Brandunglück 11. April 1996 © Flughafen Düsseldorf/dpa

Brand­un­glück 11. April 1996 © Flug­ha­fen Düsseldorf/dpa

 

Es ist der 11. April 1996, ein Don­ners­tag wie viele andere – bis sich am Flug­ha­fen Düs­sel­dorf inner­halb weni­ger Minu­ten eine Kata­stro­phe ent­fal­tet, die sich tief ins Gedächt­nis der Region ein­bren­nen wird. Dich­ter Rauch zieht durch das Ter­mi­nal A, Men­schen suchen ver­zwei­felt nach Aus­gän­gen, wäh­rend sich das Feuer unauf­halt­sam ausbreitet.

Aus­lö­ser des Bran­des sind Schweiß­ar­bei­ten an einer Deh­nungs­fuge. Was zunächst unspek­ta­ku­lär erscheint, ent­wi­ckelt sich zur töd­li­chen Gefahr: Glü­hende Par­ti­kel fal­len in eine Zwi­schen­de­cke, in der leicht ent­flamm­ba­res Mate­rial ver­baut ist. Unbe­merkt ent­steht ein Schwel­brand – bis es zu spät ist.

Inner­halb kür­zes­ter Zeit kommt es zu einer soge­nann­ten Durch­zün­dung. Flam­men und vor allem gif­ti­ger Rauch brei­ten sich rasant aus. Die größte Gefahr geht dabei nicht vom Feuer selbst aus, son­dern von den Rauch­ga­sen. Sie drin­gen in Auf­ent­halts­be­rei­che, Auf­züge und Trep­pen­häu­ser ein.

17 Men­schen ver­lie­ren an die­sem Tag ihr Leben, die meis­ten von ihnen durch Rauch­ver­gif­tung. Beson­ders tra­gisch: Einige Opfer wer­den in einer Lounge ein­ge­schlos­sen, andere gera­ten in Auf­züge, die direkt in den ver­rauch­ten Bereich fah­ren. Dut­zende wei­tere Men­schen wer­den verletzt.

Die Feu­er­wehr ist mit einem Groß­auf­ge­bot im Ein­satz. Rund 1.000 Kräfte kämp­fen stun­den­lang gegen die Flam­men. Doch die Bedin­gun­gen sind schwie­rig: Die Ein­satz­kräfte waren im Vor­feld nicht über die lau­fen­den Arbei­ten infor­miert wor­den, und die Bau­weise des Ter­mi­nals begüns­tigt die schnelle Aus­brei­tung des Feuers.

Der Scha­den ist enorm. Große Teile des Ter­mi­nals wer­den zer­stört, der Flug­ha­fen­be­trieb kommt zeit­weise zum Erlie­gen. Flüge müs­sen umge­lei­tet wer­den, der wirt­schaft­li­che Ver­lust geht in die Milliarden.

In den fol­gen­den Jah­ren wird der Brand umfas­send auf­ge­ar­bei­tet. Schnell wird klar: Es war nicht nur ein Unglück, son­dern das Ergeb­nis schwer­wie­gen­der Ver­säum­nisse. Brand­schutz­vor­schrif­ten wur­den miss­ach­tet, unge­eig­nete Mate­ria­lien ver­baut, Sicher­heits­ab­läufe nicht eingehalten.

Die juris­ti­sche Auf­ar­bei­tung bleibt jedoch unbe­frie­di­gend. Ver­fah­ren wer­den ein­ge­stellt, klare Schuld­zu­wei­sun­gen blei­ben aus. Für viele Ange­hö­rige ist das bis heute schwer zu akzeptieren.

Den­noch hat die Kata­stro­phe Kon­se­quen­zen: Die Brand­schutz­be­stim­mun­gen in Deutsch­land wer­den grund­le­gend ver­schärft. Rauch­mel­der, schwer ent­flamm­bare Mate­ria­lien und stren­gere Kon­trol­len gehö­ren heute zum Stan­dard – nicht zuletzt auf­grund der Leh­ren aus Düsseldorf.

Drei Jahr­zehnte spä­ter bleibt die Erin­ne­rung. Der Brand am Flug­ha­fen Düs­sel­dorf gilt bis heute als eine der schwers­ten Kata­stro­phen in der Geschichte der Region – und als Mah­nung, wie wich­tig kon­se­quen­ter Brand­schutz ist.