Schloss Benrath © LB / Olaf Oidtmann

Schloss Ben­rath © LB / Olaf Oidtmann

 

Im Museum für Gar­ten­kunst im Ost­flü­gel von Schloss Ben­rath wird ab dem 24. April eine neue Son­der­aus­stel­lung gezeigt: „Hel­mut Schwei­zer. Nature [con­ti­nues]“. Die Schau wid­met sich dem in Düs­sel­dorf leben­den Künst­ler Hel­mut Schwei­zer und bie­tet einen kon­zen­trier­ten Ein­blick in mehr als fünf Jahr­zehnte sei­nes Schaf­fens. Im Mit­tel­punkt ste­hen dabei jene Arbei­ten, mit denen Schwei­zer bekannt gewor­den ist: expe­ri­men­telle Pflan­zen­bil­der, die Zeit sicht­bar machen.

Schwei­zer kon­ser­viert Pflan­zen, indem er sie in trans­pa­rente Kunst­stoff­fo­lien ein­schweißt. Was zunächst wie ein tech­ni­scher Ein­griff wirkt, ent­fal­tet über Jahre und Jahr­zehnte eine eigene Dyna­mik. Wachs­tum, Ver­än­de­rung und Ver­fall blei­ben nicht ver­bor­gen, son­dern wer­den Teil des künst­le­ri­schen Pro­zes­ses. Wäh­rend einige der ein­ge­schlos­se­nen Pflan­zen lang­sam zer­fal­len, erschei­nen andere nahezu unver­än­dert – ein Span­nungs­feld, das die Unbe­re­chen­bar­keit der Natur ein­drucks­voll vor Augen führt.

Die Aus­stel­lung ver­sam­melt Werke aus fünf Jahr­zehn­ten und ord­net sie in einen grö­ße­ren zeit­ge­schicht­li­chen Kon­text ein. Gebo­ren 1946, gehört Schwei­zer zu einer Gene­ra­tion, deren Ver­hält­nis zur Natur stark von den Umbrü­chen des 20. Jahr­hun­derts geprägt wurde. Ereig­nisse wie die Kata­stro­phen von Atom­bom­ben­ab­wurf auf Hiro­shima oder Reak­tor­ka­ta­stro­phe von Tscher­no­byl ebenso wie aktu­elle öko­lo­gi­sche Her­aus­for­de­run­gen spie­geln sich in sei­nem Werk wider. Seit den 1970er Jah­ren setzt sich der Künst­ler mit Natur als schöp­fe­ri­scher und zugleich zer­stö­re­ri­scher Kraft auseinander.

Die Arbei­ten machen deut­lich, dass Natur nicht nur als Idylle ver­stan­den wer­den kann, son­dern als eigen­ge­setz­li­che Macht, die sich mensch­li­cher Kon­trolle ent­zieht. Schön­heit und Leben ste­hen dabei stets neben Risiko und Zer­stö­rung – ein Span­nungs­ver­hält­nis, das in den kon­ser­vier­ten Pflan­zen­bil­dern eine ein­dring­li­che Form findet.

Bereits am 22. April wird die Aus­stel­lung mit einer Ver­nis­sage im Roland-Weber-Fest­saal des Ost­flü­gels eröff­net. Ab 19 Uhr sind Besu­cher ein­ge­la­den, bei freiem Ein­tritt die Werke erst­mals zu sehen und mit ande­ren Gäs­ten ins Gespräch zu kom­men. Ein Rund­gang durch die Aus­stel­lungs­räume bie­tet die Gele­gen­heit, sich ver­tieft mit Schwei­zers Arbei­ten auseinanderzusetzen.

Die Son­der­aus­stel­lung ist bis zum 28. Juni 2026 im Museum für Gar­ten­kunst zu sehen.

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