
(von links): Malte Seifert (Messe Düsseldorf, Director XPONENTIAL Europe), Wolfram N. Diener (Messe Düsseldorf, Vorsitzender der Geschäftsführung), Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Win Neidlinger (Geschäftsführer/CEO MIRA), Annette Grabbe (Vorständin Rheinbahn), Bernd Jablonowski (Messe Düsseldorf, Executive Director Trade Fairs).
Am Flughafen Düsseldorf beginnt im Mai 2026 ein zukunftsweisender Testbetrieb für den öffentlichen Nahverkehr. Die Rheinmetall, die MIRA GmbH und die Rheinbahn AG haben im Rahmen der Fachmesse XPONENTIAL Europe ein gemeinsames Pilotprojekt angekündigt, bei dem erstmals teleoperierte Shuttlefahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt werden.
Die Strecke des Testbetriebs verbindet den Flughafen-Bahnhof sowie den EUREF-Campus mit dem Terminal. Besonderheit: Die Fahrzeuge sind nicht mit einem Fahrer besetzt, sondern werden aus der Ferne gesteuert. Ein sogenannter Safety Driver begleitet die Fahrten zunächst noch zur Absicherung.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Teleoperation als Schlüsseltechnologie für neue Mobilitätskonzepte. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand heraus präzise gesteuert und kontinuierlich überwacht. Ziel ist es, unter realen Bedingungen zu prüfen, ob sich diese Technologie für einen flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz im urbanen Raum eignet. Dabei geht es insbesondere um Betriebssicherheit, Systemstabilität, die Integration in bestehende Verkehrsstrukturen, die Akzeptanz bei Fahrgästen sowie um Fragen der Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit.
Für die Rheinbahn ist das Projekt Teil einer strategischen Neuausrichtung. Vorständin Annette Grabbe verweist auf die Herausforderungen im Nahverkehr: Personalmangel und steigende Kosten erfordern neue Lösungen. Technologien müssten sich im Alltag bewähren, nicht nur im Labor. Entscheidend sei der konkrete Nutzen für Fahrgäste. Ziel bleibe ein stabiler, leistungsfähiger und bezahlbarer ÖPNV.
Auch bei den Projektpartnern wird der Testbetrieb als wichtiger Schritt gesehen. MIRA-Geschäftsführer Win Neidlinger betont die Rolle der Teleoperation bei der Sicherung und dem Ausbau von Mobilitätsangeboten. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel könne die Technologie helfen, den Betrieb effizienter zu gestalten und neue Einsatzmöglichkeiten zu erschließen.
Unterstützung kommt auch aus dem Rathaus. Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller hebt hervor, dass Innovation nur im Zusammenspiel starker Partner gelingen könne. Für die Stadt gehe es darum, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und Düsseldorf als Standort für moderne Mobilität zu stärken.
Das Projekt ist Teil des Forschungsprogramms PoQuaSIA innerhalb der europäischen 8ra-Initiative und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Entwickelt wird ein Gesamtsystem aus Cloud-Infrastruktur, IoT-Plattform sowie Echtzeit-Flottenmanagement. Die zugrunde liegende Technologie soll geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit und die Steuerung mehrerer Fahrzeuge gleichzeitig ermöglichen.
Damit könnte der Pilotversuch weit über Düsseldorf hinaus Bedeutung gewinnen. Die Erkenntnisse aus dem Testbetrieb sollen als Grundlage dienen, um teleoperierte – und perspektivisch autonome – Fahrzeugflotten künftig wirtschaftlich im öffentlichen Nahverkehr einzusetzen.


