
Die Abstimm-Ascher der Landeshauptstadt gehen in die siebte Runde. In der neuen Abstimmungsrunde dreht sich alles um eine oft schon frühmorgendliche Geschmacksfrage: “Kaffee lieber mit Milch oder schwarz?”. Standort: Haltestelle “Heinrich-Heine-Allee” © Landeshauptstadt Düsseldorf
Die Landeshauptstadt setzt ihr erfolgreiches Sauberkeitsprojekt fort: Die sogenannten Abstimm-Ascher gehen in die siebte Runde. Ab sofort können Raucher wieder spielerisch mit ihrer Zigarettenkippe abstimmen – und gleichzeitig etwas für ein sauberes Stadtbild tun. Die neue Fragestellung ist dabei bewusst alltagsnah gewählt: „Kaffee lieber mit Milch oder schwarz?“ Eine Entscheidung, die viele Düsseldorfer schon am frühen Morgen beschäftigt.
Das Prinzip bleibt unverändert und hat sich bewährt: Auf jedem Aschenbecher stehen zwei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Je nach Präferenz wird die Zigarette in die entsprechende Öffnung geworfen. Durch ein transparentes Sichtfenster wird sichtbar, welche Antwort aktuell vorne liegt. Die Fragen werden regelmäßig ausgetauscht, um die Aufmerksamkeit hochzuhalten und neue Impulse zu setzen.
Auch bei den Standorten gibt es Bewegung. Während ein Abstimm-Ascher weiterhin zentral in der Altstadt am Abgang zur U‑Bahn-Haltestelle Heinrich-Heine-Allee zu finden ist, wurde der zweite Behälter versetzt. Nach Stationen in anderen Stadtteilen steht er nun an der Rheinbahn-Haltestelle Holthausen. Damit bleibt das Projekt seinem Anspruch treu, wechselnde Orte einzubeziehen und möglichst viele Bürger im Alltag zu erreichen.
Ein Blick auf die vorherige Runde zeigt, dass die Beteiligung hoch ist: Bei der letzten Abstimmung setzte sich Döner knapp gegen Pizza durch. Die Ergebnisse spiegeln damit nicht nur Geschmäcker wider, sondern zeigen auch, dass viele Menschen das Angebot tatsächlich nutzen.
Hinter der spielerischen Idee steckt jedoch ein ernstes Anliegen. Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen sind eines der häufigsten Müllprobleme im öffentlichen Raum. Dabei sind sie alles andere als harmlos: In den Filtern stecken bis zu 700 Schadstoffe, darunter Arsen, Blei, Cadmium, Benzol und Nikotin. Selbst radioaktives Polonium kann enthalten sein. Durch Regen werden diese Stoffe ausgewaschen und gelangen in Böden und Gewässer, wo sie Umwelt und Gesundheit belasten. Hinzu kommt, dass die Filter aus Kunststoff bestehen und langfristig als Mikroplastik in die Nahrungskette gelangen können.
Die Stadt weist zudem darauf hin, dass das Wegschnippen von Zigarettenkippen kein Kavaliersdelikt ist. Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit, die in Düsseldorf mit einem Verwarngeld von mindestens 50 Euro geahndet werden kann.
Mit den Abstimm-Aschern versucht die Stadt daher, einen niedrigschwelligen Anreiz zu schaffen, Kippen richtig zu entsorgen – und verbindet dies zugleich mit einem kleinen Augenzwinkern im Alltag. Ob am Ende mehr Düsseldorfer ihren Kaffee mit Milch oder lieber schwarz trinken, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.


