
Bürgermeister Josef Hinkel, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler und Heribert Klein © Lokalbüro
Heribert Klein „klatschte“ mit Staatsministerin Serap Güler in der Düsseldorfer Altstadt
Zum 25. Kaffee-Klatsch im Mutter Ey Kunst Café hatte Düsseldorfs Netzwerker Heribert Klein die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler, zu Gast. In einem 60-minütigen Talk entlockte er ihr mit gekonnt gesetzten, pointierten Fragen stets sehr klare und gut erklärte Antworten zu privaten, beruflichen und gesellschaftspolitischen Themen sowie zu Zukunftsfragen.
Serap Güler wurde in Marl im Kreis Recklinghausen geboren und wuchs als Kind türkischer Gastarbeiter in Deutschland auf. Ihr Vater war Bergmann und arbeitete 40 Jahre unter Tage. Sie legte ihr Abitur an der Martin-Luther-King-Schule ab und studierte anschließend Kommunikationswissenschaft und Germanistik in Essen (Abschluss: Magister Artium).
Heute lebt sie in Köln, ist Muslimin, verheiratet und seit 2010 deutsche Staatsbürgerin. Sie ist die erste Frau an der Spitze der CDU Köln sowie Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Zudem ist sie die erste türkeistämmige Bundestagsabgeordnete der CDU im Bundesvorstand.
Die Abgeordnete, die einem liberalen Islamverständnis zugeneigt ist, wird dem christlich-sozialen Flügel der CDU zugeordnet. Sie engagiert sich auch außerhalb der Partei für die katholische Soziallehre im Kolpingwerk.
Dass es sich dabei um eine katholische Einrichtung handelt, sollte Andersgläubige nicht davon abhalten, diese solidarische Arbeit zu unterstützen. Miteinander statt Gegeneinander in einer Wertegesellschaft – in der Glaube, Wertschätzung und Respekt eine tragende Rolle spielen.
Auf die Frage, was sie an Düsseldorf schätze und was dort besser sei als in Köln, antwortete Serap Güler, die Verkehrssituation sei deutlich entspannter. Zudem wisse sie die Internationalität der Gastronomie sehr zu schätzen. Das beste türkische Restaurant befinde sich ihrer Meinung nach ebenfalls in Düsseldorf – ebenso lobte sie die Sauberkeit der Stadt.
Köln hingegen punkte für sie mit dem Karneval und der besonderen Herzenswärme der Menschen. Heribert Klein entlockte ihr jedoch auch hierzu noch einen klaren Punkt für Düsseldorf:„Den besten Wagenbauer für den Karneval in Deutschland gibt es in Düsseldorf.“Dem konnte selbst die Staatsministerin nichts entgegnen.
Selbstverständlich wurden auch große politische Themen wie der Ukraine-Krieg, die USA, Grönland, die Wehrpflicht, das soziale Jahr und weitere aktuelle Fragen diskutiert – ebenso ganz persönliche Aspekte.
Auf die Frage des ersten Bürgermeisters Josef Hinkel, ob Seilschaften in der Politik wichtig seien, um voranzukommen, antwortete Güler offen: Netzwerke seien überaus wichtig. In diesem Zusammenhang lobte sie Friedrich Conzen als einen der ersten, der ihr innerhalb der Partei Wege aufgezeigt habe.
Auch der Name Armin Laschet fiel, dem sie viel zu verdanken habe. Josef Hinkel schmunzelte – auch er weiß um die Unterstützung Conzens.
Auf die Frage nach weiteren politischen Zielen sprach Klein das Amt der Oberbürgermeisterin von Köln an. Serap Güler antwortete diplomatisch:
„Wenn ich ein solches Angebot bekäme, würde ich es mir überlegen.“
Kein klares Nein – also nicht ausgeschlossen.
Alles in allem war es einmal mehr ein äußerst interessantes Gespräch mit vielen Hintergrundinformationen und Fakten, die Heribert Klein der Politikerin entlockte. Serap Güler präsentierte sich gleichermaßen informativ wie sympathisch.
Von solchen Power-Frauen braucht unser Land mehr: klare Aussagen, klare Werte – und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen und zu überzeugen. Das restlos besetzte Mutter Ey Kunst Café zeigte sich begeistert und spendete langanhaltenden Applaus.
Die Vorfreude gilt bereits dem nächsten Talk am 12.03.2026 mit dem Kunstexperten und Kurator Dirk Geuer von Geuer & Geuer.

