Dr. Annett Büttner © Christof Roche

Dr. Annett Bütt­ner © Chris­tof Roche

 

Von Chris­tof Roche

Nordnews/Lokalbüro Düs­sel­dorf: Frau Dr. Bütt­ner, Sie über­neh­men von Bruno Bauer das Jahr­buch Witt­laer, das die­ser fast ein hal­bes Jahr­hun­dert gelei­tet hat. Wie kam es dazu?

Bütt­ner: Ich arbeite seit 2013 mit Bruno Bauer zusam­men und habe im Jahr­buch zahl­rei­che Arti­kel ver­öf­fent­licht. Nach­dem Herr Bauer erklärt hat, er wolle die Redak­tion des Jahr­buchs nie­der­le­gen – was ich sehr bedauere –, ist der Hei­mat­ver­ein „Wir für Witt­laer“, ehe­mals Hei­mat- und Kul­tur­kreis Witt­laer, auf mich zuge­kom­men und hat gefragt, ob ich die Nach­folge von Bruno Bauer antre­ten möchte. Ich weiß, dass dies sehr große Fuß­stap­fen sind, die Herr Bauer hin­ter­lässt, aber ich finde es äußerst wich­tig, eine solch renom­mierte Publi­ka­tion eines Hei­mat­ver­eins nicht ster­ben zu las­sen. Des­halb will ich alles dafür tun, die Buch­reihe erfolg­reich fort­zu­füh­ren.

Nord­news: Sie sind von Hause aus His­to­ri­ke­rin. Das Jahr­buch hat mit sei­ner Mischung aus his­to­ri­schen, zeit­ge­nös­si­schen und unter­halt­sa­men Arti­keln Kult­cha­rak­ter. Wird das Jahr­buch jetzt stär­ker geschicht­li­che The­men aufgreifen?

Bütt­ner: Nein, auf kei­nen Fall. Wir wer­den – ich bekomme hier kom­pe­tente Unter­stüt­zung aus dem Ver­ein – an die­ser sehr gehalt­vol­len und unter­halt­sa­men Mischung fest­hal­ten, die sich im Jahr­buch seit fast 50 Jah­ren bewährt hat. Das Ein­zige, was wir ergän­zen wer­den, ist eine Doku­men­ta­tion der Akti­vi­tä­ten des Ver­eins „Wir für Witt­laer“, der das Jahr­buch her­aus­gibt. Das hat bis­her etwas gefehlt.

Nord­news: Das Jahr­buch hat in sei­ner gesam­ten Zeit stets The­men aus Witt­laer und den angren­zen­den Orts­tei­len auf­ge­grif­fen. Wird das so blei­ben, oder wol­len Sie den geo­gra­fi­schen Radius erweitern?

Bütt­ner: Aktu­ell wird es das Jahr­buch für Witt­laer und Umge­bung blei­ben. Ob zu einem spä­te­ren Zeit­punkt der Radius bei­spiels­weise auf den gesam­ten Düs­sel­dor­fer Nor­den aus­ge­wei­tet wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich glaube aber eher nicht. Ein erwei­ter­ter Radius wäre mög­li­cher­weise lukra­tiv für die Anzei­gen­reich­weite. Aber die lokale Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Jahr­buch ist ein wich­ti­ger Rück­halt, den wir nicht aufs Spiel set­zen wollen.

Nord­news: Es gab zuletzt ver­schie­dene Spe­ku­la­tio­nen über die künf­tige Aus­rich­tung. Ein­mal hieß es, das Jahr­buch werde künf­tig nur noch digi­tal erschei­nen, ein ande­res Mal war von einer Mischung aus gedruck­ten Exem­pla­ren „on demand“ und digi­ta­ler Form die Rede. Wie wird das Jahr­buch denn jetzt aufgelegt?

Bütt­ner: Das Kon­zept sieht vor, dass wir das Jahr­buch – wie bis­her – im Novem­ber für das Weih­nachts­ge­schäft dru­cken wer­den, und zwar nicht auf Nach­frage, son­dern in einer fes­ten Auf­lage. Im Februar oder März des Fol­ge­jah­res wer­den wir es dann auch als digi­ta­les For­mat zur Ver­fü­gung stel­len. Wir haben immer wie­der fest­ge­stellt, dass die Nach­frage nach der gedruck­ten Fas­sung gerade mit Blick auf Weih­nach­ten nach wie vor sehr aus­ge­prägt ist. Des­halb diese Reihenfolge.

Nord­news: Das Jahr­buch hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rote Zah­len geschrie­ben. Wie wol­len Sie dem entgegenwirken?

Bütt­ner: Ja, es ist rich­tig, es gab in den letz­ten Jah­ren ein Minus, das über den Ver­ein „Wir für Witt­laer“ auf­ge­fan­gen wurde. Das kann aber natür­lich kein Dau­er­zu­stand sein. Des­halb haben wir uns die diver­sen Stell­schrau­ben angesehen …

Nord­news: … die da wären?

Bütt­ner: Zunächst haben wir uns die aktu­el­len Pro­duk­ti­ons­kos­ten für Lay­out und Druck ange­schaut und anschlie­ßend Ange­bote von diver­sen Dru­cke­reien ein­ge­holt. Da gibt es schon erheb­li­che Unter­schiede. Wir sind schließ­lich bei einer Dru­cke­rei in Köln mit sehr rai­sonn­ablen Prei­sen fün­dig geworden.

Nord­news: Gab es noch wei­tere Stellschrauben?

Bütt­ner: Ja, die Preise für den Ver­kauf sowie die Anzei­gen. Sämt­li­che Preise sind seit der Ein­füh­rung des Euro, also seit 2002, unver­än­dert. Hier müs­sen wir tat­säch­lich merk­lich nach­jus­tie­ren, aber das wol­len wir so kal­ku­lie­ren, dass die Freude am Jahr­buch nicht geschmä­lert wird. Wir sind über­zeugt, dass die Fans des Jahr­buchs eine Preis­an­pas­sung – immer­hin die erste seit fast einem Vier­tel­jahr­hun­dert – akzep­tie­ren werden.

Nord­news: Gibt es noch wei­tere Änderungen?

Bütt­ner: Nein, wir haben zwar auch daran gedacht, das For­mat auf die etwas klei­nere, dafür aber gän­gi­gere Größe „A5“ umzu­stel­len. Das hätte eben­falls eine Erspar­nis gebracht. Aller­dings haben wir ent­schie­den, das Jahr­buch im aktu­el­len For­mat bei­zu­be­hal­ten. Viele, die auf uns zuge­kom­men sind, haben das Jahr­buch in einer gan­zen Reihe im Bücher­schrank ste­hen. Da würde es mit dem klei­ne­ren For­mat einen Bruch geben. Das wol­len wir nicht – weder für die Optik noch für den Inhalt!

Nord­news: Wird es das Jahr­buch 2027 geben?

Bütt­ner: Ja, die Gesprä­che mit den Autoren sind bereits weit gedie­hen. Wir hof­fen, dass wir mit der kom­men­den Aus­gabe einen wür­di­gen Über­gang von Bruno Bauer auf die nächste Gene­ra­tion schaffen.

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