Symbolbild: Transport eines Hochinfektionspatienten (Übung) (c)Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin

Sym­bol­bild: Trans­port eines Hoch­in­fek­ti­ons­pa­ti­en­ten (Übung) ©Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Melanie Zanin

 

Die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf ist am Mitt­woch­mor­gen zu einem unge­wöhn­li­chen Ein­satz auf­ge­bro­chen: Sie trans­por­tiert eine Per­son mit Han­ta­vi­rus-Bezug, die sich zuletzt auf einem Kreuz­fahrt­schiff vor den Kap­ver­den befand, in die Uni­ver­si­täts­kli­nik Düs­sel­dorf. Der Auf­trag erging über das Lan­des­amt für Gesund­heit und Arbeits­schutz NRW (LfGA NRW) an die Feu­er­wehr sowie das Gesund­heits­amt der Landeshauptstadt.

Der Kon­voi setzte sich um 10 Uhr mor­gens in Rich­tung Nie­der­lande in Bewe­gung. Ziel ist zunächst ein Flug­ha­fen bei Ams­ter­dam, wo ein Vor­aus­kom­mando bereits vor Ort die Lage erkun­det. Es besteht aus einem Ein­satz­lei­ter der Feu­er­wehr und einem lei­ten­den Not­arzt des Gesund­heits­am­tes Düs­sel­dorf. Beide ste­hen in engem Aus­tausch mit den nie­der­län­di­schen Behör­den. Die Über­nahme der betrof­fe­nen Per­son ist für die Abend­stun­den geplant.

Für den Trans­port setzt die Feu­er­wehr Düs­sel­dorf ihre soge­nannte Hoch­in­fek­ti­ons­trans­port­kom­po­nente ein – ein in Nord­rhein-West­fa­len ein­zig­ar­ti­ges Kon­zept. Der Fahr­zeug­ver­band besteht aus einem Füh­rungs­fahr­zeug, zwei spe­zi­ell aus­ge­stat­te­ten Ret­tungs­wa­gen für infek­tiöse Pati­en­ten, einem Logis­tik­fahr­zeug sowie einem Hil­fe­leis­tungs­lösch­fahr­zeug. Das Kon­zept ermög­licht nach Anga­ben der Feu­er­wehr nicht nur eine opti­male medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung wäh­rend des Trans­ports, son­dern auch eine fle­xi­ble Reak­tion auf unvor­her­ge­se­hene Lagen – ohne das Risiko einer Kontaminationsverschleppung.

Die Ein­satz­kräfte trai­nie­ren sol­che Sze­na­rien regel­mäs­sig, unter ande­rem gemein­sam mit der Son­der­iso­lier­sta­tion der Uni­ver­si­täts­kli­nik Düs­sel­dorf sowie ein­mal jähr­lich mit Fokus auf inter­na­tio­nale Koope­ra­tion. Die Son­der­iso­lier­sta­tion selbst kommt in die­sem Fall nicht zum Einsatz.

Nach der Ankunft in Düs­sel­dorf soll in der Uni­kli­nik die wei­tere dia­gnos­ti­sche Abklä­rung erfol­gen. Ob es sich um eine tat­säch­li­che Erkran­kung han­delt, ist der­zeit noch offen – bei der trans­por­tier­ten Per­son han­delt es sich um eine Kon­takt­per­son, nicht um einen bestä­tig­ten Hantavirus-Fall.