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Art:walk-Festival öffnet neue Kulturachsen in Düsseldorf

V. r.) Dr. Florian Melchert, Direktor des Hauses der Parlamentsgeschichte, Kathrin Tiedemann, FFT Düsseldorf, Beigeordnete Miriam Koch, Daniela Stork, D.LIVE, Daniel Kraft, Stiftung Haus der Geschichte NRW, Dr. Sabine Brenner-Wilczek, © Lokalbüro

V. r.) Dr. Flo­rian Mel­ch­ert, Direk­tor des Hau­ses der Par­la­ments­ge­schichte, Kath­rin Tie­de­mann, FFT Düs­sel­dorf, Bei­geord­nete Miriam Koch, Daniela Stork, D.LIVE, Daniel Kraft, Stif­tung Haus der Geschichte NRW, Dr. Sabine Bren­ner-Wilc­zek, © Lokalbüro

 

Von Man­fred Fammler

Rund 70 Betei­ligte, mehr als 180 Ver­an­stal­tun­gen und 11 Out­door-Spots sol­len am 13. und 14. Juni die Viel­falt der Düs­sel­dor­fer Kul­tur­szene sicht­bar machen. Bei der Prä­sen­ta­tion des umfang­rei­chen Pro­gramms wur­den drei Ange­bote beson­ders beleuch­tet: die Öff­nung der Villa Horion durch die Stif­tung Haus der Geschichte Nord­rhein-West­fa­len, die erst­mals auto­freie „Straße der Roman­tik und Refle­xion“ rund um das Hein­rich-Heine-Insti­tut sowie ein Per­for­mance-Schwer­punkt im Bahnhofsviertel.

Daniel Kraft kün­digte für die Stif­tung Haus der Geschichte Nord­rhein-West­fa­len an, dass am 13. Juni die Villa Horion und das dor­tige Haus der Par­la­ments­ge­schichte geöff­net wer­den. Die Aus­stel­lung besteht bereits seit zehn Jah­ren, nor­ma­ler­weise werde sie im Rah­men von Füh­run­gen besucht. Beim Fes­ti­val­a­bend könne man sie jedoch frei erkun­den, sagte Kraft: „An dem Abend selbst kann man aber auch so durch die Aus­stel­lung gehen.“

Lang­fris­tig plant die Stif­tung den Umzug in den Ehren­hof, der der­zeit noch eine Bau­stelle ist. Dort soll in den kom­men­den Jah­ren eine Dau­er­aus­stel­lung zur Geschichte und Demo­kra­tie­ge­schichte Nord­rhein-West­fa­lens ent­ste­hen. Kraft beschrieb den Weg dort­hin als eine Art kul­tu­rel­len Über­gang: Man sei „auf einem Walk in den Ehren­hof“. Geplant sei, das Publi­kum dort ab 2030 begrü­ßen zu kön­nen, „hof­fent­lich auch im Rah­men des Art:walk-Festivals“.

Für die Villa Horion, die sonst nicht ohne Wei­te­res zugäng­lich ist, kün­digte Kraft ein offe­nes Pro­gramm mit Musik, Poetry-Slam und bar­rie­re­freien Ange­bo­ten an. „An dem Abend ist hier alles offen“, sagte er. Geplant sind unter ande­rem zwei Auf­tritte der Robert-Schu­mann-Hoch­schule, eine Urauf­füh­rung von Kom­po­nie­ren­den aus Nord­rhein-West­fa­len sowie ein Poetry-Slam mit Aishe Eren, Julise Wolf und Lukas Klo­ben. Beson­ders wich­tig sei der bar­rie­re­freie Zugang: Es werde Füh­run­gen in Gebär­den­spra­che geben, außer­dem wür­den musi­ka­li­sche und lite­ra­ri­sche Pro­gramm­punkte ent­spre­chend beglei­tet. Das sei ein Bei­spiel dafür, „dass es uns wich­tig ist, Zugänge bar­rie­re­arm zu gestalten“.

Straße der Romantik und Reflexion

Ein zwei­ter Schwer­punkt liegt auf der „Straße der Roman­tik und Refle­xion“, die beim Art:walk-Festival erst­mals zum auto­freien Kul­tur­raum wer­den soll. Sabine Bren­ner-Wilc­zek, Lei­te­rin des Hein­rich-Heine-Insti­tuts, zeigte sich bei der Vor­stel­lung begeis­tert: „Ich bin ganz begeis­tert.“ Vom Carls­platz bis zur Bas­ti­on­straße soll ein „auto­freier Open Space“ ent­ste­hen – als Begeg­nungs­raum mit per­for­ma­ti­ven, par­ti­zi­pa­ti­ven For­ma­ten und kuli­na­ri­schen Angeboten.

Inhalt­lich ste­hen Hein­rich Heine, die Roman­tik und die Ver­net­zung der betei­lig­ten Häu­ser im Zen­trum. Bren­ner-Wilc­zek hob beson­ders das „Drei­eck Hein­rich-Heine-Insti­tut, Schu­mann-Haus und Palais Witt­gen­stein“ her­vor. Geplant sind unter ande­rem ein Live-Pod­cast zur Heine-Jubi­lä­ums­aus­stel­lung, eine Heine-Skulp­tur von Jac­ques Tilly, ein Pro­jekt­chor sowie Kunst­in­stal­la­tio­nen mit Heine-Tex­ten. Im Palais Witt­gen­stein sol­len zwei Live-Hör­spiele mit Geräu­sche­ma­chern auf­ge­führt wer­den – eines zu den Schu­manns, eines zu Heine.

Auch im Hein­rich-Heine-Insti­tut selbst wird das Pro­gramm spie­le­risch ange­legt. Erst­mals soll es dort ein „Heine-Speed-Dating“ geben, bei dem das Publi­kum abstimmt: „Wel­cher ist nun Ihr Herz­blatt-Heine?“ Ergänzt wird das Ange­bot durch ein Heine-Mys­tery-Quiz und das For­mat „Heine Slam­med“, bei dem Teil­neh­mende gegen „die bes­ten Heine-Texte“ antre­ten. Für Fami­lien sind am Sonn­tag unter ande­rem ein Sin­ga­long mit Kin­dern der Sing­Pause, Fami­li­en­füh­run­gen, eine Heine-Action-Lesung, Buch­bin­der­werk­stät­ten und Krea­tiv-Work­shops vor­ge­se­hen. Bren­ner-Wilc­zek betonte, das Pro­gramm richte sich kei­nes­wegs nur an Kin­der: Sie würde sich „auch bei dem Kin­der­pro­gramm ganz oft anschlie­ßen“. Ihr Fazit: „Ich glaube, Erwach­sene und Kin­der wer­den an bei­den Tagen sehr glück­lich werden.“

Forum Freies Theater am Hauptbahnhof

Der dritte The­men­be­reich betrifft den zwei­ten Fes­ti­val­tag und die Per­for­mance­kunst. Kath­rin Tie­de­mann, Künst­le­ri­sche Lei­te­rin und Geschäfts­füh­re­rin des Forum Freies Thea­ter, sprach von einer Neue­rung für Düs­sel­dorf. „Düs­sel­dorf hatte ja bis­lang so etwas wie eine Nacht der Thea­ter noch nicht“, sagte sie. Das neue For­mat sei „ziem­lich schnell auf die Beine gestellt wor­den“ und werde offen­bar breit getra­gen: „Ich glaube, alle Büh­nen und Orte der Per­for­mance­kunst machen mit.“

Ein beson­de­rer Fokus liegt dabei auf dem Bahn­hofs­vier­tel. Tie­de­mann ver­wies dar­auf, dass sich dort inzwi­schen „eigent­lich auch ein rich­ti­ges Kul­tur­vier­tel“ ent­wi­ckelt habe. Das FFT im KAP1 bil­det dabei gemein­sam mit Zen­tral­bi­blio­thek, Lite­ra­tur­büro und wei­te­ren Part­nern einen wich­ti­gen Anker­punkt. Am Fes­ti­val-Sonn­tag soll der Vor­platz des KAP1 zur Tanz­flä­che wer­den. Wer aus dem Bahn­hof komme, solle „schon gegen 12 Uhr von der Musik auf­ge­fan­gen werden“.

Das Motto des Tages lau­tet „Trans­for­ma­tion“. Im FFT läuft unter ande­rem „Alles anders“ von Daniel Nesto-Mül­ler, ein Pro­gramm, das sich zwar an Kin­der rich­tet, aber aus­drück­lich alle anspricht. Tie­de­mann kün­digte an, das Haus werde über den Tag hin­weg durch­ge­hend bespielt: „Eigent­lich kann man die ganze Zeit ins FFT kom­men, es wird immer was statt­fin­den.“ Zu jeder vol­len Stunde beginne ein neuer Programmpunkt.

Ein wei­te­res Ange­bot sind die „FFT-Tubes“, digi­tale und inter­ak­tive Spiele auf gro­ßen Wür­feln im Foyer. Den Abschluss des Per­for­mance-Schwer­punkts bil­det eine Parade durchs Bahn­hofs­vier­tel. Sie star­tet am Tanz­haus, zieht durch das Quar­tier und endet vor dem Central.

Mehr über die Pre­miere des neuen Kul­tur-Fes­ti­vals hier

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