Symbolbild Rheinbahn Düsseldorf © Lokalbüro

Sym­bol­bild Rhein­bahn Düs­sel­dorf © Lokalbüro

 

Die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf hat die öffent­li­che Betei­li­gung zur Neu­auf­stel­lung ihres Nah­ver­kehrs­plans gestar­tet. Der Plan soll in den kom­men­den Jah­ren die Wei­chen dafür stel­len, wie sich Stadt­bah­nen, Stra­ßen­bah­nen und Busse in der Stadt ent­wi­ckeln – mit dem Ziel, den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr noch attrak­ti­ver zu machen.

Den Auf­takt der Betei­li­gung über­nah­men jedoch nicht Erwach­sene, son­dern Kin­der und Jugend­li­che. Am Diens­tag, den 28. Juli 2026, konn­ten sie im „Düs­sel­dörf­chen“, der Mit­mach- und Part­ner­stadt für Kin­der im Süd­park, an einer eigens ein­ge­rich­te­ten Betei­li­gungs­hal­te­stelle ihre Ideen und Wün­sche für den Nah­ver­kehr ein­brin­gen. Nach den Som­mer­fe­rien sol­len wei­tere Betei­li­gungs­an­ge­bote für alle Düs­sel­dor­fer folgen.

Ober­bür­ger­meis­ter betont Bedeu­tung der Bürgerbeteiligung

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler unter­strich die Bedeu­tung des Vor­ha­bens: Ein leis­tungs­fä­hi­ger öffent­li­cher Nah­ver­kehr sei ein zen­tra­ler Bau­stein für die Mobi­li­tät der Zukunft in Düs­sel­dorf. Man wolle den neuen Nah­ver­kehrs­plan des­halb gemein­sam mit den Men­schen in der Stadt ent­wi­ckeln, deren Erfah­run­gen und Ideen eine wich­tige Grund­lage bil­de­ten. Kel­ler zeigte sich erfreut dar­über, dass bereits Kin­der und Jugend­li­che zum Auf­takt ihre Per­spek­ti­ven ein­ge­bracht hät­ten, und lud alle Düs­sel­dor­fer ein, sich am wei­te­ren Pro­zess zu beteiligen.

Dass aus­ge­rech­net die Jüngs­ten den Anfang mach­ten, ist kein Zufall: Kin­der und Jugend­li­che zäh­len zu den wich­tigs­ten Nut­zer­grup­pen des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs, sind in klas­si­schen Betei­li­gungs­ver­fah­ren aber häu­fig unter­re­prä­sen­tiert. Die Stadt hat daher gezielt ein For­mat ent­wi­ckelt, das auf diese Ziel­gruppe zuge­schnit­ten ist. Im Rah­men eines Work­shops, in Inter­views und direkt vor Ort an der Betei­li­gungs­hal­te­stelle schil­der­ten die Kin­der ihre täg­li­chen Wege mit Bus und Bahn, benann­ten Pro­bleme und mach­ten zahl­rei­che Ver­bes­se­rungs­vor­schläge. Die Rück­mel­dun­gen wur­den doku­men­tiert und flie­ßen in den wei­te­ren Pla­nungs­pro­zess ein.

Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment setzt auf Rück­mel­dun­gen aus der Stadtgesellschaft

Hol­ger Oden­thal, kom­mis­sa­ri­scher Amts­lei­ter des Amtes für Ver­kehrs­ma­nage­ment, erklärte, man wolle mit dem Betei­li­gungs­kon­zept die Men­schen früh­zei­tig in die Neu­auf­stel­lung des Nah­ver­kehrs­plans ein­bin­den. Von Inter­esse sei, wie Bus und Bahn heute genutzt wür­den, wo Ver­bes­se­rungs­be­darf bestehe und wel­che Anfor­de­run­gen der öffent­li­che Nah­ver­kehr künf­tig erfül­len solle. Die Rück­mel­dun­gen aus der Stadt­ge­sell­schaft sol­len hel­fen, die rich­ti­gen Schwer­punkte für die wei­tere Pla­nung zu setzen.

Die Aktion im Düs­sel­dörf­chen bil­det erst den Auf­takt eines umfang­rei­chen Betei­li­gungs­kon­zepts. Nach den Som­mer­fe­rien will die Stadt wei­tere Mög­lich­kei­ten schaf­fen, sich ein­zu­brin­gen. Geplant sind unter ande­rem eine Road­show durch alle zehn Stadt­be­zirke sowie digi­tale Betei­li­gungs­an­ge­bote. Ziel ist es, mög­lichst viele Per­spek­ti­ven aus der Stadt­ge­sell­schaft in die Pla­nung ein­flie­ßen zu lassen.

Drei­jäh­ri­ger Pla­nungs­pro­zess, gesetz­lich vorgeschrieben

Der Rat der Lan­des­haupt­stadt hat die Neu­auf­stel­lung des Nah­ver­kehrs­plans beschlos­sen, das Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment nahm die Arbei­ten im März 2026 auf. Der Plan bil­det die Grund­lage für die Wei­ter­ent­wick­lung des ÖPNV in Düs­sel­dorf und legt fest, wo und wie häu­fig Busse und Bah­nen künf­tig fah­ren sol­len, wel­che Qua­li­täts­stan­dards etwa bei Pünkt­lich­keit, Bar­rie­re­frei­heit und Kom­fort gel­ten sol­len, wie der Nah­ver­kehr kli­ma­freund­li­cher gestal­tet wer­den kann und wie er sich bes­ser mit Fahr­rad, Sha­ring-Ange­bo­ten oder Park-and-Ride ver­knüp­fen lässt.

Die Neu­auf­stel­lung ist auf rund drei Jahre ange­legt. Aktu­ell befin­det sich das Pro­jekt in der ers­ten Phase, in der zunächst das bestehende Ange­bot ana­ly­siert sowie Erfah­run­gen und Erwar­tun­gen der Men­schen in der Stadt gesam­melt wer­den. Dar­auf auf­bau­end sol­len kon­krete Pro­jekte ent­ste­hen, etwa Anpas­sun­gen von Lini­en­füh­run­gen oder ver­bes­serte Takte – aller­dings erst im wei­te­ren Ver­lauf des Pro­zes­ses. Neben der Stadt­ge­sell­schaft wer­den auch Poli­tik, Ver­kehrs­un­ter­neh­men und Ver­bände früh­zei­tig ein­ge­bun­den. Als Auf­ga­ben­trä­ge­rin für den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr ist die Lan­des­haupt­stadt gesetz­lich ver­pflich­tet, einen Nah­ver­kehrs­plan auf­zu­stel­len und regel­mä­ßig fortzuschreiben.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt und zu den geplan­ten Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten gibt es unter www.duesseldorf.de/nvp.