
Gartenamtsleiterin Doris Törkel (ganz rechts im Bild) und Umweltdezernet Jochen Kral (1. v. l.) überreichten den Preis der Gisela und Dieter Schnelle Stiftung an zwei herausragende Düsseldorfer Initiativen: an Fledermaus NRW e.V. sowie an den Skulpturengarten Eller. Beide Projekte erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 7.500 Euro. © Stadt Düsseldorf/Claus Langer
Zwei Düsseldorfer Initiativen sind am Freitag mit dem „Gisela und Dieter Schnelle-Preis“ ausgezeichnet worden: der Verein Fledermaus NRW sowie der Skulpturengarten Eller. Beide Projekte erhielten jeweils ein Preisgeld von 7.500 Euro. Überreicht wurden die Auszeichnungen bei einer Feierstunde von Umweltdezernent Jochen Kral und Doris Törkel, Leiterin des Garten‑, Friedhofs- und Forstamts der Stadt.
Der Verein Fledermaus NRW engagiert sich für den Schutz und die Versorgung verletzter Fledermäuse. Unter der Leitung von Guido Hoehne und Judith Funk betreibt das Projekt seit Jahren ein wachsendes Netzwerk von Auffangstationen in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 15 Standorte kümmern sich inzwischen um geschwächte und verletzte Tiere, die dort versorgt und anschließend wieder ausgewildert werden.
Der Verein besteht seit Januar 2025 offiziell, die Arbeit begann jedoch bereits 2012. Mit großem ehrenamtlichen Einsatz kümmern sich die Mitglieder um Pflege, medizinische Behandlung und Unterbringung der Tiere. Das Preisgeld soll unter anderem in ein Spezialgerät zur Kaltplasmatherapie fließen. Außerdem werden Medikamente, Verbandsmaterial, Transportboxen sowie Futtertiere wie Mehlwürmer und Heimchen benötigt.
Neben der Rettung verletzter Tiere setzt der Verein stark auf Umweltbildung. Führungen, Vorträge und Informationsstände sollen Wissen über Fledermäuse vermitteln und Vorurteile abbauen. Zudem beraten die Mitglieder Bürger bei Fragen zu Fledermäusen am Haus oder im Garten. Gemeinsam mit dem Gartenamt entwickelten Hoehne und Funk außerdem eine Saatgutmischung mit dem Namen „Fledis Flatterkraftstoff“, die in den Abendstunden blühende Pflanzen fördert und so Insekten – und damit Nahrungsquellen für Fledermäuse – anlockt.
„Fledermaus NRW zeigt mit enormem Herzblut, Zeitaufwand und auch eigenen finanziellen Mitteln, wie moderner Artenschutz funktioniert“, sagte Umweltdezernent Jochen Kral. Doris Törkel betonte die Kombination aus fachlicher Expertise, ehrenamtlichem Engagement und intensiver Aufklärungsarbeit.
Kunst und Natur im Skulpturengarten Eller
Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Skulpturengarten Eller. Zwischen Schloss Eller und dem Kulturbahnhof entstand 2019 auf rund 10.000 Quadratmetern eine Anlage, die Kunst und Naturschutz miteinander verbindet. Rund 7.000 Quadratmeter sind öffentlich zugänglich, ein weiterer Teil wird privat genutzt.
Neben Skulpturen bietet der Garten Lebensräume für Insekten und Vögel. Initiatoren des Projekts sind Elke Richter und Ulrich Hassenpflug. Ihr Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Natur, Kunst und Menschen zusammenkommen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Gemeinsam mit Schulen aus der Umgebung werden Projekte umgesetzt, die ökologische Zusammenhänge anschaulich vermitteln.
„Der Skulpturengarten Eller verbindet Kultur mit ökologischem Mehrwert“, sagte Törkel. Der Ort fördere die Biodiversität und begeistere Menschen aller Generationen für Natur und Kunst. Auch Kral hob hervor, dass hier private Initiative einen öffentlichen Mehrwert schaffe.
Stiftung fördert Projekte für Umwelt und Natur
Der Preis wird von der Gisela und Dieter Schnelle Stiftung vergeben. Ihr Zweck ist die Förderung des Natur- und Umweltschutzes. Aus dem Stiftungsvermögen wird jedes Jahr eine „gute Tat“ mit einem Geldpreis ausgezeichnet – abwechselnd in Düsseldorf und in Putlitz-Berge in Brandenburg.
Gegründet wurde die Stiftung 2017 von dem inzwischen verstorbenen Ehepaar Gisela und Dieter Schnelle, das an beiden Orten lebte. Die Verwaltung erfolgt über die Kämmerei der Landeshauptstadt Düsseldorf. Im Stiftungsvorstand sitzen Doris Törkel sowie Sebastian Wornien vom Amt Putlitz-Berge.
Mit der diesjährigen Preisverleihung würdigt die Stiftung erneut Projekte, die sich für Natur, Umweltbildung und bürgerschaftliches Engagement einsetzen – und damit zur Lebensqualität beitragen.


