Am Carlsplatz 1 wurde es am Mittwoch nicht nur bunt, sondern auch rekordverdächtig schwer. Im Inneren des Pop-up-Stores der „Bagel Boys“ nahm Food-Influencer Sebastian „Big M“ Michels einen Rainbow-Bagel in Angriff, der mit mehr als 20 Kilogramm eher in die Kategorie „Möbelstück“ als „Snack“ fiel. Ziel: das farbenfrohe Schwergewicht in 70 Minuten zu verzehren.
Ganz reibungslos lief es zunächst nicht. Statt wie geplant zur Mittagszeit startete die Challenge mit rund anderthalb Stunden Verspätung. Draußen hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche Schaulustige eingefunden. Das sonnige Wetter spielte den Veranstaltern in die Karten – die Türen des Ladenlokals standen weit offen, sodass das Publikum das Geschehen direkt verfolgen konnte.
Ein Bagel der Superlative
Das XXL-Exemplar bestand aus rund zehn Kilogramm mehrfarbigem Hefeteig. Mehrere eingefärbte Teige wurden zu einem Regenbogenmuster verarbeitet – optisch ein Hingucker, logistisch eine Herausforderung. Hinzu kamen weitere etwa zehn Kilogramm Belag. Statt Monotonie setzte man auf Vielfalt: Sieben verschiedene Toppings sollten für Abwechslung sorgen.
Passend dazu wurde der Bagel in sieben Segmente geteilt. Für jedes Teilstück hatte Michels exakt zehn Minuten Zeit. Was in diesem Zeitraum nicht bewältigt wurde, ging direkt an die Besucher. Nach eigenen Angaben achtet der Influencer strikt darauf, dass bei seinen Aktionen keine Lebensmittel im Müll landen – ein Prinzip, das auch bei dieser Veranstaltung umgesetzt wurde.
Essen als Extremsport
Sebastian Michels betreibt seine Eat-Challenges seit rund anderthalb Jahren professionell. Mehrmals pro Woche stellt er sich außergewöhnlichen Portionen, dokumentiert für eine sechsstellige Community in den sozialen Netzwerken. Inspiration holte er sich aus den USA, wo sogenannte „Mukbang“-Formate hohe Reichweiten erzielen.
Wer angesichts der Mengen einen Schwergewichtler erwartet, wird überrascht: Michels wirkt sportlich trainiert. Zwischen seinen Challenges setzt er auf intensive Workouts und gezielte Fastenphasen. Für ihn ist das Ganze kein bloßes Schlemmen, sondern ein durchgetakteter Kraftakt mit sportlichem Anspruch – inklusive mentaler Vorbereitung.
Große Neugier vor der Tür
Während drinnen Bissen für Bissen verzehrt wurde, herrschte draußen beinahe Volksfeststimmung. Immer wieder brandete Applaus auf, wenn ein weiteres Stück geschafft war. Mitarbeitende der „Bagel Boys“ verteilten Kostproben an Wartende – von herzhaften Varianten wie „Italian Boy“ bis zur süßen Version „Birthday Boy“ mit bunten Streuseln. Niemand sollte hungrig bleiben, auch wenn der Hauptakteur sichtbar mit jedem weiteren Segment zu kämpfen hatte.
Der Rekord bleibt stehen
Nach Ablauf der 70 Minuten stand fest: Der angepeilte Weltrekord wurde nicht erreicht. Rund zwölf Kilogramm schaffte Michels – eine beachtliche Menge, aber eben nicht genug für den Eintrag in die Rekordlisten.
Geblieben ist dennoch ein außergewöhnlicher Nachmittag am Carlsplatz. Ein Regenbogen-Bagel in XXL, viele staunende Gesichter – und die Erkenntnis, dass selbst 20 Kilogramm Hefegebäck irgendwann ihre Grenzen setzen.
Dass Sebastian „Big M“ Michels es dabei belassen wird, darf allerdings bezweifelt werden.

Kay und Sebastian „Big M“ Michels starten die Challenge – vor ihnen: ein Rainbow-Bagel der 20-Kilo-Klasse. © Lokalbüro




