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Punk gehört ins Museum: Theatermuseum zeigt “Punk 50: Demand the Impossible”

Impressionen aus der Ausstellung "Punk 50: Demand the Impossible" © Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer

Impres­sio­nen aus der Aus­stel­lung “Punk 50: Demand the Impos­si­ble” © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Claus Langer

Das Thea­ter­mu­seum in Düs­sel­dorf wid­met einer Bewe­gung, die weit mehr als ein Musik­genre war, eine eigene Son­der­aus­stel­lung. Unter dem Titel “Punk 50: Demand the Impos­si­ble” blickt das Haus 50 Jahre nach der Explo­sion des Punk auf des­sen Geschichte und Gegen­wart. Die Schau ver­steht Punk nicht als abge­schlos­se­nes Kapi­tel, son­dern als leben­di­ges Span­nungs­feld zwi­schen Archiv und Gegen­wart, Insti­tu­tion und Sub­kul­tur, Erin­ne­rung und Aneignung.

Der erste Punk Deutsch­lands als Kurator
Kura­tiert wurde die Aus­stel­lung von Jäki “Eldo­rado” Hil­disch, der als “ers­ter Punk Deutsch­lands” gilt. Er ver­bin­det den his­to­ri­schen Rück­blick mit der eige­nen Zeit­zeu­gen­schaft. Zugleich bie­tet die Schau größ­ten­teils einen Ein­blick in seine per­sön­li­che Punk-Samm­lung, die hier erst­mals öffent­lich prä­sen­tiert wird. Ergänzt wird sie durch zen­trale Leih­ga­ben aus dem Archiv B. Alle Expo­nate machen deut­lich, dass Punk von Anfang an eine Frage der indi­vi­du­el­len Hal­tung zur Gesell­schaft war.

Den Kern die­ser Hal­tung brachte die Mode­de­si­gne­rin Vivi­enne West­wood in den 1980er Jah­ren auf den Punkt, als sie den Satz “Be reasonable, demand the impos­si­ble” auf ein wei­ßes Hemd druckte. Eine Foto­gra­fie des Models Jor­dan in die­sem Hemd eröff­net die Aus­stel­lung. Von dort aus ver­folgt die Schau die Ent­wick­lung die­ser Hal­tung, Neues zu tun, ohne sich an Regeln und Nor­men zu hal­ten, über fünf Jahr­zehnte hin­weg in unter­schied­li­chen Län­dern und Communities.

Ratin­ger Hof weckt Erinnerungen
Gezeigt wer­den zeit­ge­nös­si­sche Foto­gra­fien, Fan­zines, But­tons und Memo­ra­bi­lia in einer gera­dezu über­bor­den­den Schatz­kiste. Die detail­ver­lieb­ten Modelle von Jür­gen Weber, die wich­tige Punk-Knei­pen wie den Düs­sel­dor­fer Ratin­ger Hof oder das Ber­li­ner SO36 nach­bil­den, dürf­ten bei man­chem Besu­cher nost­al­gi­sche Erin­ne­run­gen an wilde Abende wecken.

Dass die Jubi­lä­ums­aus­stel­lung in Düs­sel­dorf zu sehen ist, ist kein Zufall. Im Kon­text der elek­tro­ni­schen Musik war die Lan­des­haupt­stadt eine der Keim­zel­len der neuen Bewe­gung, die sich hier schnell zum musi­ka­li­schen Neu­land und zugleich zum Fun­da­ment eines Lebens­stils entwickelte.

Sascha Förs­ter, Lei­ter des Thea­ter­mu­se­ums, sagt dazu: “Punk und Düs­sel­dorf – was zunächst nach einem Gegen­satz klingt, gehört schon lange zusam­men. Wir zei­gen, wie tief die Punk­be­we­gung in der Stadt ver­wur­zelt ist und wel­che Impulse von Düs­sel­dorf aus in die über­re­gio­nale Szene getra­gen wur­den.” Damit rücke das Haus ein Phä­no­men, das die Stadt mit­ge­prägt habe, in den musea­len Kon­text. Das sei ein wei­te­rer kon­se­quen­ter Schritt auf dem Weg zum “Museum der Zukunft”. Man wolle sich für The­men öff­nen, die die städ­ti­sche Iden­ti­tät aus­ma­chen, und diese auf leben­dige Weise vermitteln.

VR-Expe­ri­ence schafft leben­dige Zeitreise
Der Blick der Aus­stel­lung reicht über Düs­sel­dorf hin­aus. Ber­lin, Ham­burg und Han­no­ver wer­den als für den Punk bedeut­same Orte betrach­tet, wich­tige Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der jewei­li­gen Szene wer­den vor­ge­stellt. Auch der Punk in der DDR kommt zur Spra­che. Ein beson­de­res Augen­merk legt die Schau auf die Frauen, die in der Punk-Geschichte bis­her zu schnell in den Schat­ten gedrängt wurden.

In Koope­ra­tion mit dem Düs­sel­dor­fer Stu­dio Neon­real kön­nen Besu­cher in ver­schie­de­nen VR-Expe­ri­en­ces selbst auf Zeit­reise gehen. So lässt sich im legen­dä­ren Ratin­ger Hof Schlag­zeug spie­len oder die Ber­li­ner Mauer mit Graf­fiti besprü­hen. Neon­real ent­wi­ckelt die VR-Expe­ri­en­ces zu einem grö­ße­ren Doku­men­ta­ti­ons­werk über die Düs­sel­dor­fer Punk-Geschichte weiter.

Öff­nung und Eintritt
Die Aus­stel­lung läuft bis Ende 2027. Der Ein­tritt beträgt 5 Euro, ermä­ßigt 2,50 Euro. Bis 21 Jahre ist der Ein­tritt kos­ten­frei. Wei­tere Infor­ma­tio­nen gibt es im Inter­net unter www.theater-museum.de.

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