
Zwischen Pagodenzelten und Lichterketten wird auf dem Gourmet Festival bis in den Abend geschlemmt – bunt beleuchtete Bars sorgen für die passende Atmosphäre auf der Kö. © LB / Olaf Oidtmann
Seit gestern verwandelt sich die Königsallee wieder in eines der größten Freiluftrestaurants Europas: Das Gourmet Festival Düsseldorf lockt noch bis Sonntag Feinschmecker und Genießer auf die Kö. Rund um den Kö-Graben, den Corneliusplatz und den Graf-Adolf-Platz haben mehr als 220 Aussteller ihre weißen Pagodenzelte aufgebaut und bieten auf gut zwei Kilometern eine regelrechte kulinarische Weltreise.
Die Veranstalter von der Wellfairs GmbH rechnen an den drei Festivaltagen mit über 100.000 Besuchern aus dem In- und Ausland. Sogar aus den Niederlanden und aus Österreich reisen inzwischen ganze Busgruppen zu dem Ereignis an. Das Gourmet Festival, das erstmals 2010 mit rund 70 Ausstellern und 4.000 Gästen stattfand, gilt heute als eines der größten Open-Air-Food-Festivals des Kontinents.
Von Eselsalami bis Hummerroll
Wer am Freitagabend über die Kö schlendert, kommt am französischen Stand „Saveurs de Provence“ kaum vorbei. Unter einem Banner mit hängenden Salamis türmen sich dort Wurstspezialitäten aus Esel, Hirsch und mit edler Trüffel verfeinert zu kleinen Pyramiden, fein säuberlich beschriftet zwischen Pfeffer- und Steinpilzsorten. Zwei junge Verkäufer reichen mit der Zange bereitwillig Kostproben aus einem Weidenkorb – lachend, als gehöre die Verkostung zum eigentlichen Vergnügen dazu.
Nur ein paar Schritte weiter ändert sich der Duft schlagartig: An einem in warmes Licht getauchten Stand liegen dicke, dunkle Bündel von Vanille Planifolia und der selteneren, deutlich teureren Vanille Pompona, beide direkt aus Madagaskar importiert. Die Preisschilder – von der einzelnen Schote bis zum Bündel mit 24 Stück – verraten, wie kostbar die schwarzen Stangen sind. Ein handgeschriebenes Schild mahnt höflich auf Deutsch und Französisch: „Nicht berühren, merci.“
Besonders herzhaft und mit Augenzwinkern geht es beim Stand „Ratatouille“ zu, dessen Zelt unter kleinen Frankreich-Fähnchen liegt. Auf der Tafel mit der „Genusskarte“ stehen Lobster Roll, halber Hummer mit Trüffelbutter, Rumpfsteak mit hausgemachten Pommes und Austern, die eiskalt und mineralisch serviert werden. Der Küchenchef, mit stolz gezwirbeltem Schnurrbart und roter Schürze, hält für ein Erinnerungsfoto gerne einen frischen Hummer in die Höhe, während sein Kollege im Hintergrund die Teller vorbereitet. Wer es lieber gereift mag, wird an einem anderen Stand fündig: Dort liegen auf kariertem Tischtuch grüner Pesto-Käse mit Basilikum und Bockshornklee, würziger Kümmelkäse und cremiger Ziegenkäse aus großen, angeschnittenen Laiben – bereit, in mundgerechten Stücken verkostet zu werden.
Für Erfrischung sorgt derweil ein Food-Truck der besonderen Art: Auf dem Dach thront eine meterhohe, leuchtende Ananas, darunter stapeln sich frische Früchte, aus denen tropische Cocktails gemixt werden. Vorbeiflanierende Gruppen bleiben stehen, ordern an der kleinen Bar und lassen sich in bereitgestellten Liegestühlen nieder. Ein Stück weiter brutzelt an einer offenen Feuerstelle Fleisch auf einer großen Grillplatte, Flammen schlagen hoch in den Abendhimmel, während zwei Köche mit routinierten Handgriffen wenden und würzen – der Rauch zieht sichtbar durch das Zelt und mischt sich mit dem Stimmengewirr der wartenden Gäste.
Sobald die Sonne untergeht, verändert sich die Atmosphäre spürbar: Bunte Beleuchtung taucht die weißen Pagodenzelte in Rot und Violett, an langen Bierbänken zwischen warmen Lichterketten wird bis in den späten Abend hinein geschlemmt und angestoßen. Wenig später verwandelt sich ein Teil der Kö in eine regelrechte Partyzone – unter einer Traversen-Bühne mit Discokugel und farbigen Scheinwerfern drängen sich die Gäste dicht an dicht, Weingläser in der Hand, während irgendwo zwischen den Zelten Musik pulsiert.
Weine, Prosecco und mehr
Auch abseits der Grill- und Feinkoststände kommen Genießer auf ihre Kosten: Mehr als 30 Winzer und Händler präsentieren Weine aus deutschen, französischen, spanischen und italienischen Anbaugebieten, dazu Tropfen aus Afrika, Asien und Australien. Wer es lieber prickelnd mag, kann sich an einem eigenen Stand von Experten durch verschiedene Sorten des italienischen Prosecco DOC führen lassen und dabei mehr über die geschützte Herkunftsbezeichnung aus Norditalien erfahren. Für die kleine Stärkung zwischendurch sorgen zudem Craft-Biere sowie außergewöhnliche Spezialitäten wie Bratwurst vom Hirsch, edler Trüffelketchup oder Pasta, die direkt aus dem Käselaib serviert wird.
Kö als Bühne für Genuss und Begegnung
Peter Wienen, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Königsallee, sieht in dem Festival eine gelungene Verbindung von Tradition und Erlebnis: Die Königsallee stehe seit jeher für Exzellenz und Gastfreundschaft, und das Gourmet Festival bringe diese Werte auf besondere Weise zum Ausdruck. Geschäftsführerin Andrea Greuner ergänzt, dass beim Festival Jung und Alt zusammenkämen und gemeinsam das einzigartige Kö-Gefühl erlebten – eine Mischung aus Genuss, Begegnung und Lebensfreude, die das Event Jahr für Jahr auszeichne.
Termine und Öffnungszeiten
Das Festival läuft noch bis Sonntag, 23. August. Geöffnet ist an diesem letzten Tag von 11 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, bezahlt wird lediglich für Speisen und Getränke an den einzelnen Ständen. Während der Öffnungszeiten bleibt die Königsallee für den Autoverkehr gesperrt, eine Anreise mit Bus und Bahn wird daher empfohlen. Die nächstgelegenen Haltestellen sind Steinstraße/Königsallee sowie Heinrich-Heine-Allee.
Weitere Informationen zum Programm gibt es unter wellfairs.de/gourmet-festival-duesseldorf-2026.