
Auch der Gingko prägt ls Zukunftsbaum das Düsseldorfer Stadtbild. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt/Christiane Dase
Er hat Dinosaurier, Eiszeiten und den Wandel ganzer Kontinente überdauert – und wächst heute mitten in Düsseldorf: der Ginkgo. Im Rahmen der städtischen Sommerserie “Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf” widmet sich das Gartenamt in Folge vier einem Baum, der älter ist als fast jede andere heute lebende Pflanzenart – und der zugleich zu den Hoffnungsträgern für das Grün von morgen zählt.
Der Ginkgo (Ginkgo biloba) stammt ursprünglich aus China, wo er seit Jahrhunderten als Tempelbaum gilt. Botanisch nimmt er eine echte Sonderstellung ein: Er lässt sich weder den Laub- noch den Nadelbäumen zuordnen, sondern bildet eine eigene Pflanzengruppe, von der weltweit nur noch diese eine Art existiert. Seine Geschichte reicht mehr als 200 Millionen Jahre zurück, weshalb er auch als “lebendes Fossil” bezeichnet wird. Erkennbar ist er an seinen unverwechselbaren, fächerförmigen Blättern mit der charakteristischen Einkerbung, die sich im Herbst leuchtend gelb färben und Parks sowie Straßen in ein Farbenmeer verwandeln – auch im Düsseldorfer Hofgarten, wo der Baum zu bewundern ist.
Dass der Ginkgo bis heute überlebt hat, liegt an seiner außergewöhnlichen Widerstandskraft. Er verträgt Hitze, Trockenheit, Luftverschmutzung und Frost und wird hierzulande kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Selbst unter schwierigen Standortbedingungen wächst er zuverlässig und erreicht oft ein Alter von mehreren hundert, mitunter sogar über tausend Jahren. Möglich macht das unter anderem sein tiefreichendes Wurzelwerk, mit dem er auch in trockenen Sommern Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließt. Zudem kommt er mit aufgeheizten, versiegelten Standorten gut zurecht, wie sie im dicht bebauten Stadtgebiet häufig vorkommen, und filtert dabei sogar Feinstaub aus der Luft. Diese Eigenschaften machen ihn zu einer festen Größe auf der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste, die auf der Internetseite der Stadt einsehbar ist: www.duesseldorf.de/stadtgruen/baeume-in-der-stadt/zukunftsbaeume.
Neben seiner Widerstandsfähigkeit ist der Ginkgo auch kulturell tief verwurzelt. In China und Japan gilt er seit Jahrhunderten als Sinnbild für Hoffnung, Lebenskraft und Langlebigkeit, und zahlreiche alte Exemplare wachsen bis heute an Tempeln. In Europa machte ihn unter anderem Johann Wolfgang von Goethe berühmt, der dem Baum eines seiner bekanntesten Naturgedichte widmete. International wurde der Ginkgo vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Symbol für Frieden und Erneuerung – berühmtestes Beispiel ist ein Baum in Hiroshima, der die Explosion der Atombombe überstand und wenige Jahre später erneut austrieb. Zum Jahrtausendwechsel wurde der Ginkgo vom Kuratorium “Baum des Jahres” schließlich zum “Baum des Jahrtausends” gekürt.
Für Düsseldorf steht der Ginkgo damit exemplarisch für das Konzept der Zukunftsbäume: eine Baumart, die den Herausforderungen des Klimawandels standhält und gleichzeitig das Stadtbild bereichert. Seine enorme Lebenserwartung sorgt dafür, dass er über Generationen hinweg Bestandteil des Düsseldorfer Stadtgrüns bleiben kann.
Baumdetektiv: Woran erkennt man den Ginkgo?
Der Ginkgo gehört botanisch weder zu den Laub- noch zu den Nadelbäumen, sondern bildet eine eigene Pflanzengruppe. Seine fächerförmigen Blätter mit der typischen Einkerbung sind weltweit einzigartig. Im Herbst färbt sich seine Krone leuchtend gelb. Junge Bäume wachsen zunächst schmal und aufrecht, während ältere Exemplare eine breite, locker aufgebaute Krone entwickeln. Weibliche Bäume tragen im Herbst gelbe Früchte, die durch Buttersäure unangenehm riechen – weshalb in Städten meist männliche Ginkgos gepflanzt werden.
In der kommenden Woche setzt die Sommerserie mit der Purpurerle fort, die durch ihr leuchtendes Herbstlaub, schnelles Wachstum und ihre Robustheit gegenüber Hitze und Wind überzeugt.