Iran Demo

Iran Demo

 

Düs­sel­dorf war am Sams­tag Schau­platz eines groß ange­leg­ten Pro­tests gegen die poli­ti­sche Füh­rung im Iran. Nach Anga­ben der Poli­zei betei­lig­ten sich rund 17.800 Men­schen an dem zen­tra­len Demons­tra­ti­ons­zug, die Ver­an­stal­ter gin­gen von bis zu 22.000 Teil­neh­men­den aus. Die Kund­ge­bung ver­lief fried­lich und führte zeit­weise zu erheb­li­chen Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen im Innenstadtbereich.

Ursprüng­lich waren vier sepa­rate Demons­tra­tio­nen ange­mel­det wor­den. Nach Abstim­mun­gen mit den Behör­den schlos­sen sich die Orga­ni­sa­to­ren jedoch einem gemein­sa­men Pro­test­zug an. Die­ser star­tete an der Fried­rich-Ebert-Straße und führte über zen­trale Ver­kehrs­ach­sen wie die Graf-Adolf-Straße bis zur Abschluss­kund­ge­bung vor dem Land­tag. Dort hiel­ten auch am frü­hen Abend noch meh­rere Hun­dert Men­schen trotz nied­ri­ger Tem­pe­ra­tu­ren aus und for­der­ten poli­ti­sche Ver­än­de­run­gen im Iran.

Die Teil­neh­men­den mach­ten mit Trans­pa­ren­ten, Fah­nen und sym­bo­li­schen Dar­stel­lun­gen auf ihre For­de­run­gen auf­merk­sam. Zu sehen waren unter ande­rem his­to­ri­sche ira­ni­sche Flag­gen sowie Bil­der des geist­li­chen Ober­haupts Ali Cha­menei, die den Pro­test gegen das bestehende Herr­schafts­sys­tem ver­deut­li­chen soll­ten. Viele Demons­trie­rende ver­lang­ten Frei­heit, Demo­kra­tie und ein Ende der Gewalt gegen die Bevöl­ke­rung im Iran.

Hin­ter­grund der Pro­teste sind die anhal­ten­den Unru­hen im Iran, die sich Ende Dezem­ber aus einer schwe­ren wirt­schaft­li­chen Krise her­aus ent­wi­ckelt hat­ten. Aus­lö­ser waren Streiks und Demons­tra­tio­nen von Händ­lern, aus denen sich lan­des­weite Pro­teste gegen die Regie­rung form­ten. Berichte über das harte Vor­ge­hen der Sicher­heits­kräfte, ein­schließ­lich des Ein­sat­zes schar­fer Muni­tion sowie zeit­wei­ser Abschal­tun­gen von Inter­net und Tele­fon­netz, sor­gen inter­na­tio­nal für Besorg­nis. Über die Zahl der Todes­op­fer gibt es wider­sprüch­li­che Anga­ben: Offi­zi­elle Stel­len nen­nen meh­rere Tau­send, Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen gehen von deut­lich höhe­ren Zah­len aus.

In Düs­sel­dorf äußer­ten viele Demons­trie­rende Zwei­fel an der Hand­lungs­fä­hig­keit der aktu­el­len Oppo­si­tion im Iran. Ent­spre­chend wurde auch die Rück­kehr zu einer mon­ar­chi­schen Ord­nung the­ma­ti­siert. Bil­der des frü­he­ren Kron­prin­zen Reza Pahl­avi waren auf zahl­rei­chen Pla­ka­ten zu sehen, beglei­tet von For­de­run­gen nach einem poli­ti­schen Über­gang und spä­te­ren demo­kra­ti­schen Reformen.

Unter den Red­nern auf der Abschluss­kund­ge­bung war auch NRW-Euro­pa­mi­nis­ter Natha­nael Lim­in­ski (CDU). Er ver­ur­teilte das Vor­ge­hen des ira­ni­schen Regimes scharf und erklärte, man stehe an der Seite der Opfer und all jener, die für Frei­heit und Würde einträten.

Die Poli­zei bilan­zierte den Ein­satz­tag als ruhig. Bis zum Ende der Ver­an­stal­tung wur­den keine Straf­ta­ten regis­triert. Für den Ver­kehr bedeu­tete der Demons­tra­ti­ons­zug jedoch erheb­li­che Ein­schrän­kun­gen: Stra­ßen wur­den gesperrt, der öffent­li­che Nah­ver­kehr war zeit­weise unter­bro­chen. Am spä­ten Nach­mit­tag nor­ma­li­sierte sich die Lage schritt­weise wieder.