese wich­tige Platt­form für Dia­log und Inno­va­tion ist. Ich bin mir sicher, dass die Part­ner­schaf­ten und Impulse, die hier ent­ste­hen, weit über diese Aus­stel­lung hinausreichen.“

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