Judith Mörschel und Uwe Franken auf ihren voll beladenen Stand-Up-Paddel-Boards auf dem Rhein. © Lokalbüro

Judith Mör­schel und Uwe Fran­ken auf ihren voll bela­de­nen Stand-Up-Pad­del-Boards auf dem Rhein. © Lokalbüro

 

Zwei Was­ser­sport­ler kämp­fen mit dem Pad­del gegen Müll im Fluss – von Düs­sel­dorf bis Emmerich

Fünf Tage, mehr als 100 Fluss­ki­lo­me­ter, ein Ziel: Judith Mör­schel und Uwe Fran­ken machen sich mit dem Stand-Up-Pad­del-Board auf den Weg von Düs­sel­dorf nach Emme­rich, um auf die Ver­schmut­zung des Rheins auf­merk­sam zu machen. Die Tour der bei­den erfah­re­nen Was­ser­sport­ler steht im Zei­chen des kom­men­den Rhi­ne­Cle­a­nUp-Akti­ons­tags, der am Sams­tag, 12. Sep­tem­ber, stattfindet.

Los ging es am Frei­tag, 14. August, um 11 Uhr an den Rhein­wie­sen in Ober­kas­sel. Noch bevor die bei­den ihre Boards zu Was­ser lie­ßen, zogen sie bereits ein Stück Alt­me­tall aus dem Fluss – Müll sam­meln steht auf der Tour eigent­lich nicht auf dem Pro­gramm, schließ­lich ist auf den Boards durch das mit­ge­führte Gepäck kaum Platz. Zelt, Schlaf­sä­cke, Luft­ma­trat­zen, tro­ckene Klei­dung sowie Ver­pfle­gung müs­sen für die gesamte Stre­cke aus­rei­chen. Über­nach­tet wird bei Kanu­ver­ei­nen ent­lang der Route, in Boots­häu­sern oder im Zelt auf der Vereinswiese.

Von Ober­kas­sel aus neh­men die Padd­ler Kurs auf Duis­burg. Mör­schel und Fran­ken brin­gen einige Erfah­rung mit ins Was­ser: Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr waren sie zwi­schen Ander­nach und Düs­sel­dorf mit dem Board unter­wegs – ihre Tou­ren set­zen die bei­den dabei stets dort fort, wo die vor­he­rige geen­det hat. Ken­nen­ge­lernt haben sich die bei­den bei der Umwelt­or­ga­ni­sa­tion Sur­fri­der Foun­da­tion. Wäh­rend Fran­ken haupt­be­ruf­lich als Fahr­leh­rer arbei­tet und mitt­ler­weile als Rhi­ne­Cle­a­nUp-Fluss­be­auf­trag­ter für die Rhein-Neckar-Region aktiv ist, betreibt Mör­schel seit rund 45 Jah­ren Was­ser­sport und lei­tet zudem seit 20 Jah­ren das Kin­der- und Jugend­trai­ning der Kanu­ge­sell­schaft Neckarau in Mann­heim, der beide angehören.

Die Fahrt auf dem Rhein ist dabei kein Ver­gnü­gen für Anfän­ger: Berufs­schiffs­ver­kehr, Strö­mun­gen und Buh­nen ver­lan­gen durch­ge­hende Auf­merk­sam­keit. Die Padd­ler ori­en­tie­ren sich an Bojen, mei­den die Fahr­rinne und sichern sich per Hüft­leash gegen einen mög­li­chen Sturz ins Was­ser ab. Bei Gewit­ter gehen sie an Land, bei hohen Wel­len oder star­kem Gegen­wind not­falls auf die Knie. Wegen des der­zeit nied­ri­gen Rhein­pe­gels füh­ren die bei­den neben der übli­chen auch eine kür­zere Ersatz­finne mit, die ver­hin­dern soll, dass die Boards in fla­chen Berei­chen auf Grund laufen.

Die Route führt die Padd­ler über meh­rere Tage durch Duis­burg, Dins­la­ken, Rees und Wesel, ehe am Diens­tag, 18. August, das Etap­pen­ziel Emme­rich erreicht wird. Dort wer­den sie um 13.30 Uhr an der Rhein­pro­me­nade von Bür­ger­meis­te­rin Clau­dia Lind­lahr emp­fan­gen. Ins­ge­samt legen die bei­den damit eine Stre­cke von Rhein­ki­lo­me­ter 745 bis Rhein­ki­lo­me­ter 852 zurück – gut 100 Kilo­me­ter auf dem Wasser.

Unter­wegs machen Mör­schel und Fran­ken an meh­re­ren Sta­tio­nen halt: Medien-Kon­fe­ren­zen sind in Düs­sel­dorf, Wesel und Emme­rich geplant. Dabei berich­ten die bei­den von ihrer Tour und den Beob­ach­tun­gen zur aktu­el­len Was­ser­qua­li­tät des Rheins. Rhi­ne­Cle­a­nUp wurde 2018 in Düs­sel­dorf gegrün­det und ist mitt­ler­weile an mehr als 30 Flüs­sen aktiv. Zum dies­jäh­ri­gen Haupt­ak­ti­ons­tag am 12. Sep­tem­ber wer­den zwi­schen 40.000 und 50.000 Teil­neh­mer erwar­tet – seit der Grün­dung der Initia­tive wur­den ins­ge­samt mehr als 300.000 Hel­fer akti­viert und über 2000 Ton­nen Müll aus Flüs­sen entfernt.

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