
Adis Selimi, Vorsitzender der SPD Düsseldorf, Josef Hinkel, Bürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Sigrid Wolf, Vorsitzende des DGB Düsseldorf und Dr. Reinhold Hahlheg Baas der Düsseldorfer Jonges © Lokalbüro
An einem historisch bedeutsamen Ort in der Düsseldorfer Altstadt versammelten sich gestern Abend viele Menschen, um an eines der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte zu erinnern. Vor dem ehemaligen Volkshaus an der Flingerstraße 11 – einst das Herzstück der Düsseldorfer Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung – legten Bürgermeister Josef Hinkel, DGB-Vorsitzende Sigrid Wolf, SPD-Vorsitzender Adis Selimi sowie Jonges-Baas Dr. Reinhold Hahlhege Kränze nieder. Anlass war der 93. Jahrestag der gewaltsamen Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933.
Das 1907 bis 1909 erbaute Volkshaus war damals Sitz des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und zahlreicher Arbeiterorganisationen. Am Morgen des 2. Mai 1933 stürmten SA-Truppen das Gebäude, misshandelten Beschäftigte und Gewerkschafter, verhafteten Funktionäre – darunter den späteren DGB-Mitbegründer Hans Böckler – und verbrannten Akten, Bücher und Fahnen auf dem nahe gelegenen Marktplatz. Wer sich wehrte, zahlte einen hohen Preis: Hohn, Misshandlung und Inhaftierung waren die unmittelbaren Folgen für viele der Anwesenden.
Im Anschluss an die Kranzniederlegung fanden sich die Teilnehmenden im Beatrice-Strauss-Zentrum am Markt 2 ein, wo sie von den Saxophonklängen Vladimir Nadtochii empfangen wurden. Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, eröffnete die Veranstaltung und wies auf eine bemerkenswerte historische Leerstelle hin: Trotz zahlreicher schriftlicher Überlieferungen zum Sturm auf das Volkshaus existiere kein einziges Foto des Ereignisses selbst. Das jährliche Gedenken bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Gewerkschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen – in der gemeinsamen Überzeugung, dass das Erinnern an die Opfer von 1933 auch heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat.


