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Die Schmuddelecken von Angermund

Hotel Haus Litzbrück © Gabriele Schreckenberg
Hotel Haus Litzbrück © Gabriele Schreckenberg
Hotel Haus Litzbrück © Gabriele Schreckenberg

Von Gabriele Schreckenberg

Als Anger­mund 1975 ein­ge­mein­det und der Stadt­ver­wal­tung Düs­sel­dorf zuge­teilt wurde, war die Rosen­stadt in vol­ler Blüte. Den Namen Rosen­stadt ver­dankt sie der Viel­zahl an Rosen­plan­ta­gen und gro­ßen Gärt­ne­reien, die hier Rosen anbau­ten. Die Holz­schil­der, die die Stra­ßen zie­ren und auf denen eine Rose ein­ge­schnitzt ist, zeu­gen davon. Die Idee dazu hatte der Künst­ler Cor­ne­lis de Waal bereits 1936. Nun gibt es Schmud­del­ecken in Anger­mund, die das Image der Rosen­stadt emp­find­lich stören.

Hotel Haus Litz­brück
Das Hotel Haus Litz­brück war schon in den 60er-Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts ein Haus mit viel Aus­strah­lung. 1907 erbaut, wurde es im Laufe der fol­gen­den Jahre aus­ge­baut. Hotel­zim­mer kamen hinzu, die Ter­rasse wurde ver­grö­ßert und ein Schwimm­bad gebaut. Nach­dem der dama­lige Inha­ber des Hotels, Josef Egge­rath, eine Reise nach Indo­ne­sien unter­nom­men hatte, brachte er von dort die Idee zur indo­ne­si­schen Reis­ta­fel mit, die in Anger­mund mit gro­ßer Begeis­te­rung auf­ge­nom­men wurde. Fortan gab es die­ses herr­li­che Gericht zu beson­de­ren Fei­er­ta­gen, zu Geburts­ta­gen, Jubi­läen und Kom­mu­ni­ons­fei­ern. Das war in den 60er- und 70er-Jahren.

Die Besit­zer wech­sel­ten im Laufe der fol­gen­den Jahr­zehnte, und das Litz­brück, wie Insi­der es nann­ten, wurde nicht schö­ner. Zuletzt wurde es von der Fami­lie Chris­ten bewirt­schaf­tet, die es etwa 2020 ver­kauft hat. Seit­dem geht es steil bergab, da sich kein neuer Betrei­ber für das Restau­rant und das Hotel fin­det. Eine Firma aus Wesel hat das Objekt vor Jah­ren gekauft. Pläne lie­gen in Schub­la­den, nichts pas­siert, außer dass die Abriss­birne immer mehr zugreift. Die Fas­sade am Turm blät­tert ab, die Sei­ten­wand ist mit Graf­fiti beschmiert, der Ein­gang ist zuge­wu­chert und das Efeu ver­deckt die Fens­ter. Noch immer macht sich Weh­mut breit, wenn die Anger­mun­der und Anrai­ner vom Haus Litz­brück spre­chen und sich an ver­gan­gene gol­dene Zei­ten erin­nern, als das Haus ein Zen­trum für alle Fami­li­en­fei­ern war.

Der S‑Bahnhof
Gleich gegen­über liegt der S‑Bahnhof. Offi­zi­ell ist er gar kein Bahn­hof, son­dern ein S‑Bahn-Hal­te­punkt. Der Name macht ihn nicht bes­ser, denn er ist wohl der häss­lichste Hal­te­punkt in der gan­zen Stadt: schä­big, dre­ckig, dun­kel und nicht bar­rie­re­frei. Das alles soll im Zuge des RRX-Aus­baus noch kom­men, aber wann genau?

Nun hat die Deut­sche Bahn die Lage wei­ter ver­schärft, indem sie zum Kahl­schlag aus­ge­holt hat. Was die grüne Hecke ent­lang der Straße Zur Lin­dung gnä­dig ver­deckt hat – die dre­cki­gen Gleise –, ist nun frei­ge­legt. Warum die DB zu die­sem Kahl­schlag aus­ge­holt hat, konn­ten auch die Poli­ti­ker, dar­un­ter CDU-Rats­herr Andreas Auler und CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Olaf Lehne, nicht her­aus­fin­den. Von der nun noch grö­ße­ren Lärm­be­läs­ti­gung für die Anwoh­ner, die durch das Grün ein wenig abge­fe­dert wurde, ganz zu schweigen.

Die DB InfraGO, eine Toch­ter­ge­sell­schaft der Deut­schen Bahn, gibt als Argu­ment die Sicher­heit des Bahn­ver­kehrs an. Die Hecke müsse ohne­hin zwei­mal pro Jahr zurück­ge­schnit­ten wer­den. Der RRX-Aus­bau auf sechs Gleise ist zwar 2025 beschlos­sen wor­den, doch die Stadt Düs­sel­dorf klagt dage­gen. Somit gibt es noch kei­nen offi­zi­el­len Bau­be­ginn. Im Zuge des RRX-Aus­baus soll auch der S‑Bahn-Hal­te­punkt in Anger­mund moder­ni­siert wer­den. Wann, steht in den Ster­nen, die über den Schmud­del­ecken in Anger­mund leuchten.

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