Comiteepräsident Lothar Hörning und Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller gaben das Starsignal © Lokalbüro

Comi­tee­prä­si­dent Lothar Hör­ning und Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler gaben das Star­si­gnal © Lokalbüro

 

Die Lan­des­haupt­stadt hat am Rosen­mon­tag ein ein­drucks­vol­les Signal gesetzt: Trotz wech­sel­haf­ter Wit­te­rung säum­ten nach Anga­ben des Comi­tee Düs­sel­dor­fer Car­ne­val e. V. (CC) rund 700.000 Besu­che­rin­nen und Besu­cher die Stra­ßen und fei­er­ten den tra­di­tio­nel­len „Zoch“ mit laut­star­kem „Helau“. Regen und Sonne wech­sel­ten sich ab – der Stim­mung tat das kei­nen Abbruch.

Pünkt­li­cher Start, impo­san­ter Zug

Um 12.24 Uhr setzte sich der Zug an der Cor­ne­li­us­straße in Bewe­gung. Gegen 13.30 Uhr erreich­ten die ers­ten Wagen den Markt­platz vor dem Düs­sel­dor­fer Rat­haus, wo tau­sende Jecke dicht gedrängt auf die Prot­ago­nis­ten des rhei­ni­schen Brauch­tums warteten.

Zuvor hatte Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler im Rat­haus das Prin­zen­paar emp­fan­gen: Prinz Mar­cus I. (Mar­cus Hül­scher) und Vene­tia Nicole (Nicole Not­hen). Spä­ter ver­folgte das Stadt­ober­haupt – kos­tü­miert als „Vater Rhein“ – das när­ri­sche Schau­spiel von der Tri­büne aus.

Mit rund 11.000 akti­ven Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern, 124 Wagen, 116 Fuß­grup­pen, 21 Musik­ka­pel­len und sechs Musik­wa­gen prä­sen­tierte sich der Rosen­mon­tags­zug erneut als orga­ni­sa­to­ri­sche und krea­tive Meis­ter­leis­tung. Über Stun­den zog sich der far­ben­frohe Lind­wurm durch die Innen­stadt, beglei­tet von meh­re­ren hun­dert Poli­zei­kräf­ten. Ton­nen­weise „Kamelle“ flo­gen in die Menge.

„Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!“

Das Ses­si­ons­motto war Pro­gramm: „Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!“ Zahl­rei­che Gesell­schaf­ten inter­pre­tier­ten es mit fan­ta­sie­vol­len Bei­trä­gen und auf­wen­dig gestal­te­ten Wagen.

Beson­de­res Augen­merk galt erneut den sati­ri­schen Groß­plas­ti­ken von Jac­ques Tilly. Der Düs­sel­dor­fer Künst­ler griff aktu­elle poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Debat­ten poin­tiert auf. Meh­rere Wagen setz­ten sich kri­tisch mit der zwei­ten Amts­zeit von Donald Trump aus­ein­an­der. Auch Wla­di­mir Putin wurde the­ma­ti­siert – in einer Dar­stel­lung, die die Frei­heit der Satire betonte und zugleich inter­na­tio­nale Span­nun­gen reflektierte.

Ein wei­te­rer Motiv­wa­gen wid­mete sich dem Fall des ver­ur­teil­ten Sexu­al­straf­tä­ters Jef­frey Epstein und pran­gerte den gesell­schaft­li­chen Umgang mit Tätern und Opfern an. Dar­über hin­aus nah­men die Wagen The­men wie den Krieg in der Ukraine, stei­gende Mie­ten, die Zukunft der Rente, exzes­sive Smart­phone-Nut­zung bei Kin­dern sowie par­tei­po­li­ti­sche Kon­tro­ver­sen in den Blick.

Fei­er­laune bis in den Abend

Ob bei Platz­re­gen oder Son­nen­schein – ent­lang der Stre­cke herrschte eine dichte, mit­rei­ßende Atmo­sphäre. Fami­lien, Freun­des­grup­pen und Tra­di­ti­ons­ver­eine fei­er­ten gemein­sam, san­gen Kar­ne­vals­lie­der und ver­wan­del­ten die Innen­stadt in ein bun­tes Meer aus Kos­tü­men und Fahnen.

Der Rosen­mon­tags­zug 2026 zeigte ein­drucks­voll, wie leben­dig das rhei­ni­sche Brauch­tum ist – poli­tisch poin­tiert, orga­ni­sa­to­risch prä­zise und getra­gen von einer begeis­ter­ten Bür­ger­schaft. Düs­sel­dorf bekannte sich ein­mal mehr zu sei­ner när­ri­schen Iden­ti­tät – laut, krea­tiv und selbst­be­wusst. Helau.

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