
Archivbild Innenminister Reul © Lokalbüro
Nordrhein-Westfalen geht mit einem der größten Einsätze seiner Geschichte entschieden gegen die organisierte Rockerkriminalität vor. Das Innenministerium hat am Dienstag den Verein Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen verboten und aufgelöst. Zeitgleich durchsuchten mehr als 1.200 Einsatzkräfte seit den frühen Morgenstunden über 50 Objekte in 28 Städten im Land.
Die Maßnahmen erstrecken sich unter anderem auf Wohnungen und Geschäftsräume in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim am Rhein, Solingen sowie weiteren Städten im Ruhrgebiet und Rheinland. Unterstützt werden die Kräfte des Polizeipräsidium Düsseldorf von Spezialeinheiten und Staatsanwälten. Es handelt sich nach Angaben der Behörden um einen der umfangreichsten Einsätze gegen Rockerkriminalität in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen.
Innenminister Herbert Reul machte die Stoßrichtung des Vorgehens unmissverständlich klar: „Wer mit Waffen, Drogen, Gewalt und Einschüchterung sein Geld verdient, muss jederzeit damit rechnen, dass die Polizei morgens im Schlafzimmer steht – nicht als Gast, sondern mit Durchsuchungsbeschluss.“ Die Botschaft sei eindeutig: maximaler Fahndungsdruck und null Toleranz gegenüber kriminellen Rockerstrukturen.
Grundlage des Verbots sind umfangreiche Ermittlungen des Polizeipräsidium Düsseldorf unter Leitung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Im Zentrum steht der Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Mitglieder des Charters waren laut Behörden wiederholt durch Straftaten aufgefallen, darunter Drogenhandel, Bedrohung, Körperverletzung sowie räuberische Erpressung.
Der Charter war erst im Mai 2024 gegründet und im Juni 2025 zur vollwertigen Ortsgruppe erhoben worden. Mit dem Verbot wird nun nicht nur die Organisation aufgelöst, sondern auch ihr Vermögen beschlagnahmt und dem Land zugeführt. Zudem untersagt das Innenministerium ausdrücklich die Bildung von Ersatzorganisationen sowie das Tragen oder Verwenden von Kennzeichen des Vereins.
Mit dem Zugriff setzt das Land seinen harten Kurs gegen organisierte Kriminalität fort. Die Behörden sehen in dem Verbot einen weiteren Schritt, um kriminellen Strukturen dauerhaft den Boden zu entziehen.

