Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt/Christiane DaseDescription Die Ungarische Eiche prägt als Baum der Zukunftsliste auch das Stadtbild von Düsseldorf

Die Unga­ri­sche Eiche prägt als Baum der Zukunfts­liste auch das Stadt­bild von Düs­sel­dorf © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Gartenamt/Christiane Dase

 

Wenn in Düs­sel­dorf heute ein Baum gepflanzt wird, geht es längst nicht mehr nur um das Grün von mor­gen, son­dern um das Stadt­bild gan­zer Gene­ra­tio­nen. Genau darum dreht sich die dritte Folge der Som­mer­se­rie „Sechs Wochen, sechs Zukunfts­bäume für Düs­sel­dorf”, mit der das städ­ti­sche Gar­ten­amt Baum­ar­ten vor­stellt, die dem Kli­ma­wan­del beson­ders gut trot­zen. Im Mit­tel­punkt steht dies­mal die Unga­ri­sche Eiche – ein Baum, der zwar nicht in Deutsch­land hei­misch ist, aber genau des­halb zur Ant­wort auf immer hei­ßere Som­mer wer­den könnte.

Ursprüng­lich stammt die Unga­ri­sche Eiche (Quer­cus frai­netto) aus dem war­men Süd­ost­eu­ropa. Was dort seit jeher zum Klima gehört, wird auch für Düs­sel­dorf zu einer immer grö­ße­ren Her­aus­for­de­rung: lange Hit­ze­pe­ri­oden, aus­blei­ben­der Regen und häu­fi­gere Wet­ter­ex­treme. Die Eichen­art bringt dafür beste Vor­aus­set­zun­gen mit. Mit ihren mar­kan­ten, gel­app­ten Blät­tern, die mehr als 20 Zen­ti­me­ter lang wer­den kön­nen, ent­wi­ckelt sie eine breite Krone, die an hei­ßen Tagen wert­vol­len Schat­ten spen­det. Über die Ver­duns­tung von Was­ser kühlt sie zugleich ihre Umge­bung – ein Effekt, der beson­ders in stark ver­sie­gel­ten Innen­stadt­be­rei­chen an Bedeu­tung gewinnt, wo sich Asphalt und Pflas­ter im Som­mer stark aufheizen.

Als Park- und Alleen­baum kann die Unga­ri­sche Eiche im Alter bis zu 30 Meter hoch wer­den. Im Herbst zeigt sie sich zudem von ihrer schöns­ten Seite: Ihr Laub ver­färbt sich dann in kräf­ti­gem Gelb und Orange. Gar­ten­amts­lei­te­rin Doris Tör­kel sieht in der Baum­art eine gelun­gene Ver­bin­dung zweier Eigen­schaf­ten, die für das Stadt­grün der Zukunft ent­schei­dend sind – die öko­lo­gi­schen Qua­li­tä­ten hei­mi­scher Eichen und eine deut­lich bes­sere Anpas­sungs­fä­hig­keit an Hitze und Trockenheit.

Beson­ders macht die Unga­ri­sche Eiche aber vor allem ihre Lang­le­big­keit: Sie kann meh­rere hun­dert Jahre alt wer­den. Wer sie heute pflanzt, schafft damit weit mehr als nur einen wei­te­ren Stra­ßen­baum – er legt den Grund­stein für Schat­ten, Lebens­raum und Auf­ent­halts­qua­li­tät, von denen noch kom­mende Gene­ra­tio­nen pro­fi­tie­ren wer­den. Umwelt­de­zer­nent Jochen Kral bringt die­sen Gedan­ken auf den Punkt: Stadt­bäume seien eine Inves­ti­tion in die Zukunft, deren volle Wir­kung sich oft erst nach vie­len Jah­ren zeige. Düs­sel­dorf setze des­halb bewusst auf Baum­ar­ten, die auch künf­tige Gene­ra­tio­nen noch begleiten.

Obwohl die Unga­ri­sche Eiche nicht hei­misch ist, erfüllt sie viele der klas­si­schen Auf­ga­ben einer Eiche: Ihre Krone bie­tet zahl­rei­chen Tier­ar­ten ein Zuhause, Blät­ter und Rinde die­nen Insek­ten als Nah­rung und Rück­zugs­ort, und ihre Eicheln sind eine wich­tige Nah­rungs­quelle für Vögel und kleine Säu­ge­tiere. Damit ver­eint sie die öko­lo­gi­sche Bedeu­tung hei­mi­scher Eichen mit einer Wider­stands­fä­hig­keit, die sie für das künf­tige Stadt­klima beson­ders wert­voll macht.

Die Zukunfts­baum­liste, aus der die Unga­ri­sche Eiche stammt, macht deut­lich: Kli­ma­an­pas­sung beginnt nicht erst beim nächs­ten Hit­ze­som­mer, son­dern mit den Ent­schei­dun­gen von heute. Jahr für Jahr wächst die Krone der Eiche wei­ter in den Him­mel, spen­det mehr Schat­ten und bie­tet mehr Lebens­raum. Ihr Wert steigt buch­stäb­lich mit dem Alter – und sie wird wohl noch dort ste­hen, wenn längst neue Gene­ra­tio­nen durch Düs­sel­dorfs Parks und Alleen spazieren.

Baum­de­tek­tiv: Woran erkennt man die Unga­ri­sche Eiche?

Ihre außer­ge­wöhn­lich gro­ßen, tief gel­app­ten Blät­ter unter­schei­den die Unga­ri­sche Eiche schon von Wei­tem von hei­mi­schen Eichen­ar­ten wie der Stiel- oder Trau­ben­ei­che. Mit zuneh­men­dem Alter bil­det sie eine breite, aus­la­dende Krone. Im Herbst trägt sie die typi­schen Eicheln, und ältere Bäume zei­gen eine kräf­tige, tief gefurchte Borke.

Aus­blick: In der kom­men­den Folge der Som­mer­se­rie geht es um einen Baum mit einer mehr als 270 Mil­lio­nen Jahre alten Geschichte: den Ginkgo. Das lebende Fos­sil wird in Ost­asien seit Jahr­hun­der­ten als hei­li­ger Baum ver­ehrt und trägt nicht ohne Grund den Bei­na­men „Baum des Jahrtausends”.