
Dorothée Schneider Kämmerin Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf
Die Landeshauptstadt Düsseldorf muss für das laufende Haushaltsjahr mit einem deutlich höheren Defizit rechnen als ursprünglich geplant. Das geht aus dem Controllingbericht zur haushalts- und personalwirtschaftlichen Lage hervor, den Stadtkämmerin Dorothée Schneider am Montag, 14. September 2026, im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt hat. Grundlage des Berichts ist der Stichtag 30. Juni 2026.
Prognose deutlich über dem Planwert
Demnach zeichnet sich für 2026 ein negatives Jahresergebnis in Höhe von ‑472,9 Millionen Euro ab. Geplant war ursprünglich ein Fehlbetrag von ‑390,4 Millionen Euro – die Prognose liegt damit um 82,5 Millionen Euro darüber. Verantwortlich dafür sind laut Bericht vor allem höhere ordentliche Aufwendungen: Bei den Sach- und Dienstleistungen wird ein Mehrbedarf von 62,3 Millionen Euro erwartet, bei den Personalaufwendungen von 21,2 Millionen Euro.
Höhere Gewerbesteuer, aber vorsichtige Prognose
Etwas Entlastung verschafft die Gewerbesteuer: Zum Berichtsstand rechnet die Stadt hier mit rund 50 Millionen Euro mehr an Einnahmen als im Haushaltsansatz vorgesehen. Angesichts der aktuellen Marktdynamik und der damit verbundenen schwankenden Entwicklung mahnt die Verwaltung jedoch zur Zurückhaltung bei der weiteren Ertragsprognose.
Kreditbestand soll auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen
Zum 30. Juni 2026 lag der Stand der Liquiditätskredite bei insgesamt 605 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Bestand an Investitions- und Förderkrediten von rund einer Milliarde Euro. Bis zum Jahresende dürften weitere Kreditaufnahmen notwendig werden, sodass sich der Gesamtkreditbestand der Stadt voraussichtlich auf rund 2,1 Milliarden Euro erhöht.
Erste Anträge auf Landesförderung gestellt
Um den Bedarf an Investitionskrediten zu dämpfen, hat die Landeshauptstadt bereits erste Anträge auf Förderung von Infrastrukturmaßnahmen nach dem NRW-Infrastrukturgesetz gestellt, das den Zeitraum 2025 bis 2036 abdeckt. Werden diese Anträge bewilligt, würde sich der Kreditbedarf entsprechend verringern.