
Stephanientag im Hofgarten © LB / Olaf Oidtmann
Es ist ein ruhiger Sonntagmorgen, als sich vor dem Rathaus die ersten Uniformen sammeln. Dunkle Röcke, grüne Aufschläge, silberne Abzeichen – das Bild wirkt aus der Zeit gefallen. Und doch gehört es fest zur Gegenwart der Stadt. Der Stephanientag, begangen vom St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V., hat auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schützen und Besucher zusammengeführt.
Der Zug setzt sich gegen späten Vormittag in Bewegung. Vom Marktplatz führt der Weg in den Hofgarten Düsseldorf, wo sich das eigentliche Zentrum des Gedenkens befindet. Spaziergänger bleiben stehen, einige greifen zum Handy, andere schauen einfach nur – neugierig, aber respektvoll. Es ist kein lautes Ereignis. Eher eines, das sich bewusst gegen die Hektik der Stadt stellt.
Am Musikpavillon wird innegehalten. Fahnen senken sich, eine Kranzniederlegung erinnert an Stephanie von Hohenzollern, die im 19. Jahrhundert in Düsseldorf lebte und wegen ihres sozialen Engagements als „Engel der Armen“ in Erinnerung geblieben ist. Worte fallen, getragen und knapp, dann folgt das Festhochamt unter freiem Himmel.
Die Reihen lichten sich im Anschluss schnell. Kein Gedränge, keine lauten Stimmen. Stattdessen Gespräche in kleinen Gruppen, ein paar Bänke weiter spielt Musik. Familien bleiben, Kinder laufen über die Wege, während sich die Schützen langsam aus der Formation lösen.
Was bleibt, ist ein Eindruck von Beständigkeit. Während große Veranstaltungen oft auf Sichtbarkeit und Wirkung setzen, entfaltet der Stephanientag seine Bedeutung im Kleinen. Er ist kein Spektakel – sondern ein Ritual. Eines, das zeigt, dass Tradition in Düsseldorf nicht nur bewahrt, sondern gelebt wird.
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