Jür­gen Kuhl vor sei­ner Kunst­wand im Hotel­foyer © Michael Bergrath

 

Von Gabriele Schreckenberg

Beschei­den­heit ist eine Zier, die Jür­gen Kuhl bei der Ver­nis­sage am 29. Mai im Hotel Kö59 gekonnt zeigte. Unauf­ge­regt und läs­sig stand er im 2. Stock und lauschte den Wor­ten von Heike Iser­lohe, die seine Aus­stel­lung kura­tiert und eröff­net hatte. Heike Iser­lohe ist Inha­be­rin von „Kunst­raub“ in Köln und hat erst kürz­lich das neue Essen­tial by Dorint in den Dei­ker Höfen mit Kunst aus­ge­stat­tet. Jür­gen Kuhl kennt sie aus Köln.

Zwi­schen Hom­mage und Gegenwartsdiagnose

Zum 85. Geburts­tag, den Kuhl im Dezem­ber fei­ert, gibt es nun Kunst auf zehn Eta­gen im Hotel Kö59. Ganz pas­send trägt die Aus­stel­lung den Titel „Ten Levels of Art“. Über die nächs­ten zwölf Monate wird diese Aus­stel­lung alle Hotel­gäste und Men­schen, die sich hier bewe­gen, begleiten.

Was macht die Kunst von Jür­gen Kuhl so beson­ders? Die Mischung aus Mensch und Mensch­lich­keit. „Seine Arbei­ten“, so betonte Heike Iser­lohe in ihrer Begrü­ßung, „grei­fen Iko­nen aus Kunst, Mode, Musik und Film auf, ohne sie in musea­ler Distanz zu belas­sen.“ Distanz fällt bei die­sem Mann schwer, denn er ist ein­fach mit­ten­drin: ein wasch­ech­ter Köl­ner mit Wohn­sitz in Bicken­dorf, auch der „Köl­sche War­hol“ genannt. Dabei hat Jür­gen Kuhl viel zu erzäh­len – von Men­schen und ihren Macken, von Mode und von Kunst. Einst geriet er als „Geld­fäl­scher“ in die Schlag­zei­len, doch man ver­zeiht ihm seine Fehl­tritte. Es gibt Men­schen, die so sym­pa­thisch sind, dass man ihnen auf die Schul­ter klop­fen und sie auf ein frisch Gezapf­tes ein­la­den möchte. Jür­gen Kuhl ist einer von ihnen.

Nähe zur Pop Art

Sicher weist sein ers­tes Kunst­werk aus dem Jahr 1985 Ähn­lich­kei­ten mit den „Flowers“ von Andy War­hol auf. Doch Jür­gen Kuhl hat sich wei­ter­ent­wi­ckelt und pro­biert in sei­nem „Kunst­la­bor“ neue Mate­ria­lien, Tech­ni­ken und The­men aus. Ja, Kunst darf Anstoß erre­gen, sie darf aber auch gefal­len. „Sie darf sogar deko­ra­tiv sein. Eine Hal­tung, die ihn von vie­len ande­ren Künst­lern unter­schei­det“, meint Heike Iserlohe.

Jür­gen Kuhl im Kö59, Königs­al­lee 59, 40215 Düsseldorf.

 

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