
Girls’ and Boys’ Day bei der Polizei © Lokalbüro
Von Manfred Fammler
Die Polizei rief zum Girls’ and Boys’ Day auf, und rund 150 Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Klasse an Düsseldorfer Gymnasien folgten dem Aufruf. Darunter auch Ilka: „Ich interessiere mich für die Hunde- und Reiterstaffel“, sagt die Gymnasiastin.
Damit die Polizeiarbeit nicht auf diese beiden Aspekte reduziert wird und stattdessen ein vielfältiger Einblick in den Alltag einen nachhaltigen Eindruck bei den möglichen Nachwuchs-Cops hinterlässt, sorgen rund acht unterschiedliche Stationen. Beim Sondereinsatzkommando (SEK) kann die kilogrammschwere Ausrüstung übergeworfen und der dick gepolsterte Mehrzweck-Einsatzstock getestet werden. In der Sporthalle dagegen wird der Klassenkamerad mal über die Schulter geworfen. Bei der Tatortsimulation werden die Jugendlichen mit verschiedenen Szenarien konfrontiert und bekommen erklärt, worauf die Polizisten achten.
Diese kriminalpolizeiliche Tätigkeit fasziniert Maria. „Ich kann mir schon vorstellen, so etwas später zu tun“, sagt die 15-Jährige, die bis zu diesem Tag keine genaue Vorstellung von der Polizeiarbeit hatte. „Die Kripoarbeit ist schon spannend“, fügt sie hinzu. „Befragen“ und Herausfinden, also klassische Aufgaben der Kriminalpolizei, interessieren Anna ebenso, aber auch die Einsatzhundertschaft hat ihr Interesse geweckt. Nach ihrer Lieblingspolizeiserie im Fernsehen gefragt, antwortet sie lachend: „Aktenzeichen XY“.
Auffallend an diesem Tag ist das Verhältnis von Mädchen und Jungen. Es scheint auf den ersten Eindruck ausgeglichen, vielleicht gibt es sogar mehr weibliche als männliche Interessenten. Das spiegelt jedoch nicht die Alltagsrealität in Düsseldorf wider. Von 3.101 Polizistinnen und Polizisten sind nur 1.134 weiblich.
Gabriel schwankt dagegen noch zwischen einer Zukunft als Sportmediziner oder Polizist. Wobei er, sollte er Letzteren Beruf ergreifen, eine klare Vorstellung hat: „Hundestaffel oder SEK“. Allerdings, so sagt der 14-Jährige, sei er „von der Vielfältigkeit der Polizeiarbeit überrascht“. Das wiederum überrascht Arne Schönwald keineswegs. Seit fünf Jahren begleitet er als Einstellungsberater bei der Polizei den Aktionstag und wird nicht müde, über das breite Berufsspektrum zu erzählen.
„Man kann zum Beispiel zum Streifendienst, zur Verkehrspolizei, Bereitschaftspolizei, Wasserschutzpolizei, Polizeihubschrauberstaffel, Polizeireiterstaffel und zum Spezialeinsatzkommando“, wird er nicht müde zu werben. Ebenso wirbt er bei Realschülern, die nach einer Reform nun ebenfalls eine Beamtenlaufbahn anvisieren können. Zwei zusätzliche Jahre am Max-Weber-Berufskolleg in Düsseldorf, und schon ist mit der Fachoberschulreife die Grundlage für den Beruf gelegt.
Doch mit guten Argumenten und beruflichen Perspektiven zu rekrutieren, ist das eine. Das beste Werbemittel am Girls’ and Boys’ Day hat dagegen nur eine Schulterhöhe von knapp 50 Zentimetern, läuft meistens auf vier Pfoten und heißt Brieda. Der Auftritt des Spürhundes mit ihrer Hundeführerin Jasmin Niederhoff (Hauptkommissarin) beeindruckt am stärksten. Einen Schlüsselbund oder einen Lippenstift der Schülerinnen und Schüler auf den Rasen geworfen, fand Brieda in kürzester Zeit wieder.
Dazu überzeugt auch die enge Vertrautheit zwischen Mensch und Tier Ilka und ihre Freundin Sue. Doch während sich Ilka die Pferdestaffel zusätzlich als Arbeitsplatz vorstellen könnte, würde Sue lieber als Hundeführerin ihre Aufgaben erfüllen.
Anm. d. Red.: Wir erwähnen nur die Vornamen der Jugendlichen, ebenso stellen wir keine Bilder der hier erwähnten Jugendlichen ins Netz, um ihre Privatsphäre zu respektieren und sie vor möglichem Hass und Häme im Netz zu schützen – was im Übrigen nicht Sinn und Zweck des Internets ist.

