Win Neidlinger, Geschäftsführer der MIRA GmbH, Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Düsseldorf und Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, freuen sich mit Rheinbahn-Fahrer Stephan Reisch über den Start des Testbetriebs am Flughafen.

Win Neid­lin­ger, Geschäfts­füh­rer der MIRA GmbH, Lars Rede­ligx, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung des Flug­ha­fens Düs­sel­dorf und Annette Grabbe, Vor­stän­din der Rhein­bahn, freuen sich mit Rhein­bahn-Fah­rer Ste­phan Reisch über den Start des Test­be­triebs am Flug­ha­fen. © Rheinbahn

 

Am kom­men­den Mon­tag, den 13. Juli, beginnt am Flug­ha­fen Düs­sel­dorf ein bun­des­weit beach­te­tes Pilot­pro­jekt: Die Rhein­bahn, die MIRA GmbH und der Air­port erpro­ben gemein­sam den Ein­satz tele­ope­rier­ter, also fern­ge­steu­er­ter, Shut­tle-Fahr­zeuge im öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr. Das Gelände rund um den Flug­ha­fen gilt mit sei­ner hohen Ver­kehrs­dichte und der Viel­zahl unter­schied­li­cher Ver­kehrs­trä­ger – vom E‑Scooter bis zum Groß­raum­flug­zeug A380 – als beson­ders geeig­ne­tes Test­feld für die neue Technologie.

Die Shut­tles pen­deln künf­tig zwi­schen dem Flug­ha­fen­bahn­hof und dem Ter­mi­nal­be­reich. Gesteu­ert wer­den sie nicht vor Ort, son­dern aus einem Leit­stand auf dem EUREF-Cam­pus in Düs­sel­dorf. Zur Sicher­heit sitzt wäh­rend der gesam­ten Test­phase den­noch eine Begleit­per­son im Fahr­zeug, die im Bedarfs­fall jeder­zeit ein­grei­fen kann. Ziel des Test­be­triebs ist es, her­aus­zu­fin­den, wie pra­xis­taug­lich die Tech­nik im All­tag ist, wie sie sich in bestehende Ver­kehrs­struk­tu­ren ein­fügt und wie Fahr­gäste sowie Fahr­per­so­nal die neue Form der Mobi­li­tät annehmen.

Rhein­bahn-Vor­stän­din Annette Grabbe betont, der öffent­li­che Nah­ver­kehr stehe vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, wes­halb man gezielt Tech­no­lo­gien prüfe, die Mobi­li­täts­an­ge­bote lang­fris­tig ver­läss­lich und wirt­schaft­lich machen könn­ten. Ent­schei­dend sei dabei der Pra­xis­ein­satz unter rea­len Bedin­gun­gen – und dass die Beleg­schaft von Anfang an ein­ge­bun­den werde, um Berüh­rungs­ängste abzubauen.

Auch MIRA-Geschäfts­füh­rer Win Neid­lin­ger sieht in der Tele­ope­ra­tion einen wich­ti­gen Bau­stein für die Zukunft des ÖPNV. Ange­sichts des zuneh­men­den Fahr­per­so­nal­man­gels könne die Tech­no­lo­gie hel­fen, den Nah­ver­kehr leis­tungs­fä­hig zu hal­ten. Flug­ha­fen-Chef Lars Rede­ligx ver­weist zudem auf die lang­jäh­rige Erfah­rung des Air­ports mit auto­ma­ti­sier­ten Sys­te­men durch den Sky­Train und kün­digt an, künf­tig auch eine Inte­gra­tion tele­ope­rier­ter Sys­teme in die Abläufe auf dem Vor­feld zu prüfen.

Kos­ten­lose Mit­fahrt für Interessierte

Wer die neue Tech­nik selbst erle­ben möchte, kann wäh­rend des Test­be­triebs kos­ten­los mit­fah­ren. Ent­lang der Stre­cke gibt es gekenn­zeich­nete Hal­te­punkte: „Flug­ha­fen Bf. (EUREF-Cam­pus)“, „Mün­del­hei­mer Weg“, „Lich­ten­broich Quar­tier“, „Flug­ha­fen, Halle 7“ sowie „Flug­ha­fen Ter­mi­nal B/C“. Der Test­be­trieb läuft vom 13. Juli bis zum 28. August 2026, mon­tags bis frei­tags jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr, im Abstand von etwa 30 bis 40 Minu­ten. Wer einen Blick hin­ter die Kulis­sen wer­fen möchte, kann wäh­rend der Betriebs­zei­ten im EUREF-Cam­pus den Leit­stand besu­chen und die Steue­rung live mitverfolgen.

Das Pro­jekt ist Teil des For­schungs­vor­ha­bens PoQua­SIA, das im Rah­men der euro­päi­schen 8ra-Initia­tive vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Ener­gie geför­dert wird. Unter­sucht wird dabei unter ande­rem, wie eine sichere digi­tale Infra­struk­tur für sicher­heits­kri­ti­sche Anwen­dun­gen wie die Fahr­zeug-Tele­ope­ra­tion aus­se­hen kann – und wel­chen Bei­trag fern­ge­steu­erte Fahr­zeuge künf­tig zur Siche­rung öffent­li­cher Mobi­li­täts­an­ge­bote leis­ten können.