
Siegerehrung im Rahmen des Zu-Fuß-zur-Schule-Tages mit den Preisträgern der Fleher Schule, der Carl-Sonnenschein-Schule und der Paulusschule. © Stadt Düsseldorf/Claus Langer
Mit einer Rekordbeteiligung ist in diesem Jahr der Walk-to-School-Day in Düsseldorf zu Ende gegangen. 45 Grundschulen aus dem gesamten Stadtgebiet beteiligten sich an dem Wettbewerb, der im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche stattfand – so viele wie noch nie. Zum Vergleich: Als der Wettbewerb 2005 erstmals ausgetragen wurde, machten gerade einmal 15 Grundschulen mit. Die Zahl der teilnehmenden Schulen hat sich damit nach Angaben des Amtes für Verkehrsmanagement verdreifacht.
Wettbewerb unter den Schulen
Im Mittelpunkt der Aktion stand ein Wettbewerb: Gesucht wurden die Schulen mit dem höchsten Anteil an Kindern, die zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zur Schule kamen – gemessen an der Gesamtschülerzahl. Ermittelt wurde dies über mehrere Zählungen, die sowohl von den Schulen selbst als auch von Polizei und Verkehrswacht durchgeführt wurden. Die drei Schulen mit dem höchsten Fußgängeranteil erhielten Geldpreise, die für Anschaffungen rund um Mobilität und Fitness der Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden sollen.
Die Siegerehrung fand am Dienstag, 22. September 2026, in der Gemeinschaftsgrundschule Kirchfeldstraße (Regenbogenschule) in Friedrichstadt statt. Als Siegerin ging die Fleher Schule mit einem Fußgängeranteil von 97,90 Prozent hervor und erhielt den mit 1.000 Euro dotierten Hauptgewinn. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Carl-Sonnenschein-Schule aus Düsseltal und die Paulusschule, ebenfalls aus Düsseltal, mit Fußgängeranteilen von 97,63 und 97,56 Prozent. Sina Hünervogt vom Mobilitätsdezernat zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung und gratulierte den Siegerschulen persönlich.
Kritik am “Elterntaxi”
Hintergrund des Aktionstages ist ein nach wie vor verbreitetes Problem: Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, oft aus Zeitgründen oder um sie vor Gefahren zu schützen. Das habe jedoch Folgen, erklärte Sina Hünervogt: Der Autoverkehr rund um die Schulen habe zugenommen und damit auch die Unfallgefahr für die Schülerinnen und Schüler. Zudem bewege sich der Nachwuchs im Auto weniger und verpasse die Gelegenheit, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen und Selbständigkeit zu entwickeln.
Buntes Programm auf dem Schulgelände
Bei der zentralen Veranstaltung in Friedrichstadt begrüßte Verkehrssicherheitsmaskottchen Lookie gemeinsam mit Schulleiterin Sabine Zimmermann die Kinder. Auf dem Schulgelände gab es unter anderem einen Roller- und Fahrradparcours sowie einen Schilderwald, in dem die Kinder ihr Wissen über Verkehrszeichen testen konnten. Dazu kam ein Rahmenprogramm mit Spielen sowie Bewegungs- und Fußgängertraining. Bereits eine Woche zuvor waren zwei sogenannte Pedibus-Linien getestet worden, bei denen Eltern die Kinder auf festgelegten Routen zur Schule begleiteten.
Auch im Unterricht hatte sich jede Jahrgangsstufe im Vorfeld mit dem Thema Schulweg beschäftigt, wie Lehrerin Evelyn Chamrad vom Arbeitskreis Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung berichtete. Erstklässler erkundeten die Schulumgebung und übten sicheres Verhalten, Zweitklässler arbeiteten mit einem Mal- und Rätselbuch, Drittklässler zeichneten ihren Schulweg im Kinderverkehrsstadtplan und Viertklässler bereiteten sich auf die Fahrradprüfung vor und stellten die Zählergebnisse grafisch dar.
Tempo 30 und LED-Blinkis
Um den Schulweg in Friedrichstadt sicherer zu machen, gilt vor der Schule Tempo 30, das im Rahmen der personellen Möglichkeiten von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert wird. Zudem will die Stadt alle Düsseldorfer Erstklässler im Herbst mit LED-Blinkis ausstatten, damit sie in der dunklen Jahreszeit besser sichtbar sind. Ein Elternbrief soll zusätzlich auf die Bedeutung der Sichtbarkeit hinweisen. Zum Abschluss appellierte Sina Hünervogt an alle Verkehrsteilnehmenden, stets mit Fehlern der Kinder im Straßenverkehr zu rechnen.