
Altstadtadtarmenküche auf dem Burgplatz © Lokalbüro
Einmal im Jahr verlagert sich das Wirken der Altstadt-Armenküche vom Rathauskomplex hinaus unter freien Himmel: Am Samstag füllte sich der Burgplatz erneut mit Menschen, die gemeinsam feierten, aßen und Musik hörten. Zum 34. Mal stand der Nachmittag unter dem bekannten Motto „Essen für Arme und Reiche”, von 12 bis 18 Uhr war der Platz Treffpunkt für Gäste aus allen Teilen der Stadtgesellschaft.
Ihren Ursprung hat die Einrichtung im Jahr 1992: Damals fand sich rund um den Dominikanerpater Emmanuel Renz eine Handvoll Freiwilliger zusammen, die auf die wachsende Not hungernder Menschen in der Altstadt reagieren wollten. Was als kleines Hilfsprojekt begann, ist heute eine feste Größe im sozialen Leben der Stadt: Im Komplex rund um das Rathaus kochen und verteilen mehrere Dutzend Haupt- und Ehrenamtliche inzwischen täglich rund 200 warme Mahlzeiten für Menschen, die sich diese sonst kaum leisten könnten.
Beim Fest auf dem Burgplatz kehrte sich dieses Prinzip für einen Tag um: Nicht mehr nur die Stammgäste der Einrichtung kamen zusammen, sondern nach früheren Angaben über 1000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Stadt. Auf den Tischen standen Erbsensuppe, Grillwürste, Kaffee, Kuchen und das Schumacher Alt bereit – Klassiker, die zu dem Fest gehören wie die Musik auf der großen Bühne.
Dort wechselten sich im Laufe des Nachmittags gleich fünf Bands ab, die alle ohne Gage auftraten: Den Anfang machte um 12 Uhr „Dead Dates”, gefolgt von „Chélona” eine gute Stunde später. Am Nachmittag sorgten die japanischen Taiko-Trommler von „Wadokyo” für einen besonderen Programmpunkt, bevor „Heavy Gummi” und zum Abschluss „Inferno” die Bühne übernahmen.
Getragen wird das gesamte Fest von Spendengeldern. In diesem Jahr gehörten die Stadtwerke Düsseldorf, die Bäckerei Hinkel und die Brauerei Schumacher zu den Förderern der Veranstaltung. Der Zutritt zum Burgplatz kostete nichts, wer wollte, konnte vor Ort spenden.
Hinter dem bunten Programm steckt für die Altstadt-Armenküche ein ernsthaftes Anliegen: Das Fest soll daran erinnern, dass Armut in Düsseldorf kein Randthema ist, sondern für viele Menschen zum Alltag gehört. Neben der täglichen Essensausgabe berät der Verein seine Gäste auch in sozialen Fragen und setzt sich öffentlich für bezahlbaren Wohnraum sowie bessere Unterstützungsangebote für Betroffene ein.
Wer mehr über die Arbeit des Vereins erfahren möchte, findet Informationen unter armenkueche.de.