Dr. Daniel Kleine, Carsten Knobel, Mona Neubaur, Dr. Stephan Keller und Julien Mounier bei der Eröffnung der Energiezentrale für das Fernwärme-Projekt von Henkel und den Stadtwerken (v.l.n.r.). © Lokalbüro

Dr. Daniel Kleine, Cars­ten Kno­bel, Mona Neu­baur, Dr. Ste­phan Kel­ler und Julien Mounier bei der Eröff­nung der Ener­gie­zen­trale für das Fern­wärme-Pro­jekt von Hen­kel und den Stadt­wer­ken (v.l.n.r.). © Lokalbüro

 

Im Süden der Lan­des­haupt­stadt beginnt eine neue Ära der Wär­me­ver­sor­gung: Auf dem Werks­ge­lände von Hen­kel in Holt­hau­sen ist am Mon­tag eine Ener­gie­zen­trale offi­zi­ell in Betrieb genom­men wor­den, die indus­tri­elle Abwärme nutz­bar macht. Gemein­sam mit den Stadt­werke Düs­sel­dorf wird diese künf­tig in das Fern­wär­me­netz ein­ge­speist – ein Pro­jekt, das bun­des­weit als Vor­rei­ter gilt.

Zur fei­er­li­chen Inbe­trieb­nahme kamen unter ande­rem NRW-Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Mona Neu­baur, Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler sowie Hen­kel-Chef Cars­ten Kno­bel und Stadt­werke-Vor­stand Julien Mounier. Sie alle beton­ten die Bedeu­tung der Koope­ra­tion zwi­schen Indus­trie und kom­mu­na­ler Ver­sor­gung für Kli­ma­schutz und Versorgungssicherheit.

Kern des Pro­jekts ist die Nut­zung bis­lang unge­nutz­ter Abwärme aus der Pro­duk­tion. Diese wird über einen Wär­me­tau­scher auf­be­rei­tet und in das bestehende Fern­wär­me­sys­tem ein­ge­speist. Ergänzt wird die Anlage durch eine Kraft-Wärme-Kopp­lung. Eine eigens ver­legte, rund 3,6 Kilo­me­ter lange Lei­tung trans­por­tiert die Ener­gie in umlie­gende Stadt­teile, wo sie Pri­vat­haus­hal­ten zugutekommt.

Die tech­ni­sche Anlage selbst ist beein­dru­ckend dimen­sio­niert: Auf etwa 700 Qua­drat­me­tern Flä­che ent­stand eine Ener­gie­zen­trale mit einem 51 Meter hohen Kamin. Doch ent­schei­dend ist nicht die Größe, son­dern der Effekt. Nach Anga­ben der Betei­lig­ten kön­nen durch das Pro­jekt jähr­lich rund 6.500 Ton­nen CO₂ ein­ge­spart wer­den. Gleich­zei­tig sinkt der Ein­satz fos­si­ler Brenn­stoffe wie Erd­gas deutlich.

Für Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Neu­baur ist das Vor­ha­ben ein Bei­spiel dafür, wie indus­tri­elle Pro­zesse und Ener­gie­ver­sor­gung künf­tig enger ver­zahnt wer­den kön­nen. Die Nut­zung von Abwärme sei ein zen­tra­ler Bau­stein, um unab­hän­gi­ger von Ener­gie­im­por­ten zu wer­den und gleich­zei­tig die Kli­ma­ziele zu erreichen.

Auch im Rat­haus wird das Pro­jekt als star­kes Signal gewer­tet. Ober­bür­ger­meis­ter Kel­ler sprach von einer „Gemein­schafts­leis­tung mit Strahl­kraft über Düs­sel­dorf hin­aus“. Die Koope­ra­tion zeige, wel­ches Inno­va­ti­ons­po­ten­zial am Stand­ort vor­han­den sei.

Bei Hen­kel sieht man die neue Anlage eben­falls als wich­ti­gen Schritt. Kon­zern­chef Kno­bel hob her­vor, dass sein Unter­neh­men zu den ers­ten in Deutsch­land gehöre, die indus­tri­elle Abwärme sys­te­ma­tisch in ein öffent­li­ches Netz ein­spei­sen. Stand­ort­lei­ter Daniel Kleine betonte zudem die lang­fris­tige Per­spek­tive: Die Inves­ti­tion sei Teil der Stra­te­gie, den Düs­sel­dor­fer Stand­ort nach­hal­tig und zukunfts­fä­hig aufzustellen.

Für die Stadt­werke ist das Pro­jekt ein wei­te­rer Bau­stein auf dem Weg zur kli­ma­neu­tra­len Ener­gie­ver­sor­gung. Bereits seit Jah­ren trei­ben sie den Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien und moder­ner Infra­struk­tur voran – von Fern­wärme bis Elek­tro­mo­bi­li­tät. Die Nut­zung indus­tri­el­ler Abwärme gilt dabei als beson­ders effi­zi­ent, weil vor­han­dene Ener­gie­quel­len erschlos­sen wer­den, ohne zusätz­li­chen Ressourcenverbrauch.

Das Pro­jekt dürfte auch über­re­gio­nal Auf­merk­sam­keit fin­den. In Zei­ten stei­gen­der Ener­gie­preise und wach­sen­der Unsi­cher­hei­ten auf den Märk­ten gewin­nen lokale, sta­bile Lösun­gen zuneh­mend an Bedeu­tung. Die Kom­bi­na­tion aus Indus­trie und kom­mu­na­ler Ver­sor­gung könnte dabei Modell­cha­rak­ter für andere Städte haben.

Ein sym­bo­li­scher Aspekt kommt hinzu: In die­sem Jahr fei­ert Hen­kel sein 150-jäh­ri­ges Bestehen, die Stadt­werke Düs­sel­dorf bli­cken auf 160 Jahre Unter­neh­mens­ge­schichte zurück. Zwei Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men, die nun gemein­sam ein Pro­jekt rea­li­sie­ren, das klar in die Zukunft weist.

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